
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“ Diese Phrase trifft gewissermaßen auf die SpVgg Greuther Fürth zu. In den beiden entscheidenden Spielen der Saison, nämlich dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag und dem Rückspiel der Relegation gegen Rot-Weiss Essen lieferte das Kleeblatt exakt die benötigten Ergebnisse. Nach einer desolaten Saison sichert sich die Mannschaft von Cheftrainer Heiko Vogel über Umwege den Klassenerhalt.
„Wir haben die Chancen, die wir hatten, dann genutzt. Für die Essener, die es bravourös und beeindruckend gemacht haben, ist es ein hässliches Bild“, urteilte der Kleeblatt-Coach und führte an: „Umso stolzer bin ich auf meine Mannschaft, dass sie diese Aufgabe auch mit einem Quäntchen Glück geschafft hat.“
Das Momentum auf Fürther Seite brachte insbesondere der Führungstreffer, der die Dynamik des Spiels deutlich änderte. Die Art und Weise, wie sein Team auf den Rückschlag und das zweite Gegentor des Tages reagiert hat, rechnet RWE-Trainer Uwe Koschinat seinem Team hoch an: „Wir hatten gut strukturierte Angriffe, wir haben viele Konterangriffe unterbunden und haben aus meiner Sicht eine sehr gute Mischung hinbekommen, um den Anschlusstreffer zu machen, was die Verlängerung bedeutet hätte. Leider war uns das Glück nicht so hold. Prüfrock hat mit Sicherheit eine herausragende Aktion gehabt, wir haben ein knappes Abseitstor gemacht, haben wirklich alles reingeworfen.“ Insgesamte könne man aus den beiden Relegationsspielen wirklich erhobenen Hauptes herausgehen, „auch wenn das natürlich jetzt wahnsinnig weh tut“.
Maßgeblich am Fürther Sieg beteiligt war Branimir Hrgota, der nicht nur das erste Tor mit einer starken Einzelaktion einleitete, sondern auch den zweiten Treffer selbst markiere. Der Kapitän, der seinen langjährigen Herzensverein in seinem letzten Spiel im weiß-grünen Trikot zum Klassenerhalt schoss, betonte nach der Partie deren Wichtigkeit: „In so einer Partie steht so viel auf dem Spiel. Weil es auch um die Fans und die Leute geht, die hier arbeiten, wenn wir das Spiel nicht drehen. Die Mannschaft ist die ganze Saison über durch viele Täler gegangen. Es ist einfach schön, dass der Verein in der zweiten Liga bleibt - auch für mich, dass es mit keinem Abstieg hier endet. Jetzt werden wir heute alle gemeinsam noch feiern, das wird ein schöner Moment.“
Auch der andere Torschütze verabschiedet sich mit einem Bonbon: Noel Futkeu war mit 19 Toren nicht nur die Fürther Lebensversicherung, sondern holte sich damit auch die Torjäger-Kanone. Gegen seinen Ex-Klub Rot-Weiss Essen brachte der 23-Jährige seine Farben auf die Siegerstraße. Zum Abschied blickt der Angreifer auf seine Zeit beim Kleeblatt zurück: „Der ganze Verein ist mir ans Herz gewachsen. Die Menschen hier, das Umfeld. Deswegen geh ich auf jeden Fall mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Zur Relegations-Rettung sagte der Fürther Torjäger: „Wir haben das heute alle zusammen geschafft. Wir haben heute eine wunderbare Leistung gezeigt, wir wussten, was auf uns zukommt. Ich wusste aber auch ganz genau, wie heimstark wir sind und was für Spiele wir hier schon gezeigt haben in dieser Saison. Diese Überzeugung haben wir mitgenommen.“ Sein Treffer in der 29. Spielminute fungierte als regelrechter Brustlöser: „Nach dem ersten Tor hat sich schon einiges geändert. Am Ende haben wir ein bisschen gezittert, aber heute hatten wir auch ein bisschen das Glück auf unserer Seite.“
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