
Der Profifußball ist ein Haifischbecken. Rufen Mannschaften nicht das Potenzial ab, das man innerhalb eines Vereins erwartet hat, trifft die Konsequenz in erster Linie meist nicht die Kaderplaner oder Spieler selbst. Oft trifft es den Posten, der am unkompliziertesten auszutauschen ist; und das ist in der Regel der Cheftrainer. Nur wenige Tage nach der Pleite in Nürnberg hat Hannover 96 die Trennung von Trainer Christian Titz bekanntgegeben. Damit ist er bereits der fünfte Zweitliga-Coach, der nach einer Niederlage gegen den Club seinen Job verliert, seit Miroslav Klose an der Seitenlinie steht.
Den Anfang der sonderbaren Serie machte im Oktober 2024 Alexander Zorniger. Sein Kleeblatt verlor das Frankenderby gegen den FCN mit 0:4 – wenig später musste Zorniger gehen. Nur eine Woche später erwischte es Joe Enochs, nachdem er mit Jahn Regensburg im Max-Morlock-Stadion in einem historischen 3:8 unter die Räder geraten war. Im Mai 2025 folgte Daniel Scherning. Ein 1:4 der Eintracht aus Braunschweig gegen den „Ruhmreichen“ besiegelte sein Trainer-Schicksal. In der letzten Saison musste dann Daniel Thioune im Oktober nach einem 2:3 gegen den FCN seinen Posten bei Fortuna Düsseldorf räumen - ironischerweise gerade in einer Phase, in der Klose selbst angezählt war.
Sie alle mussten nach einer Niederlage gegen den FCN ihren Posten räumen. Doch natürlich war nicht Klose allein der Auslöser. Jeder der genannten Clubs steckte in einer Ergebniskrise, die Entlassung markierte meist die gängige Reaktion innerhalb des Systems auf eine weitere Spitze in einer Negativ-Spirale. Kein gutes Omen dürfte die Tietz-Entlassung auch für den Trainer des nächsten FCN-Gegners darstellen. Am Samstag gastiert der Club beim kriselnden Karlsruher SC. Die deutliche 0:3‑Heimniederlage gegen Aufsteiger Energie Cottbus stärkt dem im Sommer neu installierten Cheftrainer Maximilian Senft nicht wirklich den Rücken. Das fünfte Ligaspiel in Folge ohne Sieg könnte eines zu viel sein - und die Klose-Reihe um einen weiteren Namen erweitern.
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