Bayreuth - Alljährlich ermitteln die World Beer Awards in London die besten Biere und Bierstile der Welt. Im Jahr 2026 können auch Brauereien aus Franken überzeugen, eine holt sogar die internationale Krone.

Der Weltmeistertitel bleibt in der Region, wechselt aber die Stadt: Bei den World Beer Awards 2026, die jährlich in London abgehalten werden, holte sich Maisel’s Weisse alkoholfrei aus Bayreuth die Krone als bestes alkoholfreies Bier der Welt. Damit löst die Bayreuther Brauerei den Vorjahressieger – das Veldensteiner Weißbier alkoholfrei der Kaiser Bräu aus dem Nürnberger Land (Neuhaus an der Pegnitz) – an der Weltspitze ab.

Die Auszeichnungen des Wettbewerbs werden in elf verschiedenen Hauptkategorien vergeben, von dunklem Bier über IPA hin zu Weizen - jede hat außerdem noch einige Unterkategorien, in denen als zusätzliche Bewertungsebene noch Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben werden. Angaben der Organisatoren zufolge verkostet eine internationale Jury die eingereichten Flüssigprodukte blind. Die Brauereien bewerben sich selbst, auch Händler oder Importeure können Biere aus aller Welt vorschlagen. Die World Beer Awards gehören zu den international bedeutendsten Bierwettbewerben. In jeder Kategorie wird nur ein Bier als „Style Winner“ ausgezeichnet. Dieser Titel gilt als Referenz für die jeweilige Stilrichtung.

Diesmal konnte die Bayreuther Traditionsbrauerei Maisel‘s jubeln: Die internationale Jury zeichnete das Bier zunächst als bestes alkoholfreies Weißbier aus. Anschließend setzte es sich auch gegen die übrigen Sieger der Kategorie durch und wurde zum „World‘s Best Alcohol-Free Beer“ gekürt. „Diese Auszeichnung macht mich unglaublich stolz“, sagte Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb bei der Brauerei Gebr. Maisel. Der Preis sei das Ergebnis „von viel Leidenschaft und einem starken Team“, das für das Weißbier mit null Prozent Alkoholgehalt ein eigenes Brauverfahren entwickelte. Maisel‘s steht dabei in langer Tradition: Vor 139 Jahren, also 1887, wurde sie von Brüdern Hans und Eberhard Maisel in Bayreuth gegründet.

Auch ein weiteres Weißbier aus Bayreuth wurde prämiert: Maisel‘s Weisse Kristall erhielt den Titel „World‘s Best Kristal“. Aber auch Veldensteiner aus dem Nürnberger Land ging 2026 nicht leer aus: In der Kategorie der Keller- und Rotbiere siegte das Veldensteiner Landbier der Kaiser Bräu, die mit ihrem „Saphir Bock“ außerdem das weltbeste Stark-Lager macht. In der Kategorie Rauchbier setzte sich die Greif Bräu aus Forchheim international durch, die auch bereits beim World Beer Cup in den USA vor wenigen Wochen mit dem „Schlöbberla“ absahnten. In diesem Fall hat die fränkische Traditionsbrauerei die Silbermedaille in der Kategorie „Vienna-Style Lager“ gewonnen.

Auch unter den deutschen Landessiegern ist die Region Franken stark vertreten. Zu den weiteren ausgezeichneten Bieren des World Beer Award 2026 gehören:

  • Brauerei Maisel: Das „India Ale“ sicherte sich den Titel in der Kategorie English Style IPA.
  • Greif Bräu: Das „Edel Pils“ überzeugte in der Kategorie Czech Style Pale Lager.
  • Brauerei-Gasthof Kundmüller (Landkreis Bamberg): Das „Weiherer-Grünhopfen Pils“ wurde als bestes Hoppy Pilsener ausgezeichnet.
  • Braumanufaktur Hertl (Landkreis Bamberg): Das alkoholfreie IPA holte den Landessieg in der Kategorie No & Low Alcohol IPA.
  • Weyermann Braumanufaktur (Bamberg): Das „Nr. 62 Bayernkönig“ gewann in der Kategorie Bavarian Style Hefeweiss.

Nachfrage an alkoholfreiem Bier steigt stetig an

Alkoholfreies Bier wird immer stärker nachgefragt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes produzierten größere Brauereien in Deutschland 2025 gut 616 Millionen Liter alkoholfreies Bier – 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die gesamte Branche geht der Deutsche Brauer-Bund sogar von rund 750 Millionen Litern aus, einem Plus von 7,6 Prozent. Im Handel erreichte alkoholfreies Bier nach Daten von NielsenIQ zuletzt einen Marktanteil von 9,5 Prozent. Alkoholfreie Biere und Biermischgetränke überschritten beim Umsatz 2025 erstmals die Marke von zehn Prozent. Was lange vor allem als Alternative für Autofahrer galt, hat sich damit zu einem festen Bestandteil des Biermarkts entwickelt. Das Segment ist für Brauereien längst mehr als eine Nische und gewinnt weiter an Bedeutung - so hat der Absatz mit der Null-Prozent-Alkohol-Variante unter anderem einer kleinen Brauerei aus Franken das wirtschaftliche Überleben gesichert.