
Wortwörtlich pfeilschnell soll der neue italienische Zug sein, der verschiedene europäische Metropolen miteinander verbinden soll. Der Schnellzug Frecciarossa, was auf Deutsch „roter Pfeil“ bedeutet, befindet sich allerdings noch in der Testphase.
Bevor er tatsächlich Fahrgäste transportieren darf, sitzen auf den bequemen und drehbaren Ledersesseln noch Sandsäcke. Denn der Zug des Unternehmens Trenitalia soll nicht nur schnell, sondern auch ein echtes Luxusgefährt werden. Sessel mit Fußstütze, kostenlose Getränke und Speisen und natürlich kein Umsteigen: So entspannt könnten Zugreisen sein. Wäre da nicht das allgemeine Problem mit Deutschlands Infrastruktur.
Probefahren zwischen Nürnberg und Ingolstadt
Schon auf den Probefahrten des neuen Zugs kam es in Bayern zu ersten Problemen. Zwischen Ingolstadt und Nürnberg hätten drei Probefahrten stattfinden sollen. Eine davon musste allerdings wegen eines Personenunfalls ausfallen. Zudem ist der Zug bereits mit Graffitis besprüht worden, und wegen einer Weichenstörung konnte der „rote Pfeil“ nicht in Ingolstadt, sondern erst ab Kinding starten.
Neben den verschiedenen Probefahrten in Deutschland wird der Zug auch in Österreich getestet. Jedes Land funktioniert ein bisschen anders, genauer gesagt die Signaltechnik und das Stromnetz. Außerdem brauchen Züge in verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Standards, wie zum Beispiel die in Deutschland benötigte Magnetschienenbremse. Wenn diese notwendigen Standards nachgerüstet sind, muss der Zug für Deutschland und Österreich noch einmal neu zugelassen werden. Insgesamt 300 Testtage braucht es daher laut Deutscher Bahn noch, bevor weitere Schritte in die Wege geleitet werden können.
Zugfahrplan für den roten Pfeil zwischen Bayern und Italien
Ist diese Testphase gemeistert und liegt die Genehmigung vor, soll der Zug ab Sommer 2027 endlich rollen und täglich Reisende von München nach Rom und Mailand transportieren – in Rekordzeit. Etwa 45 bis 75 Minuten, je nach Strecke, soll der neue Zug schneller sein als bisherige Verbindungen. Später sollen bis zu fünf Fahrten täglich angeboten werden, und im Dezember 2028 soll auch eine Verbindung von Berlin nach Neapel hinzukommen.
Was so eine Luxus-Bahnreise nach Bella Italia kosten soll, lässt sich noch nicht beziffern. Aber Reisende sollen zwischen drei verschiedenen Preiskategorien – erster, zweiter und dritter Klasse – wählen können und je nach Komfort-Bedarf auch mehr zahlen.