
Heute sollten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Staedtler SE stattfinden. Wie die Gewerkschaft IG Metall in einer Pressemitteilung berichtet, wurde der für den 12. Oktober angekündigte dritte Verhandlungstermin durch den Arbeitgeber jeodch kurzfristig abgesagt. „Gerade in einer Situation, die für viele Beschäftigte von Unsicherheit geprägt ist, wäre eine Verhandlung über die berechtigten Forderungen der Belegschaft dringend notwendig gewesen“, heißt es zu dem angekündigten Warnstreik. „Die aktuelle Tarifauseinandersetzung steht unter besonders schwierigen Vorzeichen.“
Zwei Standorte sollen schließen
Der fränkische Stiftehersteller Staedtler hatte im September 2025 angekündigt, zwei seiner Standorte in Deutschland zu schließen - die Werke in Neumarkt in der Oberpfalz und Sugenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim sollen nach 2028 nicht fortbestehen und in den Haupt-Produktionsstandort Nürnberg integriert werden. Stattdessen wolle Staedtler in den Aufbau eines neuen Werkes in Osteuropa investieren, teilte das Unternehmen damals mit. „Dieser Schritt stärkt die Unternehmensgruppe aufgrund besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und trägt somit auch zur Sicherung der Arbeitsplätze am Standort Deutschland bei“, hieß es.
Über viele Monate hinweg hätten die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sich mit Forderung für mehr Entgelt aufgrund dieser Pläne bewusst zurückgehalten, heißt es seitens der Gewerkschaft. Im Vordergrund stand vielmehr die Frage nach der Zukunft der Arbeitsplätze, welche künftig in Nürnberg aufgebaut werden sollen.
Mit dieser Gewissheit und in Hinblick auf die einschneidenden Veränderungen, die auf die Beschäftigten in den kommenden Monaten warten, rücken nun aber auch die finanziellen Belastungen wieder stärker in den Fokus. Die letzte Entgelterhöhung gab es bei der Staedtler SE habe es laut IG Metall im Mai 2024 gegeben. Man fordere nun „ein spürbares Plus und konkret 200 Euro mehr Lohn und Gehalt.“
Schichtübergreifender Warnstreik
„Die Menschen, die dieses Unternehmen Tag für Tag am Laufen halten, haben endlich Klarheit über ihre Zukunft und eine faire Erhöhung Ihres Entgelts verdient. Nach Monaten des Wartens erwarten die Beschäftigten zu Recht ein spürbares Plus im Geldbeutel. Die kurzfristige Absage der Tarifverhandlungen sendet dafür das völlig falsche Signal“, erklärt Eva Wohlfahrt von der IG Metall Westmittelfranken.
Mit den Warnstreiks am 12. Oktober setzen die Beschäftigten ein deutliches Zeichen. In Sugenheim rufen wir deshalb als IG Metall Westmittelfranken schichtübergreifend zum Warnstreik auf. Dieser beläuft sich auf den Betrieb in Sugenheim. 80 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind aufgerufen Warnstreik zwischen 12.30 Uhr 13.30 Uhr die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben der IG Metall arbeiten am Staedtler-Standort in Neumarkt derzeit gut 200 Beschäftigte, in Sugenheim rund 100 und in Nürnberg etwa 700.
Branche kämpft mit Umsatzrückgang
Der Schreib- und Kreativwarenhersteller ist mit Schwan-Stabilo und Faber-Castell einer von drei großen fränkischen Traditionsherstellern in der Schreibgerätebranche. Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit 2200 Menschen, davon 1200 in Deutschland. Auch Faber-Castell aus Stein im Landkreis Fürth kündigte Ende 2025 an, 130 Industriearbeitsplätze in Franken zu streichen, ebenso berichtete Schwan-Stabilo im Dezember 2025 einen erneuten Umsatzrückgang.
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