Nürnberg - Jahrzehntelang warteten die Nürnberger auf die Rückkehr ihres Volksbads. Doch die Sanierung der Jugendstil-Perle wird sich nochmal verzögern und deutlich kostspieliger. Die Stadt muss ihre Pläne erneut korrigieren.

Von vielen Nürnbergerinnen und Nürnbergern wird der Moment heiß ersehnt, endlich wieder im Volksbad Bahnen zu ziehen und zu entspannen. Doch das Mammutprojekt Volksbad Nürnberg gerät weiter aus dem Zeit- und Kostenrahmen. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, steigen die Gesamtkosten der Sanierung von ursprünglich kalkulierten 56 Millionen Euro auf inzwischen 90 bis 100 Millionen Euro. Damit könnte das Projekt am Ende fast doppelt so teuer werden wie ursprünglich geplant. Und das ist nicht alles: Gleichzeitig verschiebt sich die Wiedereröffnung erneut.

Für das historische Jugendstilbad ist es nicht die erste Terminverschiebung. Noch im Frühjahr 2026 hatte die Stadt einen Eröffnungstermin für Anfang 2027 genannt. Nun müssen sich die Nürnbergerinnen und Nürnberger erneut auf eine längere Wartezeit einstellen.

Als Gründe für die gestiegenen Kosten und die Verzögerung nennt die Stadt unter anderem unvorhersehbare Schäden am mehr als 100 Jahre alten Baudenkmal, zusätzliche Anforderungen des Denkmalschutzes sowie die stark gestiegenen Bau-, Material- und Lohnkosten der vergangenen Jahre.

Da die Fördermittel nicht im gleichen Maße steigen wie die Baukosten, müsse Nürnberg auch deutlich mehr eigenes Geld in die Hand nehmen, heißt es weiter. Der städtische Eigenanteil soll nun bei 56 bis 66 Millionen Euro liegen.

„Schön seit längerem aus dem Ruder gelaufen“: Volksbad-Sanierung in Nürnberg verschiebt sich erneut

Der seit Mai zuständige Bürgermeister und Werkleiter von NürnbergBad, Andreas Krieglstein, räumte ein, dass das Projekt bereits seit längerer Zeit erhebliche Probleme habe. Wörtlich erklärte er, das Volksbad bewege sich in einem „Labyrinth“ und sei „offensichtlich schon seit längerem aus dem Ruder gelaufen“. Die Ursachen seien vielfältig.

Nach Angaben der Stadt wurden inzwischen das Kosten- und Termincontrolling verschärft, zusätzliche personelle Kapazitäten auf der Baustelle geschaffen und die Zusammenarbeit der beteiligten Firmen verbessert. Außerdem werden mögliche Regressansprüche gegen Planer und Fachfirmen geprüft.

Der Werkausschuss NürnbergBad hat am Freitag beschlossen, das Projekt trotz der erheblichen Mehrkosten fertigzustellen. „Ich bin den Kolleginnen und Kollegen im Nürnberger Stadtrat dankbar, dass wir das Projekt trotz der großen Probleme zum Abschluss bringen wollen“, ergänzt Bürgermeister Andreas Krieglstein. Die Eröffnung des denkmalgeschützten Volksbads ist nun frühestens für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.