
Die Berliner Rapperin Ikkimel, mit bürgerlichen Namen Melina Gaby Strauß, sammelt einen skandalösen Clip nach dem nächsten. Erst im Juli 2026 ging sie für ihren Auftritt beim ZDF-Morgenmagazin Moma viral, als sie dort ihren Song „Fußballmänner“ performte. Damit sorgte sie beim Publikum mit Aussagen wie „Fußball-Männer, alles Penner!“ und „Mir geht einer ab, wenn er in den Winkel trifft“ sichtlich für Empörung, wurde aber auch international bekannt. Die US-Rapperin Doechii zeigte sich danach auf TikTok tanzend zu einem von Ikkimels Songs.
Am 11. November wird sie mit einem Konzert ihre Poppstar-Tour in Ludwigsburg starten, die nahezu restlos ausverkauft ist. Auch in Bamberg wird sie spielen. Wie kommt es, dass Ikkimel eine derartige Debatte über den modernen Feminismus auslöst und dabei ganz nebenbei Männer in den Hundezwinger sperrt?
Ikkimel: „Fotzenrap“ und die Klarstellung von männlichen Privilegien
Der Schweiz heute verrät die Rapperin: „Wenn du dein Leben lang mit Privilegien gelebt hast und dann auf einmal die Frauen kommen und nicht mehr „Bittebitte“ sagen, um die gleichen Privilegien zu besitzen, dann nervt es dich.“
Durch ihre Songs, die sie selbst dem Genre „Fotzenrap“ zuordnet, zieht sich stetig ein roter Faden. Ikkimel singt über Sex, Männer, das Patriarchat und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Lines wie „Schnauze halten, Leine an, Schatz, jetzt sind die Weiber dran“ aus „Böser Junge“ und „Männer sind der Grund, warum ich überhaupt verhüte“ aus „Giftmord“ sind hier nur ein paar Beispiele.
Ikkimel sperrt Männer in den Hundekäfig - und die feiern das
Genauso hat sich bei ihren Konzerten ein roter Faden eingependelt, und zwar der Hundekäfig. Zu Songs wie „Böser Junge“ oder „Kink“ bittet Ikkimel einen Fan auf die Bühne, den eine Hundemaske, oft die eines Mops, erwartet. Meistens gehen die Fans nach einer kurzen Umarmung mit der Rapperin in den Käfig und ziehen sich die Maske über - und das völlig freiwillig. Während die Sängerin ihr Lied performt, tanzen die Personen im Käfig oder schlagen gegen die Stäbe. Clips davon landen danach meistens im Netz. Ob es den berühmten Käfig auch in Bamberg auf ihrer Poppstar-Tour geben wird, ist noch unklar. Das wird sich am 24. November herausstellen.
Was es jedoch geben wird, sind besondere und inklusive Schutzräume auf ihren Shows. „Für schwangere Menschen, Personen mit Autismus und andere neurodivergente Menschen gibt es auf Ikkimels Konzerten einen geschützten Publikumsbereich, in dem kein Alkohol konsumiert wird. Im gesamten Innenbereich der Veranstaltungslocation gilt zusätzlich ein generelles Rauchverbot und der Konsum jeglicher illegaler Drogen ist untersagt“, heißt es auf ihrer Internetseite ikkimel.de.
Auf den sozialen Netzwerken erntet die „Fotzenrapperin“ jedoch nicht nur Beifall. Wer Videos von ihr sieht, stolpert oft über beleidigende Kommentare und teilweise sogar Morddrohungen.
So geht Ikkimel mit Hass im Netz um
Das Besondere: Ikkimel hält diese Hassnachrichten nicht zurück, sondern zeigt sie ganz offen, um ein Zeichen gegen Hass im Netz zu setzen. Dabei ist auffällig, dass sie die Namen der Verfasser zwar nicht zensiert, jedoch ihre Fans trotzdem bittet, keine Hassantworten an diese zurück zu schicken. Auf diese Kommentare kontert sie in ihrem Song „Was Jetzt“ mit „Vielleicht war dann eure Art und nicht Ikkimel scheiße“.
Sich selbst ordnet die Rapperin in einem Interview mit Schweiz heute wie folgt ein: „Ich bin links, schon immer gewesen. Damit einhergehen moralische Werte, die ich für unsere Gesellschaft realisiert sehen will.“


