Nürnberg - The Legend of Zelda: Ocarina of Time für Switch 2 scheint hinsichtlich Grafik das bisher ambitionierteste Nintendo-Projekt aller Zeiten zu sein, doch es bleibt nicht ohne Makel.

Wer als Kind The Legend of Zelda: Ocarina of Time auf dem Nintendo 64 gespielt hat, weiß wahrscheinlich noch genau, wie damals schon die Kinnladen beim Anblick der seinerzeit umwerfenden Grafik runterklappten. Fast 30 Jahre später kehrt der Klassiker als stark erneuertes Remake für die Switch 2 zurück, und schon der erste offizielle Trailer hat für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt. Nintendo-Fans stritten sich über den neuen, puppenartigen Look der Figuren, doch vor allem ein technisches Detail sorgte für Kopfkratzen bei aufmerksamen Beobachtern. Denn irgendetwas an der grafischen Basis des Spiels schien nicht ganz zu dem zu passen, was man von Nintendo eigentlich erwartet hätte.

Die bekannten Technik-Experten von Digital Foundry haben den Trailer von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für Switch 2 jetzt genauer unter die Lupe genommen und liefern die Auflösung: Anders als viele vermutet hatten, setzt das Zelda-Remake gar nicht auf die weitverbreitete Unreal Engine 5. Stattdessen kommt offenbar eine komplett eigene Engine von Nintendo zum Einsatz, inklusive eines selbst entwickelten Upscalers. Für ein Nintendo-Spiel ist das eine ziemlich ungewöhnliche und aufwendige Entscheidung, die zeigt, wie viel Ambition hinter dem Switch-2-Projekt steckt. Ob sich der Aufwand am Ende auch technisch auszahlt, verraten die weiteren Details.


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Grafik-Hammer für Switch 2: So gut sieht Zelda Ocarina of Time wirklich auf der Nintendo-Konsole aus

Laut der Analyse zielt das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time im TV-Modus der Switch 2 auf stabile 60 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von bis zu 1440p. Allerdings dürfte sich das kaum auf das eigentliche Gameplay beziehen, denn während der Spielszenen im Trailer konnte Digital Foundry durchgehend „nur“ 1080p oder sogar niedrigere, dynamische Auflösungen feststellen. Die volle 1440p-Auflösung scheint stattdessen den Menüs vorbehalten zu bleiben. Damit bewegt sich das Zelda-Remake technisch in einem für Switch-2-Verhältnisse ambitionierten, aber realistischen Rahmen. Ganz ohne Schönheitsfehler bleibt die beeindruckende Grafik nicht.

Denn ausgerechnet der hauseigene Upscaler sorgt offenbar für Probleme bei The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Statt wie erwartet die Bildschärfe zu verbessern, überschärft die Nintendo-eigene Lösung das Bild in manchen Szenen zu stark, was zu deutlich sichtbarem Flimmern bei feinen Details führt. Besonders betroffen sind laut Digital Foundry die offenen Areale des Spiels, in denen etwa Vegetation und Laub immer wieder unruhig wirken. Eine klassische DLSS-Implementierung, wie sie die Switch 2 grundsätzlich unterstützt, hätte dieses Problem womöglich entschärft.

Wer hinter der ungewöhnlichen Engine-Entscheidung steckt, ist bislang übrigens nicht offiziell bestätigt. Unter Nintendo-Fans kursiert die Vermutung, dass Monolith Soft beim Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für Switch 2 beteiligt sein könnte. Das Studio hat schließlich schon bei mehreren früheren Zelda-Spielen technisch mitgeholfen. Bewiesen ist das aber nicht, und Digital Foundry weist selbst darauf hin, dass die komplette Einschätzung bislang nur auf Trailer-Material basiert, nicht auf einer selbst gespielten Fassung.

Zusätzliches Nintendo-Feature soll für flüssigeres Switch-2-Bild bei Zelda Ocarina of Time sorgen

Für zusätzlichen Rückenwind könnte derweil ein ganz frisches Feature der Switch 2 sorgen. Erst kürzlich hat Nintendo per Firmware-Update den TV-Modus der Konsole um VRR-Unterstützung erweitert, welche Ruckler kaschiert und Bildrisse verhindert. The Legend of Zelda: Ocarina of Time gilt inzwischen als erstes vollwertiges Spiel, das diese Technik nutzen soll. Bislang lief VRR nämlich nur in einer Tech-Demo der Welcome Tour. Ob Nintendo damit lediglich die wenigen Ruckler im Spiel ausgleicht oder sogar höhere Bildraten jenseits der 60 fps ermöglicht, ist noch offen. Genauso unklar bleibt bislang, wie sich das Zelda-Remake im mobilen Handheld-Modus der Switch 2 schlägt, denn dazu gibt es bisher keine belastbaren Daten. Am 5. November 2026 erscheint Ocarina of Time für die Nintendo-Konsole. Dann zeigt sich, ob der grafische Aufwand von Nintendo tatsächlich für das bisher schönste Spiel gereicht hat.