München/Nürnberg - Dass die Preise auf dem Oktoberfest verrückt spielen, ist bekannt. 1850 Euro für eine einzige Speise scheinen allerdings selbst für Wiesn-Verhältnisse surreal - sie sind es aber nicht unbedingt.

Wer dem Oktoberfest einen Besuch abstattet, sollte besser einen prall gefüllten Geldbeutel mitbringen. Die Maß kostet 2026 durchschnittlich 15,61 Euro, das halbe Wiesn-Hendl liegt heuer oftmals zwischen 17 und 18 Euro. Teuer, keine Frage, doch diese Preise sind nur ein Bruchteil dessen, was für die kostspieligste aller Speisen fällig wird. Schwindelerregende 1850 Euro müssen Volksfestgäste für ein bestimmtes Gericht auf der Speisekarte von Käfers Wiesnschänke hinlegen.

Bei der hochpreisigen Kost handelt es sich um alles andere als einen Klassiker. Stattdessen kommt eine 500 Gramm Kaviardose auf den Tisch. Serviert wird das Festmahl obendrauf mit kleinen Blinis, Kartoffelschnee und Andechser Sauerrahm. Mit 1850 Euro zählt der Kaviar zweifellos zu den teuersten Speisen, die auf der diesjährigen Wiesn angeboten werden. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen, das beispiellose Luxusgefühl aber nachempfinden möchte, kann kleinere Portionen wählen. 250 Gramm liegen bei 875 Euro, für 59,50 Euro gibt es immerhin 15 Gramm auf den Teller.

Auch die übrigen Gerichte in Käfers Wiesnschänke haben es in sich. Die Speisekarte enthält unter anderem ein Rinder-Karree für 410 Euro. Knapp 90 Euro zahlen Gäste für ein Kotelett vom Dry-Aged-Kalb, 179 Euro müssen die Feierlustigen für ein Thunfischsteak springen lassen. Da verwundert es nicht, dass sich das rustikale Holzblockhaus längst als Anlaufpunkt für alles mit Rang und Namen etabliert hat. Das Zelt, das Michael Käfer seit 1995 bewirtet, zählt zu einem der bekanntesten auf dem Oktoberfest. Neben der Münchner High Society verirren sich hierher mitunter sogar die Stars des FC Bayern. Für zahlungskräftiges Publikum scheint also gesorgt.