Nürnberg - Ein zugezogener Reißverschluss oder eine geschlossene Vorzelttür: Wenn Reisende ihren Urlaub das erste Mal auf einem Stellplatz verbringen, merken sie schnell, dass hier eigene Spielregeln gelten. Ein Camping-Knigge.

Auf einem Campingplatz gelten einige Spielregeln: Parzellen liegen dicht an dicht, dünner Zeltstoff und Wohnmobilwände ersetzen massive Mauern - Privatsphäre entsteht so nicht durch Distanz, sondern durch gegenseitige Rücksichtnahme. Wenn Reisende ihren Urlaub das erste Mal auf einem Stellplatz verbringen, sollten sie sich vorher über Regeln und ungeschriebene Gesetze informieren. Dann steht dem friedlichen Miteinander und einem entspannten Urlaub kaum mehr etwas im Weg.

Der Campingplatz-Knigge basiert auf zwei Säulen: der verbindlichen Platzordnung und ungeschriebenen Umgangsregeln. Erstere legt etwa Ruhezeiten, Verhalten an Gemeinschaftsanlagen oder Regeln zu An- und Abreise fest. Wer diese missachtet, riskiert möglicherweise eine Verwarnung oder sogar einen Platzverweis. Dem ADAC zufolge gilt auf Stellplätzen oft in der Mittagszeit und in den späten Abendstunden: Lautstärke senken und Rücksicht nehmen - schließlich sind laute Musik und Motorengeräusche durch eine Zeltwand deutlicher zu hören als hinter einer geschlossenen Haustür.

Ungeschrieben Regeln auf dem Campingplatz

Doch es gelten auch viele ungeschriebene Regeln, die Urlauberinnen und Urlauber kennen sollten, um nicht in Fettnäpfchen zu treten und Konflikte zu vermeiden. Eine typische Stolperfalle ist die Parzelle des Nachbarn: Auch wenn es verlockend sein mag, den Weg zur nächsten Sanitäranlage abzukürzen, sollten die ausgebauten Wege genutzt werden. Parzellenränder sind beim Camping mit Vorgärten vergleichbar und damit tabu.

Sollte die Stellfläche nicht exakt vorgegeben sein, gelten dem ADAC zufolge übrigens mindestens drei Meter Abstand zum nächsten Wohnmobil als Faustregel - schließlich legen die meisten Reisenden wohl auch im Urlaub Wert auf Privatsphäre. Apropos Privatsphäre: Als universeller Code gilt ein geschlossener Reißverschluss zwar nicht, doch ist er ein Anzeichen dafür, dass ein Camper gerade wohl eher seine Ruhe haben möchte. Dies gilt es zu respektieren. Zwar kommen Bewohnerinnen und Bewohner eines Stellplatzes untereinander schnell ins Gespräch, merken gleichzeitig aber auch schnell, welcher Nachbar sich über Gesellschaft freut und wer lieber für sich bleiben möchte - beides sollte geachtet werden.

Und dennoch gilt auf einem Campingplatz im Notfall das ungeschriebene Gesetz: Mitdenken und Mitanpacken. Zieht etwa ein Sturm auf oder beginnt es zu regnen, ist Hilfsbereitschaft gefragt. „Der Wäscheständer oder der Grill dürfen gerne in Sicherheit gebracht werden, beispielsweise unter dem Vorzelt“, schreibt der ADAC. Das gehöre auf dem Campingplatz ebenso dazu wie das Duzen. Bei einer Tour über den Platz darf es dem ADAC zufolge gerne ein „Hallo“, „Guten Morgen“ oder „Guten Abend“ sein, wenn Gäste anderen Urlauberinnen und Urlaubern über den Weg laufen.

No-Gos auf dem Campingplatz

Der ADAC hat aber auch eine Liste mit No-Gos auf dem Campingplatz parat, mit denen sich Camping-Gäste keine Freunde machen. Hierauf sollte daher verzichtet werden:

  • Die Nutzung des Frischwasserschlauches zum Ausspülen des WC-Kanisters
  • Drängeln an der Frischwasserstation
  • Zu schnelles Fahren auf dem Campingplatz
  • Laute Musik bis in die Nacht
  • Hunde ohne Leine frei laufen lassen
  • Abwasser direkt am Platz ablassen
  • Querparken

Auf einigen Campingplätzen im EU-Ausland gelten auch kuriosere Regeln. Mancherorts sollte auf keinen Fall Klopapier vergessen werden, andernorts ist hingegen die Badeshorts verboten.