Die anhaltende Hitzewelle bringt den Straßenbahnverkehr in Nürnberg weiter durcheinander. Eigentlich sollte die Betriebseinstellung nur bis in die Nacht auf Sonntag, 2 Uhr, gelten. Nun hat die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg den kompletten Straßenbahnbetrieb bis Sonntag, 28. Juni, Betriebsschluss, verlängert.
Betroffen sind die Straßenbahnlinien 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 11. Statt der Bahnen verkehren auf mehreren Strecken Ersatzbusse und teilweise auch Taxen, heißt es.
Grund für die außergewöhnliche Maßnahme sind die extremen Temperaturen. Nach Angaben der VAG hat sich an vielen Stellen im Schienennetz das Bitumen, welches als Bindemittel im Asphalt eingesetzt wird, gelöst. Dadurch könne ein sicherer Straßenbahnbetrieb derzeit nicht mehr gewährleistet werden. Bereits am Samstag habe es einige Blow-Ups gegeben, also das plötzliche Aufwölben oder Aufplatzen von älteren Betonfahrbahnen. „Unter diesen Umständen ist ein sicherer Straßenbahnbetrieb nicht zu gewährleisten“, erklärte VAG-Pressesprecherin Barbara Lohss.
Tram-Bahnen in Nürnberg bleiben wegen Hitze stehen - Ersatzverkehr auf mehreren Strecken
Damit Fahrgäste dennoch ihr Ziel erreichen können, hat die VAG einen umfangreichen Ersatzverkehr eingerichtet. Busse und Taxen fahren auf folgenden Abschnitten:
- Plärrer – Westfriedhof
- Plärrer – Am Wegfeld
- Plärrer – Gibitzenhof
- Plärrer – Schweiggerstraße – Doku-Zentrum
- Hauptbahnhof – Mögeldorf
- Rathenauplatz – Erlenstegen
- Frankenstraße – Worzeldorf
Fahrgäste sollen mehr Fahrzeit einplanen und sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung informieren, rät die Verkehrs-Aktiengesellschaft.
Hitzewelle erreicht Rekordwerte - Gluthitze und Gewitter am Sonntag gemeldet
Mit Höchstwerten von 35 bis 40 Grad in Nordbayern und 32 bis 39 Grad in Südbayern wird es laut DWD auch am Sonntag wieder brüllend heiß - aber der Bayern-Rekordwert von 40,8 Grad dürfte wohl nicht mehr geknackt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur meldet. Später bringen Gewitter Sturmböen mit sich. Die Wetterfachleute rechnen ab dem Nachmittag vielerorts mit Starkregen. Dabei können um die 20 Liter, teilweise sogar bis zu 30 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit fallen.