Nürnberg - Die Baustelle ist noch da, die Zufahrt wieder dicht: In Nürnberg-Schoppershof müssen Anwohner Umwege fahren. Warum die Stadt eine funktionierende Alternative erneut gesperrt hat und wann die Baustelle fertig sein soll.

Seit Monaten wird an der Äußeren Bayreuther Straße und rund um den Berliner Platz in Nürnberg gebaut. Für die Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich Adamstraße und Rennweg bedeutet das: Wer aus Richtung Norden mit dem Auto nach Hause will, muss Umwege fahren. Eine zwischenzeitlich geöffnete Verbindung am Olof-Palme-Platz ist inzwischen wieder gesperrt.

Das sorgt bei einer Anwohnerin, die sich an unsere Redaktion gewandt hat, für Unverständnis. Denn die Großbaustelle, wegen der die zusätzliche Zufahrt überhaupt geöffnet worden war, besteht weiterhin. Die Stadt nennt nun die Gründe für die erneute Sperrung – und einen Termin, ab wann die reguläre Zufahrt wieder möglich sein soll.

Baustelle in Nürnberg-Schoppershof: Warum die Zufahrt überhaupt geöffnet wurde

Die Situation ist etwas kompliziert: Rund um die Äußere Bayreuther Straße gab und gibt es mehrere Baustellen gleichzeitig. Unter anderem waren die Deumentenstraße, die Martin-Richter-Straße und die Ludwig-Feuerbach-Straße zeitweise nicht durchgängig befahrbar.

Mit der Großbaustelle in der Bayreuther Straße führte dies für die Anwohnerinnen und Anwohner zu zusätzlichen Umwegen und das Wohngebiet Schoppershof war nur umständlich erreichbar.

Deshalb entfernte der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) vorübergehend die Poller am Olof-Palme-Platz, wie eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage mitteilt. Autos konnten dadurch vom Bereich des Rings beziehungsweise aus Richtung Norden über den Olof-Palme-Platz in Richtung Adamstraße und Rennweg fahren.

Diese Lösung war allerdings von Anfang an nur als „vorübergehende Baustellenregelung“ während „dieser besonderen Situation“ mehrerer Baustellen gleichzeitig gedacht.

Nach Angaben der Stadt wurde die Verbindung mit der Zeit allerdings auch von immer mehr Autofahrern genutzt, die die Baustelle an der Bayreuther Straße umfahren wollten. Aus Sicht der Stadt entstand dadurch zusätzlicher Durchgangs- und Schleichverkehr in den Wohnstraßen.

Nach Zwischenlösung: Deshalb stehen die Poller jetzt wieder

Mit dem Ende der Sommerferien und dem Beginn des neuen Schuljahres habe die Verkehrsbehörde die Situation neu bewertet, erklärt die Sprecherin.

Mehrere Baustellen im Umfeld – unter anderem in der Deumentenstraße, der Martin-Richter-Straße und der Ludwig-Feuerbach-Straße – seien inzwischen beendet. Die Erreichbarkeit des Quartiers habe sich dadurch verbessert.

Die Sprecherin nennt deshalb vor allem zwei Gründe für die erneute Sperrung: Verkehrssicherheit und der Schutz der angrenzenden Wohnstraßen vor zusätzlichem Durchgangsverkehr. Vor allem wegen der Schülerinnen und Schüler, die jetzt wieder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs seien, habe die Sicherheit ein „besonders hohes Gewicht“.

Auch Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern seien in die Entscheidung eingeflossen. SÖR habe Rückmeldungen über das Servicetelefon und andere städtische Kommunikationskanäle erhalten, unter anderem zum zusätzlichen Durchgangs- und Schleichverkehr.

Für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner bleibt damit zunächst ein Problem bestehen: Die alternative Verbindung ist wieder geschlossen, während die reguläre Zufahrt aus Richtung Norden noch nicht vollständig zur Verfügung steht.

Die Stadt verweist allerdings darauf, dass sich die Situation in den kommenden Wochen ändern soll. Bis Ende Oktober sollen die Asphalt-Arbeiten am östlichen Berliner Platz sowie an den Übergängen zur Deumentenstraße und zur Fenitzerstraße abgeschlossen sein.

Der entscheidende Termin folgt im November: Am 16. November 2026 sollen die stationären Ampelanlagen an der Bayreuther Straße wieder in Betrieb genommen werden. Damit sollen auch die regulären Abbiegemöglichkeiten von der Bayreuther Straße wieder zur Verfügung stehen.

Die Erreichbarkeit des Wohnquartiers aus Richtung Norden soll sich dadurch deutlich verbessern.

Was passiert mit der Großbaustelle? Stadt Nürnberg nennt Zeitplan

Auch die übrigen Arbeiten an der Bayreuther Straße sollen dann weitgehend abgeschlossen sein. Nach aktuellem Zeitplan sollen ab 16. November wieder alle Fahrspuren zwischen Berliner Platz und Rathenauplatz für den Verkehr freigegeben werden.

Ganz fertig ist das Projekt damit allerdings noch nicht: Der letzte Abschnitt unmittelbar am Rathenauplatz soll erst 2027 abgeschlossen werden. Dort hängt der weitere Baufortschritt unter anderem vom Bau des Evangelischen Bildungscampus ab.

Ebenfalls ab Mitte November ist nach Angaben der Stadt ein Probefahrbetrieb der Straßenbahn vorgesehen. Anschließend soll die Straßenbahn wieder regulär bis zur Wendeschleife am Berliner Platz fahren.

Für Radfahrer bleibt die Verbindung über den Olof-Palme-Platz übrigens offen. Der Rennweg ist dort als Fahrradstraße ausgewiesen. Die Poller sind so angeordnet, dass Fahrräder passieren können. Für Feuerwehrfahrzeuge kann die Sperre geöffnet werden.