
„Never change a winning team.“ Dieses Credo scheint Cheftrainer Miroslav Klose derzeit zu befolgen. Denn: Der 1. FC Nürnberg begann alle fünf Ligaspiele bislang mit der nahezu identischen Startelf. Die einzige Ausnahme: Beim 4:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld musste Kristian Mandic den verletzten Fynn Otto ersetzen. Ansonsten vertraute Klose seiner inzwischen eingespielten Stammelf.
Der Erfolg gibt ihm recht: Mit 13 Punkten erwischte der 1. FC Nürnberg den vereinshistorisch besten Saisonstart dieses Jahrtausends. „So, wie die Mannschaft gerade spielt, gibt es keinen Anlass“, äußerte sich der Cheftrainer auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC über mögliche Änderungen in der Startelf und begründete: „Die Spieler passen gerade zusammen und machen viele Sachen richtig gut.“
Zugleich weiß Klose um die große Qualität der Spieler auf der Bank. William Böving, Rayan Ghrieb und Co. „lassen sich im Training nicht hängen“, sondern setzten zuletzt ein Ausrufezeichen: Im Training besiegte die vermeintliche B-Elf die derzeitige Stammelf – das schaffte kein anderes Team in der laufenden Zweitliga-Saison.
Trotz des Ergebnisses im Trainingsspiel ist auch gegen Karlsruhe nicht von einer veränderten Startelf auszugehen, wenngleich Cheftrainer Klose um eine Option reicher wird: Giannis Masouras ist am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen und ein Kaderkandidat für Samstag. Er ist ein „sehr erfahrener Spieler, daher kann es durchaus sein, dass wir ihn brauchen“, erklärte der Coach.
Tatsächlich stellt Karlsruhe ein besonderes Pflaster dar – nicht nur, weil Klose sein erstes Pflichtspiel als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg einst im Wildpark bestritt, sondern weil der 48-Jährige noch keinen Auswärtssieg gegen die Badener feiern konnte. In den vergangenen beiden Partien setzte es trotz ordentlicher Leistungen zwei knappe Niederlagen. „Wir wissen, wie die letzten Jahre dort waren, dass wir immer gute Spiele gemacht haben, aber keine Punkte mitgenommen haben, dann habe ich es diesmal lieber umgekehrt“, sagte Klose.
Vor dem erneuten Aufeinandertreffen stehen die Vorzeichen anders als in den Vorjahren: Der Karlsruher SC wartet seit vier Spieltagen auf einen Sieg, zeigte sich insbesondere defensiv anfällig und könnte personelle oder strukturelle Änderungen im Defensivverbund vornehmen. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, gab Klose daher zu Protokoll und verwies darauf, sich umso mehr auf die eigene Leistung fokussieren zu müssen: „Wir sind absolut in der Lage, dort drei Punkte mitzunehmen, aber es wird ganz wichtig sein, dass wir unsere Leistung auf den Platz bringen, als Mannschaft geschlossen stehen und dass jeder liefert. Wir brauchen jeden.“
Dazu zählen auch die Fans, von denen 3.500 Nürnberger nach Karlsruhe fahren werden. Klose lobte die „Harmonie zwischen Mannschaft und Fans, das passt einfach“ und weiß um die Unterstützung der Fans auch in den schwierigeren Phasen seiner Amtszeit: „Wir brauchen die Fans in guten und in schwierigen Zeiten, sie waren immer für uns da.“ Dieser Zusammenhalt im Verein und im Umfeld sei „absolut meine Handschrift, das geht nur zusammen“. Abermals betonte der 48-Jährige, wie wohl er sich am Valznerweiher fühle: „Ich hatte das Gefühl, dass ich hier wie Arsch auf Eimer passe. Das Gefühl hat sich verstärkt, das ist einfach schön zu sehen.“
Schön zu sehen ist auch die Entwicklung von Mohammed Ali Zoma, der fünf Treffer in den ersten fünf Spielen verbuchte und – das geht aus Medienberichten hervor – auch für die italienische A-Nationalmannschaft berufen werden könnte. „Wir warten darauf, es würde uns alle absolut freuen, weil er es sich verdient hat“, erklärte Klose. Es wäre eine Besonderheit, wenn ein Spieler aus der 2. Bundesliga für die Squadra Azzurra nominiert würde. Selbst, wenn der 22-Jährige bei der anstehenden Länderspielpause (noch) nicht dabei sein sollte, ist sich sein Vereinstrainer sicher, dass es „nur eine Frage der Zeit“ sei und betont: „Es liegt in seiner Hand und an seiner Leistung. Wenn er diesmal nicht dabei ist, wird es nächstes Mal so sein.“


