
Vor allem für Schulkinder, aber auch für deren Eltern und Personen, die in Einrichtungen arbeiten, die an Schulferien gebunden sind, stehen schon in wenigen Tagen die großen Sommerferien an. Das bedeutet für viele auch: Endlich Zeit für Urlaub, raus aus dem gewohnten Umfeld und einfach mal so richtig entspannen und etwas Neues erleben. Nicht immer ist das aber zum Wohle der Haustiere, die in den verschiedensten Familien leben.
Wie Peta-Expertin Jana Hoger im Zuge einer Mitteilung der Tierrechtsorganisation erklärt, steigen während des Sommers beziehungsweise der Urlaubssaison die Zahlen ausgesetzter Tiere dramatisch. Zahlreiche Hunde, Katzen, Kaninchen, andere Kleintiere und auch Exoten werden tragischerweise an Autobahnraststätten, neben Fahrbahnen, an Feldwegen, in Wäldern oder auch an Zäunen von Tierheimen einfach ihrem Schicksal überlassen. Oftmals werden die Tiere festgebunden, teilweise werden die Tiere aber auch frei ausgesetzt, was zur tödlichen Gefahr für die Tiere und auch zu einer großen Gefahr für Verkehrsteilnehmende werden kann.
Aber nicht nur durch Unfälle kann ein solches Verhalten von Besitzerinnen und Besitzern zum sicheren Tod für die Tiere führen, sondern auch durch Verdursten, durch Krankheiten oder durch Verhungern. Tiere, die ausgesetzt werden und überleben, landen meist in einem verwahrlosten Zustand in Pflegestellen.
Für Personen, die ausgesetzte Haustiere auffinden, stellt sich oft die Frage, wie mit ihnen umgegangen werden sollte. Denn: Ausgesetzte Tiere dürfen auch nicht einfach so mitgenommen werden, da das Fundrecht anzuwenden ist. Aber auch schon vor Auffinden eines Tieres sollte man insbesondere in der Urlaubszeit Vorsicht walten lassen: Auch vorab unbeteiligte Personen sollten immer die Augen offen halten, um ausgesetzte Tiere zu entdecken und ihnen möglicherweise zu helfen. Hierfür hat Peta einige Tipps zusammengestellt.
Denn besonders Tierheime sind für jede Hilfe dankbar. Laut Peta arbeiten diese in den Ferienzeiten immer an ihrer Belastungsgrenze und müssen nicht selten auch Aufnahmestopps verhängen.
Tier wirklich ausgesetzt? So verhältst du dich richtig
Solltest du einen ausgesetzten Hund auffinden, dann gibt es zahlreiche Dinge zu beachten, wie Hoger erklärt. Bevor du konkret handelst, solltest du einen möglicherweise ausgesetzten Hund erst einmal beobachten, um zu sehen, ob nicht doch eine Person zurückkommt. Lässt sich das Tier anfassen, kannst du checken, ob am Halsband oder Geschirr eine Plakette befestigt ist. Das wäre auch ein Indiz dafür, ob das Tier entlaufen oder ausgesetzt wurde. Findet sich darauf eine Kennnummer, zum Beispiel vom Verein Tasso, kann über diese der Halter oder die Halterin ermittelt werden. Auf der Webseite von Tasso kann man die Nummern eingeben und auch Such- und Fundmeldungen aufgeben. Deren Notrufzentrale ist permanent erreichbar.
Solltest du den Eindruck haben, dass das Tier wirklich ausgesetzt wurde, so sollte möglichst schnell die Polizei oder das örtliche Tierheim verständigt werden. Im Idealfall solltest du den Fundort fotografieren und die Uhrzeit dokumentieren - dadurch können Verantwortliche später besser ermitteln.
Nahrung solltest du einem ausgesetzten Hund erst einmal nicht anbieten, Wasser allerdings ist wichtig für die Tiere. Bei größeren Wunden sollte neben den oben genannten Stellen auch tierärztliche Hilfe angefordert werden. Nähere dich einem ausgesetzten Hund außerdem vorsichtig und fasse ihn nicht an, da die Tiere je nach Angst- oder Schmerzzustand auch beißen können. Auch ableinen solltest du einen angebundenen Hund nicht, bis Hilfe eingetroffen ist. Es ist allerdings hilfreich für das Tier, wenn ruhig und aus der Distanz mit ihm gesprochen wird, um Sicherheit zu vermitteln.
Umgang mit ausgesetzten Katzen oder Kleintieren - das ist zu empfehlen
Da Kleintiere und Katzen oftmals in Kartons ausgesetzt werden, solltest du einen solchen immer vorsichtig öffnen, da von außen nicht zu erkennen ist, was für eine Art Tier sich darin befindet - auch, da viele Tiere schnell versuchen könnten, zu entwischen. Außerdem sollte ein Karton, in dem sich vermutlich ein ausgesetztes Tier befindet, unbedingt aus der Sonne genommen werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Auch in diesem Fall weist Hoger ausdrücklich darauf hin, dass die Dokumentation des Fundortes enorm wichtig ist.
Sollten ausgesetzte Tiere ausreißen oder frei umherlaufen, so empfiehlt es sich stets, das örtliche Tierheim, um Mithilfe zu bitten, da die Verantwortlichen die entsprechende Ausstattung haben.
Handelt es sich wirklich um ein ausgesetztes Tier?
Gerade bei Tieren wie Kaninchen oder Hasen ist es möglicherweise schwer zu erkennen, ob es sich bei diesen um ein Wildtier handelt, oder die Tiere tatsächlich ausgesetzt wurden. „Tierheime oder Wildtierstationen können hier beratend zur Seite stehen“, heißt es in der Mitteilung von Peta weiter. Abhilfe kann auch eine neu entwickelte App der Tiermedizinischen Hochschule Hannover schaffen: Die App Wildtier-SOS liefert individuelle Empfehlungen und verständliche Anleitungen, damit das Tier schnell, tierschutzgerecht und fachkundig versorgt werden kann, sollte es sich tatsächlich um ein wildes Tier handeln.
Tiere aussetzen ist eine Straftat
Und auch an Personen, die schon einmal ein Tier ausgesetzt haben oder jemals mit dem Gedanken spielen sollten, richtet sich Hoger mit einem wichtigen Appell: „Grundsätzlich gilt: Wer Tiere aussetzt, begeht damit eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz und muss mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.“ Eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ist in einem solchen Fall des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz möglich. Das gilt auch für „die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung von Tieren sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung“.
Wer sein Haustier liebt, aber dennoch ohne dieses Verreisen will, für den gibt es auch die Möglichkeit von Tierpensionen und Betreuungsmöglichkeiten in der Region. Auch davon haben wir zahlreiche in einem Artikel unserer Redaktion für euch zusammengefasst. Und wenn du deinen geliebten Vierbeiner doch gerne dabei haben möchtest, aber noch nicht weißt, welches Urlaubsziel mit Hund sich besonders gut eignet, dann findest du auch dazu eine Übersicht bei uns.


