
„Tumor gehabt, in Behandlung gegangen, Glück gehabt, weil geile Ärzte, natürlich wieder alles Kölner“ - so fasst Torsten Sträter die wohl härtesten Monate seines Lebens zusammen. Trocken, lakonisch, typisch Sträter. Im 1Live-Comedy-Talk mit Felix Lobrecht sprach der 59-Jährige nun erstmals ausführlich über seine Krebs-Erkrankung und zog dabei eine Bilanz, die man von ihm nicht anders erwartet hätte: mit Humor.
Es seien „sicherlich die amüsantesten sechs Monate meines Lebens“ gewesen, sagte Sträter laut dpa im Gespräch mit Lobrecht. Und dann, fast beiläufig: „Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung und habe mich noch nie so gut gefühlt.“
Dass der Comedian in letzter Zeit deutlich schlanker wirkt, hat dabei weniger mit der Krebstherapie zu tun als mit einer weiteren Diagnose, die die Ärzte parallel stellten: Sträter hat Diabetes. Seit er aufgehört habe, Zucker zu essen, habe er „unverhältnismäßig viel abgenommen“, erklärte er. Wer also dachte, der Gewichtsverlust sei ein Zeichen dafür, dass es ihm schlecht geht, liegt falsch: „Mir geht‘s wirklich gut“, betonte Sträter.
Zu Beginn des Jahres hatte er seine Auftritte absagen müssen, Mitte April machte er seine Krebs-Diagnose dann öffentlich. Nähere Angaben zur Art des Tumors machte er dabei nicht. Bereits im Mai stand er wieder auf der Bühne.
Das Gespräch mit Lobrecht ist seit Freitag in der ARD Mediathek abrufbar. Im WDR Fernsehen soll es am 5. September um 23:15 Uhr ausgestrahlt werden.
Sträter, 1966 in Dortmund-Eving geboren, zählt zu den bekanntesten Kabarettisten Deutschlands. 2024 wurde er mit dem Deutschen Comedypreis für sein Live-Programm ausgezeichnet. 2022 erhielt er zusammen mit Kurt Krömer einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung - für eine Folge von „Chez Krömer“, in der beide offen über ihre Erfahrungen mit Depressionen sprachen. Dass Sträter nun auch mit einer Krebs-Erkrankung so umgeht, wie er es tut, nämlich mit Offenheit und Selbstironie, überrascht seine Fans wohl kaum.