
Hinter Absperrbändern stapelten sich wochenlang die Stühle vor dem Riverside. Nach über zwei Monaten Ausnahmezustand hat das Restaurant mit mediterraner Küche seit Kurzem wieder geöffnet. Warum musste das Lokal mit Blick auf die Pegnitz ausgerechnet in den einnahmestarken Sommermonaten geschlossen bleiben? Wir haben mit der Betreiberin Ioanna Kallionidou über die Gründe gesprochen.
Kallionidou betreibt das Riverside seit 2012. Die Schließung im Juni kam für die 46-jährige Nürnbergerin aus dem Nichts. Seit dem 14. Juni ging plötzlich nichts mehr in der Winklerstraße 1. Die Stadt Nürnberg hatte die gaststättenrechtliche Erlaubnis aus „gewerberechtlichen Gründen“ widerrufen. Details dazu nannte das Ordnungsamt nicht: Zu Einzelfällen werde aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft erteilt.
Sechsstelliger Verlust im Sommergeschäft
Hinter den „gewerberechtlichen Gründen“ steckten Steuerschulden von vor vielen Jahren. Zur Höhe möchte sich Kallionidou nicht äußern. „Ich habe mich entschieden, das Geld zu bezahlen, um das Sommergeschäft zu retten“, sagt die 46-Jährige. Doch die Rettung des Sommergeschäfts gelang nicht: Die neue gaststättenrechtliche Erlaubnis ließ bis tief in den August auf sich warten. Bei schönem Wetter und geöffnetem Garten wären in den zwei Sommermonaten sechsstellige Bruttoeinnahmen zu erwarten gewesen.
Team musste zum Arbeitsamt
Die überraschende Zwangsschließung hatte nicht nur Auswirkungen auf Kallionidou, die Mutter von drei Kindern ist. Ihr sechsköpfiges Team musste sie zum Arbeitsamt schicken. „Ich wusste ja nicht, wie lange das dauern wird“, sagt Kallionidou im Gespräch mit unserer Redaktion.
Nach 66 Tagen dann das Aufatmen: Die Genehmigung kam und mit ihr die Erleichterung. Seit dem 19. August hat das Riverside wieder regulär geöffnet. Alle vor der Schließung angestellten Mitarbeitenden konnten wieder zurückgeholt werden.

