SCHNAITTENBACH - Ein sechsjähriger Junge kommt bei einem tragischen Badeausflug in einem Becken ums Leben. Bayern blickt ganz allgemein auf eine schreckliche Bilanz nur an diesem Wochenende zurück.

Es ist ein schrecklicher Vorfall am Wochenende, der einem kleinen Jungen das Leben auf tragische Art und Weise gekostet hat. Ein sechsjähriger Junge befand sich am Samstag, den 27. Juni 2026, gemeinsam mit seinen Eltern im Naturbad Schnaittenbach in der Oberpfalz. Am späten Nachmittag ging das Kind nach ersten Erkenntnissen unbeaufsichtigt in das Wasser, obwohl es nicht schwimmen konnte. Kurz darauf wurde der Junge vom Bademeister aus dem Wasser geborgen. Zwei Kinder machten diesen auf den bewegungslosen Jungen im Wasser aufmerksam. Gemeinsam mit einem zufällig anwesenden Arzt wurden umgehend Reanimationsmaßnahmen eingeleitet. Anschließend wurde der Junge mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Dort verstarb das Kind trotz weiterer Reanimationsversuche. Tragischerweise sei jegliche Hilfe für den kleinen Jungen am Ende zu spät gekommen, berichtet das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer Pressemitteilung von Montagmittag (29. Juni 2026).

Die Kriminalpolizei Amberg bittet im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen nun auch Zeugen, welche Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Badeunfall gemacht haben, sich bei der Kriminalpolizei Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 oder jeden anderen Polizeidienststelle zu melden. Insbesondere werden die Ersthelfer sowie zwei circa 6 - 7 -jährige Kinder, welche den Sechsjährigen bewegungslos im Wasser entdeckt hatten, gebeten, sich mit ihren Eltern bei der Polizei zu melden.

Die Polizei weist noch einmal eindringlich für ein sicheren Badeausflug darauf hin:

Schwimmkenntnisse prüfen: Gehen Sie niemals ins Wasser, wenn Sie sich nicht absolut sicher in der Tiefe und den Bedingungen des Gewässers bewegen können

Vorsicht bei fließenden Gewässern: Fließende Gewässer bergen auch für erfahrene Schwimmer Gefahren und sollten nur außerhalb des Strömungsbereich genutzt werden

Keine Selbstüberschätzung: Auch bei warmer Luft kann die Wassertemperatur zu einem Kälteschock führen, der körperliche Reaktionen wie Atemnot auslöst

Niemals allein baden: Suchen Sie zum Schwimmen immer Orte auf, an denen im Notfall Hilfe schnell verfügbar ist

Aufsichtspflicht beachten: Kinder und Jugendliche dürfen niemals ohne direkte Aufsicht eines Erwachsenen in der Nähe von Gewässern spielen

Schnelle Hilfe leisten: Bei scheinbar ertrinkenden Personen Unbeteiligte dazu holen, den Notruf wählen und möglichst von Land Hilfe leisten und ohne sich selbst in Gefahr zu bringen

Insgesamt blickt Bayern auf eine Horror-Bilanz an diesem Wochenende zurück. Bei Höchstwerten nahe der 40-Grad-Marke sind am Wochenende mehrere Menschen beim Baden in Bayern gestorben. Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zählte nach einer Auswertung am Montag vier Badetote, wie eine BRK-Sprecherin auf Nachfrage sagte. Alle vier tödlichen Badeunfälle hätten sich in Oberbayern ereignet. Damit stieg die Zahl der beim Baden in Bayern tödlich verunglückten Menschen in diesem Jahr laut BRK auf 21. Bei 20 von ihnen handelte es sich um Männer.

Nichtschwimmer geht nahe München unter

Am Sonntagabend sei ein 84-Jähriger im Starnberger See ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Der Rentner sei regelmäßig dort baden gegangen. Als er nicht zurückkam, habe seine Familie die Polizei gerufen.

Im Olchinger See nahe München ging am selben Tag laut Polizei ein 31-Jähriger unter. Der Mann sei etwa zehn Meter vom Ufer entfernt in Not geraten. Zeugen hätten sofort Rettungskräfte der Wasserwacht gerufen, die den Mann aus dem Wasser bargen. Der 31-Jährige sei aber wenig später in einem Krankenhaus gestorben. Der Mann habe nicht schwimmen können.

Schon am Freitag mindestens zwei tödliche Badeunfälle

Schon am Freitag war ein 23-Jähriger laut Polizei beim Baden im Starnberger See ertrunken, nachdem er von einem Boot ins Wasser gesprungen und untergegangen war. Mehrere Menschen hätten noch erfolglos versucht, den jungen Mann aus dem Wasser zu retten. Taucher hätten ihn später in etwa acht Metern Tiefe gefunden.

Auf dem Chiemsee geriet laut Polizei ein 68-Jähriger ins Wasser, als er von einem Elektroboot aus baden gehen wollte. Kurz darauf habe ihn seine Begleiterin aus den Augen verloren, Rettungskräfte hätten den Mann schließlich leblos im Wasser gefunden. Die Kripo ermittelte zu den genauen Umständen des Unglücks.

„Offene Gewässer sind keine Schwimmbäder“, mahnte Thomas Huber, der Landesvorsitzende der BRK-Wasserwacht Bayern. Entfernung, Kälte, Erschöpfung oder ein kurzer Moment der Unsicherheit könnten schnell lebensgefährlich werden.

Vater rettet Sohn gerade noch aus fränkischem Badesee

Im oberfränkischen Trebgast (Landkreis Kulmbach) musste ein Vater seinen fünf Jahre alten Sohn aus einem Badesee retten. Als der Vater ihn im Wasser zu fassen bekam, war der Junge bereits bewusstlos, wie die Polizei mitteilte. Der Fünfjährige hatte am Freitag zuvor an einem Steg am Seeufer gespielt und war dann verschwunden. Andere Badende hätten dem Vater gesagt, dass der Junge tauchen gehen wollte.

Der Vater sei daraufhin ins Wasser gesprungen und habe seinen Sohn herausziehen können. Ersthelfer hätten den Jungen reanimiert. Er sei in eine Kinderklinik gebracht worden.

Seniorin steckt nach dem Schwimmen im Schlamm fest

Aus einem schlammigen Bachbett musste eine 90-Jährige nach einer Suchaktion in Oberbayern am Samstag gerettet worden. Die Frau war nach dem Schwimmen von einem See in Riedering (Landkreis Rosenheim) nicht nach Hause gekommen, wie die Polizei mitteilte. Als Angehörige in der Nähe des Tinninger Sees ihre Badesachen fanden, wählten sie den Notruf.

Die Polizei fand die 90-Jährige kurz darauf am Ufer eines Bachbetts. Sie habe sich aus dem schlammigen Untergrund nicht mehr befreien können. Sanitäter brachten die Frau in eine Klinik, wo sie nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen wurde.