Nürnberg - In zahlreichen Nürnberger Stadtteilen werden ab sofort die Altkleider-Container abgebaut. Neben sinkenden Erlösen sorgen Müllprobleme und Vandalismus für den Rückzug.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) reduziert die Zahl seiner Altkleidersammelbehälter im Nürnberger Stadtgebiet deutlich und hat bereits mit dem Abbau begonnen. Laut Angaben des BRK ist der Betrieb an vielen Standorten nicht mehr wirtschaftlich. Als Hauptgründe nennt die Organisation stark gesunkene Erlöse auf dem Alttextilmarkt, gestiegene Betriebskosten für die Anfahrten und eine kontinuierlich sinkende Stoffqualität.

Müllprobleme und Kampf gegen Müllsünder

Ein weiteres großes Problem sind Fehlwürfe und unerlaubter Unrat. In manchen Containern liegt der Anteil an Abfällen mittlerweile bei bis zu 20 Prozent. Zudem verschlechtert illegal abgeladener Müll neben den Behältern das Stadtbild und verursacht hohe Reinigungskosten. In der Nürnberger Südstadt ist diese Entwicklung schon länger zu beobachten: Dort wurden in der Vergangenheit immer wieder komplette Hausratsentsorgungen festgestellt.

Die Stadt Nürnberg geht deshalb vermehrt gegen illegale Ablagerungen vor und droht Müllsündern mit Bußgeldern von bis zu 2000 Euro. Um dem Problem weiter Herr zu werden, setzt die Stadt zudem auf moderne Methoden: Mit einem Pilotprojekt zur Videoüberwachung sollten illegale Müllentsorger gezielt abgeschreckt werden.

Ausgewählte Standorte fallen weg

Durch die Streichung des BRK fallen nun zahlreiche Containerstandorte in den Außenbezirken weg. Betroffen sind unter anderem Almoshof, Boxdorf, Fischbach, Gebersdorf, Großgründlach, Hohe Marter, Maiach, Neunhof und Werderau.

Wer weiterhin Kleidung abgeben möchte, kann auf die städtischen Entsorgungsstellen ausweichen. Abgaben sind weiterhin an den Wertstoffhöfen West, Boxdorf und Fischbach sowie an der Gartenabfallsammelstelle in der Willstätter Straße möglich. Gut erhaltene Kleidung wird dort separat angenommen, während unbrauchbare Textilien im Sperrmüll entsorgt werden können.