Regensburg/Bamberg - Zwei Seniorinnen aus Bayern sind um einen jeweils mittleren fünfstelligen Betrag ärmer. Betrüger erbeuteten die hohen Summen mittels dreister Telefonmaschen.

Die bayerische Polizei informierte am Montag über zwei besonders schwere Fälle von Telefonbetrug. Zum ersten Opfer wurde eine 73-Jährige aus dem nördlichen Landkreis Regensburg, sie fiel auf eine als „Lovescamming“ bezeichnete Masche herein. Zunächst lernte die Frau über eine Dating-Plattform einen Mann kennen, der vorgab, als Arzt tätig zu sein. Im weiteren Verlauf tauschten sich die beiden über einen Messenger-Dienst aus.

Wie die Polizeiinspektion Regenstauf schreibt, baute der bislang unbekannte Täter über einen längeren Zeitraum hinweg ein Vertrauensverhältnis zur Seniorin auf. Dann täuschte der vermeintliche Arzt eine persönliche Notlage vor und bat die 73-Jährige um Geld. Die Frau überwies innerhalb des vergangenen Monats mehrfach Geld auf verschiedene Konten im Ausland. Insgesamt beliefen sich die Zahlungen auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Geldübergabe nach Schockanruf

Eine weitere Seniorin aus dem Landkreis Bamberg wurde Opfer eines Schockanrufes. Am vergangenen Freitag (28. August) zwischen 13.30 und 16.30 Uhr rief ebenfalls bislang unbekannter Täter die Frau aus Trunstadt an. Er behauptete, dass ein Angehöriger teure und lebensnotwendige Medikamente benötige. Nach Information des Polizeipräsidiums Oberfranken übergab die Seniorin einem Abholer an ihrem Wohnanwesen in der Alten Mainstraße mehrere zehntausend Euro Bargeld.

Die Polizei sucht im Zusammenhang mit dem Fall nach Zeugen und hat eine Beschreibung des Geldabholers veröffentlicht. Demnach ist der Mann schlank, etwa 20 Jahre alt und hat ein „junges Erscheinungsbild“. Er spricht akzentfreies Deutsch und trug zum Zeitpunkt der Tat einen hellen Mantel. Zeugen, die am Freitag zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Alten Mainstraße in Trunstadt beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0951 / 91 29 49 1 bei der Kriminalpolizei Bamberg zu melden.

Tipps gegen „Lovescamming“

Im Zusammenhang mit dem Fall des „Lovescamming“ hat die Polizeiinspektion Regenstauf folgende Verhaltenstipps veröffentlicht:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn eine Internetbekanntschaft bereits nach kurzer Zeit um Geld oder finanzielle Unterstützung bittet.

  • Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie ausschließlich aus dem Internet kennen.

  • Lassen Sie sich nicht durch emotionale Geschichten oder vermeintliche Notlagen unter Druck setzen.

  • Bleiben Sie skeptisch, wenn Ihr Kontakt einen persönlichen Besuch immer wieder absagt oder hierfür neue Gründe nennt.

  • Überprüfen Sie Bilder und Angaben der Person. Häufig verwenden Täter fremde Fotos und erfundene Identitäten.

  • Sprechen Sie mit Familienangehörigen oder Freunden über eine neue Internetbekanntschaft und holen Sie sich eine zweite Meinung ein.

  • Brechen Sie den Kontakt ab, wenn Sie Zweifel haben, und sichern Sie Chatverläufe, Bilder, E-Mails sowie Zahlungsbelege als mögliche Beweismittel.

  • Wenn Sie bereits Geld überwiesen haben, informieren Sie unverzüglich Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Je schneller reagiert wird, desto größer kann die Chance sein, eine Zahlung noch zu stoppen.


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