Nürnberg - Pünktlich zu den heißen Sommertagen nimmt Nürnberg seine erste Sprühnebelsäule in Betrieb. Zwei weitere Anlagen sollen in Kürze folgen. Wo Passantinnen und Passanten Abkühlung finden – und wie die Technik funktioniert.

Wer an heißen Tagen durch die Nürnberger Innenstadt läuft, kann sich künftig per Knopfdruck eine kurze Abkühlung verschaffen. Am Donnerstag (30.07.2026) haben Oberbürgermeister Marcus König und Heiko Linder, Leiter der Konzernkommunikation bei der N-Ergie, die erste Sprühnebelsäule der Stadt offiziell in Betrieb genommen.

Die Anlage steht an der Ecke Königstraße und Klaragasse. Sie versprüht nach Betätigung eines Knopfes einen feinen Wassernebel. Bei diesem einen Standort soll es nicht bleiben: In den kommenden Tagen sind nach Angaben der Stadt zwei weitere Sprühnebler in der Innenstadt geplant.

Sie sollen am Lorenzer Platz in der Nähe des U-Bahn-Aufgangs sowie in der Karolinenstraße aufgestellt werden. Damit entstehen insgesamt drei Möglichkeiten zur Abkühlung an stark frequentierten Orten im Zentrum.

Erste Anlage rechtzeitig vor dem Bardentreffen

Die erste Sprühnebelsäule steht damit bereits vor dem Bardentreffen zur Verfügung. Der Standort an Königstraße und Klaragasse liegt auf einem der Wege, die viele Besucherinnen und Besucher in Richtung Innenstadt und Hauptmarkt nutzen.

Oberbürgermeister Marcus König begrüßte die zusätzliche Abkühlungsmöglichkeit. Gerade an heißen Sommertagen könnten Menschen in der Innenstadt von dem Angebot profitieren.

Die Sprühnebler sollen die bestehenden Trinkwasserangebote in Nürnberg ergänzen. Nach Angaben der N-ergie gibt es im Stadtgebiet inzwischen mehr als 30 Trinkwasserbrunnen, die vor allem im Sommer genutzt werden können.

So funktioniert die Abkühlung durch Wassernebel

Die Säulen geben über sehr feine Düsen kleinste Wassertröpfchen an die Umgebung ab. Der Nebel verdunstet entweder bereits in der Luft oder auf der Haut. Dabei entsteht sogenannte Verdunstungskälte.

Die tatsächliche Lufttemperatur verändert sich dadurch nicht. Der Wassernebel kann jedoch dafür sorgen, dass sich die Umgebung für Passantinnen und Passanten vorübergehend kühler anfühlt.

Die feinen Wassertröpfchen können zudem Staub in trockener Sommerluft binden. Das soll zu einem frischeren Empfinden beitragen und kann das Atmen erleichtern.

Geringer Verbrauch durch mikrofeine Düsen

Nach Darstellung der N-Ergie benötigen die Anlagen vergleichsweise wenig elektrische Energie. Betrieben werden müssen lediglich kleine Pumpen und Ventilatoren. Auch der Wasserverbrauch soll durch die mikrofeinen Düsen gering bleiben.

Kältemittel, wie sie bei manchen anderen Kühlsystemen verwendet werden, kommen bei den Sprühneblern nicht zum Einsatz.

Hitze wird in dicht bebauten Stadtteilen zur Belastung

Vor allem dicht bebaute Stadtgebiete können sich an heißen Tagen stark aufheizen. Gebäude, Straßen und versiegelte Flächen speichern Wärme und geben sie nur langsam wieder ab. So können sogenannte städtische Wärmeinseln entstehen.

Die N-ergie verweist auf Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes, wonach die Zahl der Hitzewellen in Deutschland seit den 1970er-Jahren zunimmt. Länger anhaltende hohe Temperaturen belasten nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch den menschlichen Körper.

Neben ausreichendem Trinken sind deshalb Möglichkeiten zur Abkühlung wichtig. Die neuen Sprühnebelsäulen können dabei eine ergänzende Maßnahme sein – insbesondere an stark frequentierten Plätzen, an denen Schatten oder andere Rückzugsmöglichkeiten fehlen.