Nürnberg - In wenigen Tagen müssen Miroslav Klose und sein Team zeigen, was die vielversprechende Vorbereitung wirklich wert war. Stellt sich die Frage: Welcher Elf wird der Trainer beim wichtigen Saisonstart vertrauen?

Der Club geht am Sonntag in die neue Zweitliga-Saison - es ist die achte in Serie im Deutschen Fußball-Unterhaus. Die Mannschaft von Miroslav Klose weckt Euphorie beim Anhang, hat die Vorbereitung souverän bestritten und sich in den Fokus zahlreicher Experten gespielt. So tippt unter anderem der in Expertenrunden bei Sky wiederholt auftretende Max Kruse den 1. FC Nürnberg unter seine Top drei für die kommende Spielzeit (neben Hannover und Wolfsburg).

Auch Mittelfrankens Kult-Fußballer Lothar Matthäus hat den Club hinter Topfavorit Wolfsburg auf dem Zettel. In seiner Kolumne schreibt er, „dass ein Traditionsverein, der schon eine Weile in der 2. Liga spielt und es schafft, eine ruhige Atmosphäre aufrechtzuerhalten, in diesem Jahr aufsteigen kann“. Namentlich nennt er in diesem Rahmen Hannover 96, den 1. FC Kaiserslautern - und den 1. FC Nürnberg. „Bei allen Klubs ist auch der Trainer geblieben und da sehe ich echte Chancen“, führt der 65-Jährige aus.

Beim „Ruhmreichen“ vermeiden es die Verantwortlichen, öffentlichkeitswirksam ein konkretes Saisonziel in Form einer Tabellenplatzierung auszugeben. Sicher auch, weil der Umbruch im Sommer nicht zu knapp ausgefallen ist. Trotzdem wirkt der Club weiter im Findungsprozess als vor einem Jahr, trat in den Test deutlich gefestigter und souveräner auf. In seinem dritten Sommer am Valznerweiher gilt es für Miroslav Klose einen abermaligen Fehlstart zu verhindern. Dem Rückstand nach dem verpatzten Auftakt 2025/26 rannte der FCN die komplette Saison hinterher. Dementsprechend groß sind die Erwartungen an die Elf, die der Ex-Weltmeister am Sonntag aufs Feld schicken wird. Wir skizzieren, wie sie aussehen könnte.

Tor: Jan Reichert ist Kapitän und unangefochtene Nummer eins. Dass zuletzt Robin Lisewski den Kasten hüten durfte war vor allem dem Umstand bedingt, dass Reichert wegen Schulterproblemen kürzertreten musste. Am Sonntag wird er wohl zwischen den Pfosten stehen.

Abwehr: Der Mannshaftsteil, in dem sich mit Abstand am meisten getan hat. Alle Säulen aus der Vorsaison sind weg. Der Gewinner der Vorbereitung heißt Tim Janisch. Plötzlich gehört der vor wenigen Wochen noch ausgemusterte Rechtsverteidiger zum ersten Anzug und wird wohl den Vorzug vor Neuzugang Ioannis Masouras erhalten. Anfang Juli lobte sein Trainer Janischs Kritikfähigkeit. „Er hat das Klingeln schon gehört“, sagte Klose und fügte an, „so einen Jungen“ nicht ziehen lassen zu können. In der Mitte gelten Alexios Kalogeropoulos und Fynn Otto als gesetzt. Der unter der Woche angeschlagene Eric Porstner macht die junge Außenverteidigung über Links komplett. Neuzugang Andrea Ceresoli wird noch keine Rolle spielen.

Mittelfeld: Das Prunkstück der Mannschaft. Das Triumvirat aus Adam Markhiyev, Bayern-Leihe Javier Fernández und Finn Becker dürfte gesetzt sein und hat sich während der Vorbereitung als fähiger Maschinenraum etabliert - nicht erst seit der Generalprobe gegen Real Oviedo. Das vielseitige und spielstarke Trio gehört an guten Tagen zum Besten, was die 2. Bundesliga anbieten hat. „Wir waren letzte Saison schon gut. Aber in diesem Jahr kennen wir uns noch besser, weil wir auch außerhalb des Platzes viel machen“, erzählt Fernández im vereinseigenen Video-Format.

Angriff: Hinzu kommen der flinke Mohamed Ali Zoma über Links und Kreativ-Kopf Julian Justvan über Rechts. Im Sturmzentrum gilt Piet Scobel aus aussichtsreichster Kandidat. Der Blondschopf präsentierte sich in der Vorbereitung stark verbessert und wird gerade im Zusammenspiel mit Zoma noch effektiver. Routinier Adriano Grimaldi wird sich - auch wegen der Ankunft von Sigurd Haugen - wohl mit wenigen Einsätzen abfinden müssen. Sein letzter und einziger Pflichtspieltreffer für den FCN (in 26 Einsätzen) datiert aus dem September 2025.

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