Nürnberg - Kassenzettel landen schnell im Papiermüll. Doch genau dort gehören die meisten Bons nicht hin. Das Umweltbundesamt erklärt, was beim Entsorgen wichtig ist – und wann eine Ausnahme gilt.

Nach dem Einkauf wandert der Kassenbon bei vielen Menschen direkt ins Portemonnaie oder in die Tasche. Spätestens beim nächsten Aufräumen stellt sich die Frage: Gehört der kleine Zettel eigentlich ins Altpapier?

Die überraschende Antwort: In der Regel nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Thermopapier grundsätzlich über den Restmüll zu entsorgen.

Warum Kassenbons nicht ins Altpapier gehören

Der Grund liegt im Material. Kassenbons werden häufig auf Thermopapier gedruckt. Die Schrift entsteht dabei nicht wie bei gewöhnlichem Papier durch aufgetragene Druckfarbe. Stattdessen enthält Thermopapier sogenannte Farbentwickler. Diese lösen unter Temperatureinwirkung eine chemische Reaktion aus, durch die die Schrift sichtbar wird.

Lange Zeit kam dabei Bisphenol A (BPA) als Farbentwickler zum Einsatz. Der Stoff kann jedoch durch einen Eingriff in das Hormonsystem die Gesundheit schädigen. Seit dem 2. Januar 2020 dürfen deshalb Thermopapiere mit einem BPA-Gehalt von 0,02 Prozent oder mehr in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Damit ist das Problem allerdings nicht vollständig verschwunden. Als Ersatz werden unter anderem andere Farbentwickler eingesetzt. Dazu gehört Bisphenol S (BPS). Auch bei solchen Stoffen sieht das Umweltbundesamt noch offene Fragen hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Abschließende Bewertungen für diese Stoffe liegen noch nicht vor.

Verbraucher können den Unterschied kaum erkennen

Das Problem für Verbraucherinnen und Verbraucher: Von außen lässt sich nicht zuverlässig erkennen, welche Stoffe in einem Thermobon stecken. Wer einen weißen Kassenbon in der Hand hält, kann also normalerweise nicht feststellen, ob er für das Altpapier geeignet ist. Gelangen problematische Farbentwickler in die Altpapiersammlung, können sie sich während des Recyclingprozesses verteilen und anschließend in Recyclingprodukten wieder auftauchen.

Deshalb lautet die Empfehlung des Umweltbundesamts weiterhin: Thermopapier gehört in den Restmüll. Das gilt auch dann, wenn der Bon auf den ersten Blick wie gewöhnliches Papier aussieht.

Inzwischen gibt es aber auch farbentwicklerfreie Thermopapiere. Bei ihnen wird die Schrift auf andere Weise sichtbar gemacht. Das Umweltbundesamt bewertet diese Variante besonders positiv. Solche Papiere können grundsätzlich über das Altpapier entsorgt werden.

Laut Umweltbundesamt sehen diese umweltfreundlichen Zettel insgesamt dunkler aus und lassen sich dadurch von herkömmlichen Thermopapieren unterscheiden. Wer allerdings keinen entsprechenden Hinweis oder das Umweltzeichen - etwa „Blauer Engel“ - erkennt, sollte den Bon sicherheitshalber im Restmüll entsorgen.

Und was ist mit alten Kassenbons?

Wer noch alte Kassenzettel in einer Schublade, einem Ordner oder auf dem Dachboden findet, sollte sie ebenfalls nicht einfach zum Altpapier geben. Denn bei älteren Thermobons lässt sich nicht mehr ohne Weiteres feststellen, welche Beschichtung verwendet wurde. Insbesondere vor dem Verbot von BPA wurden entsprechende Thermopapiere häufig eingesetzt. Für die Entsorgung gilt deshalb auch hier: Lieber in den Restmüll als ins Altpapier.

Wer Papiermüll vermeiden möchte, kann außerdem auf einen digitalen Kassenbon setzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt die elektronische Belegausgabe nach Möglichkeit als umweltschonende Alternative.

Du willst ab sofort keine wichtigen Tipps und Tricks mehr verpassen - ganz egal, ob Beruf- oder Privatleben, in Sachen Reisen, Urlaub, Garten, Auto, Einkaufen, Rückrufaktionen, Finanzen, Technik, Betrug, Lebensmittel oder Gesundheit? Dann solltest du dich direkt bei unserem kostenlosen WhatsApp-Kanal anmelden. Klicke hier, wenn du auch auf deinem Smartphone immer bequem und top informiert bleiben willst.

Seit der Einführung der Belegausgabepflicht im Jahr 2020 muss ein Beleg zwar grundsätzlich bereitgestellt werden. Dieser kann aber auch elektronisch zur Verfügung gestellt werden, wenn die Kundin oder der Kunde zustimmt. Ob per E-Mail, App, QR-Code oder über ein Kundenkonto: Wer den digitalen Bon nutzt, kann sich den Papierstreifen sparen.

Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

  • Weißer Kassenbon aus normalem Thermopapier: Restmüll.
  • Alter Kassenbon: Restmüll.
  • Thermopapier mit problematischen Farbentwicklern: Restmüll.
  • Nachweislich farbentwicklerfreies Thermopapier, etwa mit entsprechender Umweltkennzeichnung: Altpapier möglich.
  • Digitaler Kassenbon: Am besten – dabei fällt der Papierbon komplett weg.

Wer beim nächsten Einkauf den Kassenzettel bekommt und nicht sicher weiß, ob es sich um ein farbentwicklerfreies Thermopapier handelt, sollte den Kassenbon im Restmüll entsorgen.