
Der Herbst bringt nicht nur fallende Blätter und kürzere Tage. Auch einige Wanzenarten machen sich jetzt auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärt, suchen Tiere wie die Grüne Stinkwanze oder die Amerikanische Kiefernwanze bei sinkenden Temperaturen geschützte Plätze auf. Dazu können auch Häuser, Wohnungen, Schuppen und Dachböden gehören.
Der Grund ist denkbar einfach: Die Tiere wollen den Winter überstehen. Auf sonnenbeschienenen Hauswänden können sie zunächst Wärme tanken, bevor sie sich einen geschützten Platz suchen. Die Amerikanische Kiefernwanze etwa zieht sich im späteren Herbst in Winterquartiere zurück. Der NABU beschreibt, dass die Tiere dabei auch in Wohnungen gelangen können.
Auch die Tierschutzorganisation PETA weist darauf hin, dass gerade im Herbst viele Menschen Wanzen in ihren Häusern entdecken. Die Tiere suchen trockene und warme Plätze auf – etwa in der Nähe von Lampen, Heizungen oder elektrischen Geräten.
Dabei handelt es sich nicht um ein Zeichen für ein Problem im Haus. In Deutschland gibt es laut NABU rund 900 Wanzenarten. Laut PETA sorgt vor allem auch der Klimawandel dafür, dass die Zahl der Arten weiter ansteigt. Denn die steigenden Temperaturen machen mehr Regionen für die Wanzen bewohnbar.
Die unterschiedlichen Wanzenarten unterscheiden sich stark in Aussehen und Lebensweise. Wanzen sind zudem keine Käfer, sondern bilden eine eigene Ordnung innerhalb der Insekten.
Besonders häufig findet man im Herbst vier Wanzenarten in Haus oder Wohnung: die Birkenwanze, die Lindenwanze, die Amerikanische Kiefernsamenwanze und die Grüne beziehungsweise Graue Baumwanze.
Mehr Wanzen im Herbst, aber keine „Invasion“
Auffällig sind im Herbst außerdem die sogenannten Stinkwanzen. Der Name kommt nicht von ungefähr: Einige Arten können bei Gefahr ein unangenehm riechendes Sekret absondern. Der NABU betont allerdings, dass die Grüne Stinkwanze für Menschen harmlos ist und keine Schäden anrichtet.
Auch die Amerikanische Kiefernwanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt und sich inzwischen in Deutschland verbreitet hat, ist für Menschen ungefährlich. Sie sticht und beißt nicht.
Wer eine Wanze entdeckt, muss nicht gleich zum Insektenspray greifen. PETA empfiehlt, die Tiere vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Papier einzufangen und nach draußen zu bringen. Von Pestiziden rät die Organisation ab.
Allerdings sollte man die Tiere nicht unbedingt direkt in die kalte Witterung setzen. Laut PETA kann die warme und trockene Heizungsluft den Wanzen schaden. Als Alternative nennt die Organisation einen kühlen, feuchten Keller oder einen Schuppen. Auch der NABU empfiehlt, Tiere aus beheizten Räumen nach draußen oder in einen geeigneten Schuppen zu setzen.
Wer Wanzen möglichst gar nicht erst in der Wohnung haben möchte, kann laut PETA vor allem an Fenstern und Türen ansetzen. Fliegengitter erschweren den Tieren den Zugang. Außerdem werden viele Wanzen von Licht und Wärme angezogen – bei geöffneten Fenstern kann es deshalb helfen, das Licht im Raum auszuschalten.
Dass im Herbst plötzlich mehrere Wanzen an einer Hauswand oder in der Wohnung auftauchen, kann irritierend wirken. Eine regelrechte „Invasion“ ist daraus aber nicht automatisch abzuleiten. Der NABU beschreibt etwa bei der Amerikanischen Kiefernwanze, dass größere Ansammlungen im Herbst vorkommen können, wenn die Tiere geeignete Winterquartiere suchen.


