
„Damit disqualifiziert sie sich selbst“, sagte Rocksänger Peter Maffay in einem am Sonntag bei t-online veröffentlichten Interview. Er bezog sich dabei auf ein Video, in dem Gloria von Thurn und Taxis ihn öffentlich verspottet hatte, und fuhr fort, er habe genau mitbekommen, „auf welche Art und Weise“ die Schlossherrin auf seine Äußerungen reagiert habe. Und er legt hart nach: „Ich hatte das Gefühl, dass da Alkohol im Spiel war.“
Eine weitere Auseinandersetzung hält Maffay trotzdem für sinnlos. „Das ist einfach unnötig und hat mit einer klaren Auseinandersetzung mit der Situation absolut nichts zu tun“, sagt er gegenüber t-online. „Und damit möchte ich es auch belassen. Darauf weiter einzugehen, macht aus meiner Sicht keinen Sinn.“
Der Ursprung des Streits liegt gut sechs Wochen zurück. Am 16. Juli trat Maffay im Rahmen seiner „Love Places 2026“-Tour bei den Regensburger Schlossfestspielen auf Schloss St. Emmeram auf. Gleich zu Beginn seines Konzerts wählte er ungewöhnlich deutliche Worte: Der Ort sei wunderschön, aber auch „belastet“. Anschließend warb er für Toleranz und Respekt und erinnerte an Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Zugleich distanzierte er sich von radikalen und menschenverachtenden Positionen, was viele Beobachter als direktes Statement in Richtung der Schirmherrin auffassten, die in der ersten Reihe saß.
Denn Gloria von Thurn und Taxis steht seit Jahren in der Kritik: Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung fiel sie wiederholt mit rechten Thesen auf: Sie bezeichnete AfD-Politiker Björn Höcke als „deutschen Idealisten“, behauptete in einem ARD-Podcast „Hitler war ein Sozialist“ und leugnete den menschengemachten Klimawandel. Zu den Gästen ihrer Schlossfestspiele zählten in der Vergangenheit unter anderem der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sowie AfD-Politiker Maximilian Krah.
Leandros erklärte Weidel für unerwünscht
Im vergangenen Jahr lud sie AfD-Chefin Alice Weidel ein, was für erheblichen Wirbel sorgte: Schlagersängerin Vicky Leandros erklärte Weidel bei ihrem Konzert für unerwünscht. Weidel blieb dem Konzert zwar fern, hielt sich laut einem Bericht der Bild-Zeitung aber zeitgleich im Schloss auf.
Warum er trotzdem dort aufgetreten sei, hatte Maffay bereits vorab erklärt: „Ein Feuer löscht man nur, wenn man dorthin geht, wo es brennt.“ Sein Team veröffentlichte die Bühnenansprache anschließend auf seiner offiziellen Website.
Wochen nach dem Konzert schlug Gloria von Thurn und Taxis zurück. Über den Instagram-Account ihres Bruders Carl Graf von Schönburg-Glauchau veröffentlichte sie ein Video, in dem sie Maffay imitierte, sein charakteristisches rollendes „R“ ins Lächerliche zog und seine Aussagen über Toleranz und Diversität spöttisch kommentierte. Eine Reaktion auf Maffays Alkohol-Kommentar blieb bislang allerdings aus.