Nürnberg - In München sind private Pools und die Bewässerung von Rasenflächen verboten – in Nürnberg noch nicht. Doch wie sicher ist die Wasserversorgung in der Frankenmetropole wirklich? Das sagt die Stadt.

Die vergangene Hitzewelle wird in die Wettergeschichte Bayerns eingehen und beschäftigt Deutschland auch noch Wochen danach. Vergangene Woche hatte München mit einer Allgemeinverfügung zur Wassernutzung landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Seit dem 14. Juli sind unter anderem das Waschen von Fahrzeugen außerhalb von Waschanlagen, der Betrieb von Privatpools und das Bewässern von Rasenflächen verboten. Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.

„Deutschland war bisher ein wasserreiches Land, aber das ändert sich gerade“, sagte vergangene Woche der Bundesumweltminister Carsten Schneider in einem Gespräch mit dem Spiegel. Die Deutschen müssten sich darauf einstellen, dass das Wasser in bestimmten Regionen knapp wird, so der SPD-Politiker. „Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, ist sich Schneider sicher. Dass das keine leere Warnung ist, zeigen aktuelle Zahlen: Laut Deutschem Städtetag müssen rund 80 Kommunen hierzulande inzwischen in jedem Hitzesommer Allgemeinverfügungen zur Wassernutzung erlassen. Wie ist die Lage in Nürnberg?

Die Wasserversorgungslage in Nürnberg hat das Referat für Umwelt und Gesundheit der Stadt im Blick. „Es ist richtig, dass die Ressource Trinkwasser in Zeiten nachlassender Niederschläge in bestimmten Regionen zunehmend ein knappes Gut wird, so auch in Teilen Frankens“, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion. Aktuell sei das Trink- und Grundwasserangebot in Nürnberg „noch ausreichend, um den Bedarf zu decken“. Deshalb seien im Gegensatz zu München bislang noch keine Einschränkungen notwendig.

Die Hitzewelle im Juni hat trotzdem auch in der Frankenmetropole ihre Spuren hinterlassen. Wie die Stadt Nürnberg auf Anfrage von nordbayern.de mitteilt, erreichte der tägliche Wasserverbrauch in der zurückliegenden Hitzewelle ähnlich hohe Spitzenwerte wie während der Hitzewelle 2018. Damals stieg das Thermometer an 17 Tagen in Folge über 30 Grad. Die Lage sei derzeit „ungewöhnlich, aber nicht außergewöhnlich“, so die Stadt.

Beim Nürnberger Wasserversorger N-Ergie sei der Eindruck entstanden, dass die Nürnberger Bürger und Bürgerinnen sorgfältig mit dem Trinkwasser umgehen, heißt es aus dem Umweltreferat. Der Wasserverbrauch nehme mit steigenden Temperaturen zu, scheine aber dann bei extrem hohen Außentemperaturen zu stagnieren. Genaue Verbrauchszahlen liegen dem Referat aktuell aber nicht vor.

Was passiert, wenn in Nürnberg das Wasser knapp wird?

70 Prozent des Nürnberger Trinkwassers stellt die N-Ergie aus eigenen Wasserwerken bereit – darunter fast 100 Brunnen im Pegnitztal oder das Wasserwerk Ranna im Veldensteiner Forst. Die restlichen 30 Prozent bezieht der Versorger vom Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum über eine Fernleitung aus dem Wasserwerk Genderkingen im Landkreis Donau-Ries. Täglich gibt die N-Ergie durchschnittlich rund 95 Millionen Liter Trinkwasser ab – an heißen Tagen kann dieser Wert auf fast das Doppelte steigen.

Wird das Wasser messbar knapp, gibt es zunächst einen Appell des Wasserwirtschaftsamts (WWA) zum sparsamen Umgang. Hilft das nicht oder verschärft sich die Lage weiter, muss die Stadt Nürnberg eine Allgemeinverfügung erlassen – die dann privates Bewässern einschränkt oder ganz verbietet. Das gilt dann sowohl für Wasser aus der öffentlichen Leitung als auch für Wasser aus dem eigenen Brunnen. So weit käme es aber nur, wenn durch eine anhaltend hohe Grundwasserentnahme eine dauerhafte Schädigung des Grundwassers drohen würde. In diesem Fall müssten das WWA oder die N-Ergie auf die Stadt zugehen und dem Umweltamt fachlich darlegen, warum Schutzmaßnahmen notwendig seien.

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