Nürnberg - Ohne Auto kein See-Tag? Stimmt so nicht. Zu diesen sieben Badeseen in der Region kommen Badegäste vom Hauptbahnhof Nürnberg aus auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausflugstipps in der Übersicht.

Ein spontaner See-Tag ist ohne Auto quasi unmöglich. Oder? Von Nürnberg aus erreichst du mehrere Badeseen in der Region auch bequem und umweltfreundlicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So entfällt nicht nur die lästige Parkplatzsuche, ebenso können auch Badegäste ohne eigenes Auto und viel Vorab-Planung eine Auszeit am Wasser im Grünen verbringen. Wir stellen sieben Ausflugsziele in der Region vor, die sich zum Baden eignen.

Der Kleine Brombachsee im Fränkischen Seenland

Etwa 40 Kilometer Luftlinie südlich von Nürnberg liegt im Fränkischen Seenland der Kleine Brombachsee. Eingebettet zwischen den Ortschaften Absberg, Pleinfeld, Spalt und Gunzenhausen dient er als Stausee und bildet zusammen mit dem Igelsbachsee die Vorsperre für den größeren Nachbarn, den Großen Brombachsee. Er ist ungefähr ein Viertel so groß wie der Große Brombachsee und durch einen Damm von diesem getrennt. Das Gewässer gilt als beliebtes Ausflugsziel für Freizeitaktivitäten und Erholung. Der lange, flach abfallende Strand macht es einfach, ins Wasser zu gelangen. Neben Baden können Gäste dort etwa surfen, segeln, angeln oder Boot fahren. Zwei Seezentren in Absberg und Langlau bieten Bootsverleihstationen und Restaurants an.

Anreise: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, steigt in Nürnberg beispielsweise in den RB16 in Richtung München. Nach fünf Haltestellen heißt es in Pleinfeld: aussteigen. Von dort aus bringt der RB62 in Richtung Wassertrüdingen die Passagiere bis nach Langlau. Insgesamt dauert die Bahnfahrt 48 Minuten. Vom Bahnhof Langlau aus sind es zu Fuß etwa 15 Minuten zum Kleinen Brombachsee.

Der Altmühlsee im Fränkischen Seenland

Zum Fränkischen Seenland gehört auch der Altmühlsee. Neben Sonnenbaden und Schwimmen bietet er viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. So fasst den See etwa ein zwölf Kilometer langer Rad- und Wanderweg ein. Aber auch Wassersportfans kommen hier, südlich von Nürnberg und nordwestlich von Gunzenhausen, auf ihre Kosten: Surfer und Kiter finden am Altmühlsee ideale Bedingungen vor. In der Sommersaison lädt zudem die „MS Altmühlsee“ zu einer Schifffahrt ein.

Anreise: Um mit Bus und Bahn von Nürnberg aus zum Altmühlsee zu gelangen, geht es zunächst ebenfalls nach Pleinfeld, etwa mit dem RE16 in Richtung Augsburg, und von dort mit dem RB62 nach Gunzenhausen. Hier müssen See-Besucherinnen und -Besucher den Zug ein letztes Mal wechseln. Das Ziel lautet diesmal: Muhr am See. Dort angekommen liegen etwas mehr als eine Stunde Fahrt hinter den Passagieren. In gut 20 Minuten zu Fuß zum Altmühlsee lassen sich dann die Beine vertreten, wo anschließend Entspannung angesagt ist.

Der Happburger Stausee im Herzen der fränkischen Alb

Zwar ist der Happburger Stausee kein offizieller Badesee, doch lädt er dennoch zum Verweilen ein. Um den See führt ein rund vier Kilometer langer Weg, sodass sich das Gewässer zu Fuß oder mit dem Rad umrunden lässt. Auch für Surfer und Segler gilt der See als Treffpunkt. Am westlichen Ufer befindet sich zudem ein Restaurant mit Außenbereich, von wo aus Gäste einen herrlichen Blick auf den See haben. Der Badestrand mit Kinderspielplatz liegt außerdem direkt nebenan.

Anreise: Mit der S1 kommen Badegäste innerhalb von 36 Minuten nach Happburg. Zu Fuß dauert es rund 30 Minuten, bis Besucherinnen und Besucher das Restaurant Seeterrassen am Happburger Stausee erreicht haben.

Der Rothsee im Städtedreieck Roth, Hilpoltstein und Allersberg

Unweit von Nürnberg befindet sich der Rothsee. Eingebettet zwischen Wäldern und Wiesen im Dreieck der Städte Roth, Hilpoltstein und Allersberg ist er ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen und um an heißen Sommertagen Abkühlung zu finden. Der rund 210 Hektar große Stausee wird durch einen Damm geteilt: Während die Hauptsperre vor allem Seglern, Surfern und Wakeboardern vorbehalten ist, dürfen Badegäste in der Vorsperre ins kühle Nass. Wer kein eigenes Boot mitbringt, kann im Seezentrum Heuberg Fahrräder und Tretboote ausleihen - oder es sich einfach auf einer der weitläufigen Liegewiesen bequem machen. Wer lieber aktiv bleibt, kann den See auf einem rund 15 Kilometer langen Rundweg zu Fuß oder per Rad umrunden.

Anreise: Zum Rothsee kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten über den Bahnhof in Allersberg. Vom Hauptbahnhof Nürnberg dauert eine Fahrt dorthin etwa 15 Minuten. Danach steigen Badegäste in den Rothsee-Express (Linie 633), der von Mai bis November verkehrt. Er fährt vom Bahnhof Allersberg am Ostufer des Rothsees entlang weiter nach Hilpoltstein und zurück. Mit vier Haltestopps am See oder Seenähe kann so Beach-Hopping betrieben werden.

Der Birkensee bei Röthenbach an der Pegnitz

Versteckt im Lorenzer Reichswald, rund 13 Kilometer östlich von Nürnberg, liegt der Birkensee bei Röthenbach an der Pegnitz. Er ist bei Nürnbergerinnen und Nürnbergern seit Jahrzehnten ein echter Geheimtipp. Der ehemalige Baggersee, der bis in die 1980er Jahre für Sandabbau genutzt wurde, besteht aus dem Großen und dem Kleinen Birkensee. Schwimmen und Baden ist im Großen Birkensee erlaubt, der mit seiner markanten Sanddüne am Ostufer und Liegewiesen unter schattenspendenden Bäumen zum Verweilen einlädt. Wer möchte, kann am Wochenende auch Tretboote und Pedelecs ausleihen - für Snacks und Getränke sorgt in der Hochsaison ein kleiner mobiler Kiosk vor Ort.

Anreise: Mit der S-Bahn geht es von Nürnberg Hauptbahnhof nach Röthenbach an der Pegnitz. Von dort aus bringt die Buslinie 331 Besucherinnen und Besucher nach Renzenhof. Nun steht noch ein halbstündiger Spaziergang zum Birkensee an.

Der Jägersee bei Feucht südlich von Nürnberg

Wer den Trubel großer Badeseen lieber meidet, für den ist eventuell der Jägersee bei Feucht etwas. Rund 30 Kilometer südlich von Nürnberg, eingebettet in eine ruhige Waldlandschaft zwischen Röthenbach bei St. Wolfgang und Feucht, liegen gleich zwei Seen nebeneinander - durch einen schmalen Uferstreifen voneinander getrennt. Baden ist in beiden möglich: Der Große Jägersee lädt mit seinen verwinkelt-idyllischen Uferbuchten zum Entspannen ein, der Kleine Jägersee gilt als kühler und klarer. Statt weitläufiger Liegewiesen gibt es hier schattige Plätze zwischen den Bäumen. Der Jägersee ist damit das Gegenstück zu den großen, touristisch erschlossenen Seen der Region: kein Kiosk, keine Surfschule, keine Tretbootvermietung - dafür Natur pur.

Anreise: Die schnellste Verbindung zum Jägersee ab Nürnberg erfolgt über den Bahnhof Feucht oder Feucht Ost. Bis hierhin dauert es mit der S-Bahn ab Hauptbahnhof Nürnberg rund 15 Minuten. Innerhalb von 20 Minuten erreichen Badegäste von Feucht aus den See zu Fuß.

Der Baggersee Baiersdorf nördlich von Nürnberg

Der Baggersee Baiersdorf liegt idyllisch in der Regnitzaue westlich des Ortes, rund 30 Kilometer nördlich von Nürnberg. Der ehemalige Baggersee wurde renaturiert und hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Baumbestandene Ufer wechseln sich mit kleinen Sandstrandabschnitten ab, die flach ins Wasser führen - gut geeignet für Familien mit Kindern. Wer möchte, findet auch weitläufigere Liegewiesen zum Sonnenbaden und Ballspielen.

Anreise: Der Baggersee Baiersdorf ist gut über den Bahnhof Baiersdorf angebunden. Von Nürnberg Hauptbahnhof aus dauert es mit der S1 dorthin 34 Minuten. Der Fußweg vom Bahnhof in Baiersdorf zum Badesee beträgt rund 20 Minuten.

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