Nürnberg - Nürnberg hat mehr Café-Perlen als viele denken – sie verstecken sich nur. Hinter alten Mauern, in Museumsinnenhöfen, stillen Seitengassen. Wir haben 11 verborgene Geheimtipps für dich - eine Auswahl.

Café Mauerblümchen: Kaffee trinken, wo früher Männer aufs Klo gingen

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<p>Neues Café mit süßem Namen an der Frauentormauer in Nürnberg: das <em>Mauerblümchen</em>.</p> © Wild Marketeers/Axel Eber

An der Frauentormauer 11, zwischen Skulpturengarten und Sterntor-Parkhaus, ist im September 2025 ein kleines Café in ein ehemaliges Pissoir in der historischen Stadtmauer eingezogen - mit dem Namen Mauerblümchen. Wer es nicht kennt, läuft schlicht dran vorbei – und das ist fast schon sein größter Charme. Betreiber Trutz von Rochow setzt auf bewusste Reduktion: kein überladener Kuchentresen, dafür Qualitätskaffee, Kastenkuchen auf Anfrage und eine Atmosphäre, die leicht und offen wirkt. Eine Ecke, die lange vergessen war – und jetzt aufblüht. Wortwörtlich.

Wo? Wann? Frauentormauer 11, Dienstag bis Freitag 9 bis 15 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr (Frühstücksbuffet)

Klara: Ein Café in einer Zeile voller Nachtbetrieb

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<p>Schmuckvoller Eingang: Das Klara ist neu in der Klaragasse Nürnberg.</p> © Andrea Munkert

Erst seit Kurzen ist dieses versteckte Café in Betrieb. Das Klara in der Klaragasse 26 hat durch seine Lage in einer Seitenstraße, die eher für Nachtleben bekannt ist, und den idyllischen Innenhof definitiv den charmanten Charakter eines versteckten Cafés. Tagsüber ein entspannter Anlaufpunkt mit Kaffee und kreativem Angebot, abends Teil des Nürnberger Kiez-Lebens, das sich rund um die Klaragasse entwickelt hat. Von Kaffee bis Aperitif - damit wirst du hier versorgt.

Wo? Wann? Klaragasse 26, Dienstag bis Donnerstag 8.30 Ur bis 22 Uhr, freitags von 8.30 Uhr bis 1 Uhr sowie samstags von 10 Uhr bis 1 Uhr (an den restlichen Tagen wird das Café für private Veranstaltungen vermietet)

Zeitungs-Café Hermann Kesten: Der stille Innenhof mitten in der Stadtbibliothek

Blick in das renovierte und sanierte Zeitungs-Café
<p>Blick in das renovierte und sanierte Zeitungs-Café Hermann Kesten. An einigen Stellen im Café sind nun Zitate des Schriftstellers und Ehrenbürgers Hermann Kesten zu finden.</p> © Eva Deeg

Wer hätte gedacht, dass sich in der Stadtbibliothek am Gewerbemuseumsplatz eines der schönsten Café-Plätzchen Nürnbergs versteckt? Das Zeitungs-Café Hermann Kesten liegt auf Ebene K1 – und wer einmal den Weg ins Café und in den kleinen historischen Innenhof mit Maßwerk gefunden hat, möchte so schnell nicht mehr gehen. Kaffee, Kuchen, historische Kulisse und günstige Preise: Auf Tripadvisor wird es mit 4,6 von 5 Punkten bewertet.

Wo? Wann? Gewerbemuseumsplatz 4, Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 16 Uhr

Café Frischling: Der Innenhof des Spielzeugmuseums – ein Sommermärchen

Nur von Mai bis Oktober geöffnet, dafür umso mehr ein Geheimtipp: Das Café Frischling versteckt sich im lauschigen Innenhof des Spielzeugmuseums in der Altstadt, umgeben von der historischen Nürnberger Dockengalerie. Selbstgebackener Kuchen, kühle Getränke, kaum Touristentrubel – hier tickt die Zeit einfach etwas langsamer. Wer den Innenhof noch nicht kennt, fragt am besten direkt an der Museumskasse nach dem Durchgang. Übrigens: In der (Vor)Weihnachtszeit wird aus dem Frischling das Glühschwein, hier gibt es dann neben Glühweinsorten auch herzhafte Snacks.

Wo? Wann? Spielzeugmuseum Nürnberg, Karlstraße 13 bis 15 | von Mai bis Oktober, Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr

Café Jamnitzer: Romantischer Innenhof hinter einem urigen Flur

Unweit der Kaiserburg, mitten in der Nürnberger Altstadt, liegt das Café Jamnitzer – und es lässt sich bewusst nicht so leicht finden. Der Zugang zum romantischen Innenhof führt durch einen alten, unscheinbaren Flur. Wer drin ist, vergisst kurz, dass draußen eine der meistbesuchten Touristenmeilen Frankens entlangführt. Neben Kaffee und Kuchen gibt es hier regelmäßig Events: Poetry-Slams und kostenlose Livemusik inklusive.

Wo? Wann? Albrecht-Dürer-Straße 17, Dienstag bis Samstag, von 12 Uhr bis 18 Uhr

Oi.: Versteckte Seitengasse, geheimer Backroom

Das Oi. an der Königstraße 39 liegt – trotz der zentralen Adresse – in einer kleinen Seitengasse, die man von der Königstraße aus kaum wahrnimmt. Tagsüber ein liebevolles Café mit australischem Kaffeeanspruch, hausgemachten Backwaren und San Sebastian Cheesecake. Abends verwandelt sich der sogenannte „Backroom“ in eine versteckte Bar mit Cocktails und Musikfokus. Betrieben wird das Ganze von einem Mutter-Tochter-Duo, das für jeden Gast kurz Zeit hat – was in der Gastro keine Selbstverständlichkeit ist.

Wo? Wann? Königstraße 39 (Seitengasse), Dienstag bis Donnerstag von 10 Uhr bis 18 Uhr sowie sonntags auch, Freitag und Samstag von 10 Uhr bis 0 Uhr

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Café Maulbeere: Kaffee trinken, wo einst Luther speiste

Der Sebalder Pfarrhof am Albrecht-Dürer-Platz 1 gehört zu den ältesten Gebäuden Nürnbergs – und nur wenige wissen, dass sich darin ein Café versteckt. Martin Luther soll im Oktober 1518, während seines Aufenthalts in Nürnberg, im Sebalder Pfarrhof zu Gast gewesen sein und dort gespeist haben. Nach jahrelanger, denkmalgerechter Sanierung für rund fünf Millionen Euro öffnete die Kirchengemeinde St. Sebald den Pfarrhof für alle: Einheimische, Touristen, Gemeindemitglieder. Das Ergebnis ist das Café Maulbeere – mit hausgemachtem Käsekuchen, Kaffeespezialitäten und einem Ambiente, das Jahrhunderte atmet. Man trägt seinen Kaffee selbst über den Hof, sucht sich einen Platz im alten Pfarrhaus – und taucht kurz aus der Gegenwart ab. 4,5 von 5 Sternen, beste Lebkuchen der Stadt inklusive.

Wo? Wann? Albrecht-Dürer-Platz 1 (Sebalder Pfarrhof), Mittwoch bis Samstag von 9 Uhr bis 18 Uhr

Café frau elster: Das Wohnzimmer der Südstadt

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<p>Im <em>Café frau elster</em> in der Nürnberger Südstadt soll Wohnzimmer-Atmosphäre angesagt sein.</p> © Frau Elster

Seit 2019 ist das frau elster in der Schwanhardtstraße 46 so etwas wie das gute Gewissen der Nürnberger Südstadt: klein, herzlich, vegan-freundlich und so eingerichtet, als wäre man zu Besuch bei Freunden. Ein Architekt baute die Räume selbst um, zimmerte Möbel, schuf Wohnzimmeratmosphäre – und erschuf damit einen Ort, der weit über das Viertel hinaus Menschen anzieht. Spezialitätenkaffee, hausgemachte Kuchen (wie veganer Bienenstich), Flammkuchen und gelegentlich Wohnzimmerkonzerte. Der Eingang liegt übrigens um die Ecke. Natürlich.

Wo? Wann? Schwanhardtstraße 46, Nürnberg-Südstadt, Dienstag bis Freitag von 12 Uhr bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 Uhr bis 20 Uhr

Ein Stück vom Glück: Kleine Genuss-Oase im Nürbanum

Mitten im Nürbanum an der Allersberger Straße 185 versteckt sich ein kleines Tagescafé, das viele Nürnbergerinnen und Nürnberger vermutlich erst auf den zweiten Blick entdecken. Das Ein Stück vom Glück liegt in einem Backsteinhaus und öffnet sich zu einer kleinen grünen Oase im Innenhof. Auf der Karte stehen Frühstück, Espresso, selbstgebackener Kuchen, Salate, Suppen, Panini und täglich wechselnde Mittagsgerichte. Ein unaufgeregter Ort zum Durchatmen – besonders für alle, die dem Innenstadttrubel kurz entkommen wollen.

Wo? Wann? Allersberger Straße 185 (Nürbanum), Dienstag bis Donnerstag von 9.30 Uhr bis 15 Uhr

Café El Gaucho: Geheimtipp mit argentinischem Flair

Café El Gaucho
<p>Südamerikanische (Deko-) Elemente finden sich einige im <em>Café El Gaucho</em> in Nürnberg.</p> © Jannik Westerweller

Das Café El Gaucho liegt in der Albrecht-Dürer-Straße und ist in einem ruhigen Innenhof untergebracht, weswegen man es getrost als verstecktes Café bezeichnen kann. Mit 25 Sitzplätzen gehört es zu den kleineren Cafés der Nürnberger Altstadt. Es wirkt dadurch eher wie ein kleiner Rückzugsort abseits des Trubels der Nürnberger Altstadt. Angeboten werden unter anderem Mate, Alfajores, Dulce-de-Leche-Kaffee, Horchata und argentinisch inspirierte hausgemachte Kuchen. Auch Getränke wie Quilmes-Bier und Fernandito stehen auf der Karte.

Wo? Wann? Albrecht-Dürer-Straße 12, Freitag und Samstag von 10 bis 20 Uhr sowie Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr

Café Arte: Versteckt inmitten eines Museums

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<p>Der Kleine Klosterhof im Germanischen Nationalmuseum wird im Sommer durch das <em>Café Arte</em> bespielt.</p> © Eduard Weigert/VNP

Das Café Arte ist eine der wohl geheimsten Oasen Nürnbergs, weil es ein optisches und akustisches Paradoxon bereithält: Obwohl es mitten in der geschäftigen Altstadt liegt, herrscht hier eine fast schon meditative Stille. Das Café ist von außen komplett unsichtbar. Es ist physisch tief im Komplex des Germanischen Nationalmuseums (GNM) verborgen. Wer die Straße entlanggeht, sieht nur die monumentale Museumsarchitektur, kein klassisches Café-Schild. Man muss die Eingangshalle des Museums betreten, benötigt aber kein Museumsticket, um ins Café zu gelangen. Im Sommer bewirtet das Arte einen Teil des historischen Kartäuserklosters: Man sitzt zwischen jahrhundertealten Klostermauern unter einer riesigen Trauerweide. Vom Lärm der Fußgängerzone trennen einen hier dicke Steinmauern und Welten. Serviert werden Mittagstisch, erstklassige Kuchen und Kaffeespezialitäten sowie besondere Events wie den traditionellen High Tea.

Wo? Wann? Kartäusergasse 1, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie mittwochs bis 20.30 Uhr