
Unbekannte Lebewesen, unerforschte Landschaften und gruselige Funde: Noch immer birgt die Tiefsee zahlreiche Geheimnisse. Kaum ein Mensch ist je auf dem Meeresboden in der größten Tiefe gewesen - auch deshalb übt dieses Gebiet eine so große Faszination auf uns Menschen aus.
So weit wie zum Marianengraben im Pazifischen Ozean geht es in Franken selbstverständlich nicht hinab - schließlich liegt hier mit knapp 11.000 Metern die tiefste Stelle der Weltmeere. Auch mit dem dem Baikalsee in Russland können Seen in der Region längst nicht mithalten: Mit 1642 Metern handelt es sich bei ihm schließlich um den tiefsten der Welt. Und dennoch gibt es auch in Franken Seen, deren Grund für normale Badegäste außer Reichweite bleibt - ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Einer der derzeit wohl tiefsten Badeseen Frankens liegt in Luftlinie etwa 40 Kilometer südlich von Nürnberg im Süden Mittelfrankens zwischen den Ortschaften Gunzenhausen und Pleinfeld. Mit dem Auto dauert die Fahrt von der fränkischen Metropole zu dem beliebten Ausflugsziel etwa 45 Minuten. Die Rede ist vom Großen Brombachsee, der kürzlich sogar als einer der schönsten Badeseen in Bayern ausgezeichnet wurde.
Der Große Brombachsee zählt zu den tiefsten Badeseen Frankens
Der fränkische Stausee ist mit 870 Hektar Fläche etwa so groß wie der Tegernsee und lässt sich über einen gut 17,5 Kilometer langen Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad umrunden. So tief wie sein oberbayerisches Pendant, der hier fast 73 Meter verzeichnet, ist der Große Brombachsee allerdings nicht: An seiner tiefsten Stelle erreicht er laut Angaben des Tourismusverbands Fränkisches Seenland 32,5 Meter.
Zur Stauseeanlage Brombachsee im Fränkischen Seenland gehört zudem noch der Kleine Brombachsee, der an seiner tiefsten Stelle rund 13,4 Meter erreicht und besonders bei Anglerinnen und Anglern beliebt ist. Ähnlich tief wird es beim Rothsee. Bis zu 15 Meter geht es hier im Wasser hinunter. Eingebettet zwischen Wäldern und Wiesen im Dreieck der Städte Roth, Hilpoltstein und Allersberg ist der Badesee als Ausflugsziel beliebt. Für einen Tagestrip ist dafür übrigens nicht unbedingt ein Auto nötig: Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich der Ort erreichen.
Esbacher See bei Coburg gilt als tiefstes Gewässer Frankens
Doch das Gewässer, das als tiefstes in Franken gilt, liegt in der Nähe von Coburg: Der Esbacher See nahe Dörfles-Esbach ist eine ehemalige Tongrube und misst an der tiefsten Stelle eine Wassertiefe von rund 40 Metern. Allerdings ist das Baden hier streng verboten und kann lebensgefährlich werden. Erst kürzlich war ein junger Mann in dem See im Landkreis Coburg ertrunken.
Blick in die Oberpfalz: Steinberger See und Murner See noch tiefer
Zum Vergleich lohnt sich auch ein Blick in die benachbarte Oberpfalz: Mit über 50 Metern Wassertiefe ist der Steinberger See dort sogar noch tiefer. Er liegt unweit der A93 nördlich von Regensburg in der Oberpfälzer Seenlandschaft und ist von Nürnberg aus in gut eineinviertel Stunden Autofahrt erreichbar. Der Steinberger See im Landkreis Schwandorf ist nicht nur der tiefste, sondern mit einer Wasserfläche von gut 184 Hektar auch der größte See der Oberpfälzer Seenlandschaft und lockt mit vielen Freizeitmöglichkeiten wie einer Wasserskianlage oder einem Rundweg zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Keine 15 Kilometer entfernt, ebenfalls in der Oberpfalz, findet sich unter anderem der Murner See, der mit einer Wassertiefe von gut 46,5 Metern fast mit dem Steinberger See mithalten kann. Auch dieses Gewässer eignet sich für einen Ausflug. Im Sommer laden dort etwa Liegewiesen und Sandstrände zum Baden und Entspannen ein.