Nürnberg - Nürnberg hat viele Türen – und einige davon öffnen sich nur einmal im Jahr. Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026, lässt sich die Stadt von ihrer historischen Seite entdecken.

Hinter Mauern, Höfen und Fassaden warten Geschichten über Wege, Wasser, Handel und Wandel. Unter dem Motto „NETZwerke: Denkmale und Infrastruktur“ führen am Tag des offenen Denkmals bundesweit Fachleute durch sonst verborgene Schatzkistchen. Im Jahr 2026 ist Sonntag, 13. September, dafür vorgesehen.

In Nürnberg kannst du unter anderem durch die Nürnberger Stadtmauer laufen, den Pellerhof, den Unschlittplatz, den Kaufhof und die Kunstvilla von anderer Seite entdecken – und Einblicke in Orte gewinnen, die sonst nicht oder nur selten zugänglich sind.

Am diesjährigen Tag des offenen Denkmals zeigt sich Nürnberg als Stadt, deren Geschichte tief in ihren Häusern, Höfen und Versorgungswegen steckt. Die offizielle Eröffnung beginnt um 10 Uhr auf dem Unschlittplatz – eingerahmt vom Unschlitthaus, dem Dudelsackpfeiferbrunnen und den historischen Bürgerhäusern.

Der Tag des offenen Denkmals: Tipps für 2026 in Nürnberg

Danach geht es auf Entdeckungstour folgende Öffnungen preist die Stadt Nürnberg aktiv an: Halbstündliche Rundgänge führen durch das 1448 errichtete Fachwerkhaus in der Oberen Wörthstraße 19 oder im ehemaligen Kaufhof an der Königstraße öffnen sich um 11 und 14 Uhr Technikräume, leerstehende Etagen und Terrassen für ungewohnte Einblicke. Auch die Kunstvilla (Blumenstraße 17) öffnet von 10 Uhr bis 16 Uhr und öffnet das Auge nicht nur für die Sonderausstellung „Charakterköpfe – Colditz | Gerling | Güdü | Kim | Knaupp | Sampil | Vornberger“ (die Villa ist seit mehr als zehn Jahren ein Museum für regionale Kunst), sondern auch für seinen üppig gegliederten Neubarockbau von 1897. Um 16 Uhr spricht Kunst- und Architekturhistoriker Sebastian Gulden vor Ort über die spannende und bewegte Nutzung der Villa.

Doch es gibt noch mehr - spannend klingt auch der Besuch eines Hofanwesens in Nürnberg-Großreuth aus dem Jahr 1694 (Großreuther Straße 84). Dabei geht es auch um die Frage, wie man ein solch altes Denkmal richtig und vor allem denkmalgerecht für die Zukunft rüstet. Führungen mit je 45 Minuten Dauer beginnen um 11 Uhr, um 12 Uhr, um 13 Uhr sowie um 15 Uhr. Festes Schuhwerk wird für diesen Termin empfohlen. Barrierefreiheit liegt nicht vor.

Das Pilatushaus am Fuße der Burg (Obere Schmiedgasse 66) öffnet sich zwischen 10 und 16 Uhr. Zeitpunkte für Führungen sind hier nicht ausgegeben, eine Baustellenführung gibt es auf Anfrage. Allerdings sind die Einblicke so oder so interessant: 2022 haben die Altstadtfreunde Nürnberg e.V. die Erbpacht für dieses Fachwerkhaus von der Stadt übernommen, in dem früher auch Wohnungen vermietet wurden. Doch das alte Anwesen gilt als einsturzgefähredet, weswegen der Verein es in den kommenden Jahren grundlegend saniert, um es dann mit einer Gaststätte, einer Wohnung sowie Büros zu versehen.

Auch um das Pellerhaus, ein Musterbeispiel für die Vollendung eines Renaissance-Bürgerhauses, haben sich die Altstadtfreunde seit vielen Jahren gekümmert. Das Anwesen, das Martin Peller zwischen 1602 und 1605 errichten ließ, galt lange als eine der Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Nach seiner fast vollständigen Zerstörung 1945 wurde lediglich die Eingangshalle rekonstruiert, darüber entstand ein Neubau. Ab 2006 wurde den Altstadtfreunden die Rekonstruktion des Hofes gestattet, die mit Spenden finanziert wurde. Geöffnet ist hier von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Wenn Du eher Lust hast, den Tag mit einem Ausflug zu verbinden: Auch im gesamten nordbayerischen Raum öffnen sich Denkmäler, darunter in Bamberg, Berg, Bayreuth. Alle Teilnehmenden findest du auf der Webseite zum Tag des Offenen Denkmals - sogar mit Ortssuche und mit einer geografischen Karte, auf der Du die einzelnen Orte anklicken und mehr darüber erfahren kannst.

Unter dem aktuellen Motto „NetzWERKE – Denkmale und Infrastruktur“ wird so in diesem Jahr besonders sichtbar, wie eng Nürnbergs Baugeschichte mit Verkehr, Versorgung, Handel und dem gesellschaftlichen Leben verbunden ist – und wie das historische Erbe die Stadt bis heute prägt. Übrigens Verkehr und Verkehrsgeschichte: Rollende Denkmäler aus dem Öffentlichen Nahverkehr in Nürnberg gibt es auch während der großen Straßenbahnparade am Sonntag, 13. September, nahe des Volksfestplatzes.

Immer topaktuell informiert bleiben über die wichtigsten Themen aus der Region? Über unseren WhatsApp-Kanal erfährst du alle Neuigkeiten aus erster Hand.

Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung findest du hier.