Nürnberg - Der „rote Pfeil“ nimmt Kurs auf Bayern: Schon bald sollen Hochgeschwindigkeitszüge direkt nach Italien fahren. Auch für Reisende aus Nürnberg könnte das spannend werden.

Einen Espresso in Mailand oder ein Gelato in Rom? Zumindest Zugreisende dürften ihr Ziel bald deutlich schneller als aktuell erreichen. Ein italienischer Hochgeschwindigkeitszug steht in den Startlöchern für Verbindungen nach Deutschland.

Konkret geht es um neue Direktverbindungen zwischen München und Italien. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, sollen die ersten Züge bereits ab Mitte Dezember 2026 fahren - pünktlich zum Fahrplanwechsel.

„Wir freuen uns im Fahrplan 2027 auf die neuen Direktverbindungen München–Mailand sowie München–Rom“, so ein Bahnsprecher gegenüber nordbayern. Umgesetzt wird das Projekt, das erstmals im Mai 2025 vorgestellt wurde, gemeinsam mit Trenitalia und den ÖBB.

Mehrmals täglich Direktverbindungen aus Italien nach München

Geplant sind bis zu vier tägliche Direktverbindungen zwischen Deutschland und Italien. Die Strecke von München nach Mailand soll rund sechseinhalb Stunden dauern und über wichtige Knotenpunkte wie Verona, Trient, Bozen und Innsbruck führen. Auch die Verbindung Richtung Rom ist bereits skizziert: Mit einer Fahrzeit von etwa achteinhalb Stunden geht es unter anderem über Florenz und Bologna bis in die italienische Hauptstadt.

Perspektivisch könnte es sogar schneller gehen etwa durch den geplanten Brenner-Basistunnel. Zumindest bis es so weit ist, wird es allerdings noch ein bisschen dauern: Die Eröffnung des Tunnels ist für Ende 2032 geplant, so die Bahn.

Zum Einsatz kommt der „rote Pfeil“: Erste Tests ab Mai 2026

Zum Einsatz kommt der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa 1000, der in Italien auch als „roter Pfeil“ bekannt ist. Die „Superspeed“-Züge erreichen bis zu 300 km/h und sind bereits in mehreren europäischen Ländern unterwegs. Für den Einsatz in Deutschland werden sie aktuell technisch angepasst. Ein erster Zug wurde bereits über den Brenner gebracht, weitere Tests folgen. Im Mai 2026 sollen umfangreiche Probefahrten in Deutschland und Österreich starten.

Damit die Verbindungen auch rechtzeitig starten können, müsste alles noch erfolgreich und fristgerecht durch die Hersteller Hitachi und Alstom sowie durch die Behörden zugelassen werden, betont der Bahnsprecher.

Schnellzug nach Italien: Wird auch Nürnberg profitieren?

Die spannende Frage für viele in Franken: Wird der Zug auch in Nürnberg halten? Ein Halt in der Frankenmetropole ist aktuell nicht bestätigt. „Zu den Zwischenhalten können wir derzeit noch keine konkreten Angaben machen“, so die Bahn. Die genaue Streckenführung und mögliche Zwischenhalte seien noch in Planung, heißt es.

Dennoch: Das Projekt könnte auch für Nürnberg relevant werden. Denn ab 2028 sind Verbindungen geplant, die von Italien bis nach Berlin führen. Damit würde dann auch die Möglichkeit bestehen, umsteigefrei von Nürnberg aus über die Schienen bis tief in den Süden Italiens zu brettern. In dem Fall treffen würde es die Linie: Berlin–München–Verona–Bologna–Florenz–Rom–Neapel sowie Berlin–München–Innsbruck–Verona–Mailand.

Wie lange man in den Schnellzügen bis zur Hauptstadt der Region Kampanien unterwegs wäre, ist gerade aber noch offen. Zur Durchbindung bis Neapel lägen aktuell noch keine genauen Fahrzeitberechnungen vor, so der Bahnsprecher.

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