Nürnberg - Die historische Hitzewelle Ende Juni ist kaum vorbei, da deuten Wettermodelle auf die nächste hin. Zunächst bringt ein Nordwestwind Abkühlung, doch dann steigen die Temperaturen wieder. Drohen wieder mehr als 40 Grad?

Noch vor wenigen Tagen zeigte das Thermometer in Teilen Deutschlands über 40 Grad: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach von einer historischen Hitzewelle, die in ihrer Intensität für einen Juni beispiellos war. Jetzt dreht der Wind auf Nordwest, die Temperaturen fallen auf 17 bis 25 Grad, und mancherorts regnet es wieder. Dennoch sind sich die Wettermodelle weitgehend einig: Die nächste Hitzewelle kommt. Die Frage ist nur, wann und wie heftig.

Zunächst liegt Deutschland auf der sogenannten kalten Seite des Hochdrucks. Die Hitze, die sich gerade über Spanien und Frankreich aufbaut, bleibt vorerst westlich der deutschen Grenzen. Laut Prognosen von weather.com und wetterprognose-wettervorhersage.de soll sich das erst Ende der kommenden Woche ändern, wenn erste Ausläufer der neuen Hitze den Westen Deutschlands erreichen. Im Westen und Südwesten sind dann vereinzelt 30 Grad möglich, im Rest des Landes bleibt es zunächst frischer.

Mitte Juli als entscheidendes Zeitfenster

Ab Mitte Juli rechnen mehrere Wettermodelle mit einer erneuten Hitzewelle über Deutschland. Einen Teil der Erklärung liefert ein Phänomen aus den Tropen: die sogenannte Madden-Julian-Oszillation, kurz MJO. Dabei handelt es sich um eine wandernde Gewitterzone, die sich alle 30 bis 60 Tage einmal um den Globus bewegt und dabei die Zirkulation der Atmosphäre auch in Europa beeinflusst. Laut Focus Online erklärt Meteorologe Dominik Schenk den Zusammenhang so: Eine aktive MJO-Phase Anfang Juli könne dazu führen, dass sich über Mitteleuropa ein stabiles Hochdruckgebiet aufbaut, das warme Luft fest- und Regen fernhält. Rechne man von dieser tropischen Aktivität einige Tage weiter, ergebe sich daraus das Zeitfenster Mitte Juli - genau dann, wenn auch die Wettermodelle die nächste Hitzewelle für Deutschland prognostizieren.

Wie heiß es dann wird, ist noch offen. Wetterprognose-wettervorhersage.de nennt für Mitte Juli zunächst Höchstwerte um 35 Grad. Ob auch die 40-Grad-Marke wieder geknackt wird, hängt davon ab, ob sich erneut eine sogenannte Hitzeglocke über Europa aufbaut, also ein stabiles Hochdruckgebiet, das heiße Luft über einem Gebiet einschließt und kaum Abkühlung zulässt. Das Risiko dafür ist laut den Prognosen im Westen und Süden Deutschlands deutlich höher als im Norden und Osten. Die aktuelle Abkühlung ist also letztlich nur eine Pause, kein Wendepunkt.