
Unter maximalem Druck ging die SpVgg Greuther Fürth nach der 0:1-Niederlage an der Hafenstraße ins Relegations-Rückspiel. Entsprechend nervös begann das Team von Cheftrainer Heiko Vogel, der im Vergleich zum Auswärtsspiel in Essen überraschend Sacha Bansé für Dennis Srbeny in die Startelf beorderte. Das Kleeblatt fand nur schwer in die Partie und wusste weder die Konter, für die Rot-Weiss Essen erstaunlich viel Raum bot, noch den klaren Vorteil beim Ballbesitz gewinnbringend auszuspielen. Es mangelte an Ideen im Übergangsspiel ins letzte Drittel, an Mut und in vielen Situationen auch an Präzision. Zahlreiche Unsicherheiten prägten die Fürther Anfangsphase.
Die Gäste hatten zwar weniger vom Spiel, verbuchten zunächst aber die gefährlicheren Chancen. Erst scheiterte Gianluca Swajkowski, nachdem er Philipp Ziereis mit einem Heber ausgespielt hatte, aus zentraler Position mit einem zu unplatzierten Flachschuss an Silas Prüfrock (10.). Kurz darauf lenkte der Fürther Schlussmann eine Direktabnahme von Torben Müsel über die Latte (13.).
Für das Kleeblatt wurde zunächst nur Jannik Dehm mit einem Distanzschuss gefährlich: Eine vermeintliche Flanke des Rechtsverteidigers senkte sich direkt aufs Tor, prallte aber nur gegen die Latte. Glück für Essen-Keeper Jakob Golz, der sich dabei sichtlich verschätzt hatte (18.). Ansonsten blieben die Hausherren trotz zwischenzeitlich 72 Prozent Ballbesitz harmlos – entsprechend überraschend fiel der Führungstreffer.
Futkeu stochert und trifft
Branimir Hrgota tankte sich stark durch die rechte Strafraumhälfte an mehreren Gegenspielern vorbei und legte dann quer auf Felix Klaus. Der Routinier wurde beim Abschlussversuch aus kurzer Distanz gerade noch gestört, brachte den Ball aber immerhin noch nach links weiter. Dort drückte Noel Futkeu, bereits mit einem Knie am Boden, den Ball an den Innenpfosten und von dort ins Tor (29.). Ein Stochertor, aber ein unglaublich wichtiges, das der Fürther Mannschaft sichtlich Auftrieb gab.
Bis zur Pause entwickelte das Kleeblatt eine regelrechte Drangphase, erspielte sich im ersten Durchgang insgesamt zehn Torabschlüsse und hätte sogar noch erhöhen können. Wie fragil die Führung war, zeigte sich jedoch in der 36. Minute. Mittelfeldmann Müsel löste eine Pressingsituation gegen zwei Fürther mit einer starken Bewegung auf und steckte anschließend mustergültig auf Jaka Cuber Potocznik durch, der hinter die Kette stieß und auf Kaito Mizuta zurücklegte. Der Japaner vollendete den einzigen wirklich gefährlichen Angriff seit der Fürther Futkeu-Führung, durfte jedoch nicht jubeln, weil der Vorlagengeber zuvor knapp im Abseits gestanden hatte.
Somit ging es mit einer 1:0-Führung für Fürth, das damit das Hinspielergebnis egalisiert hatte, in die Pause. Das Kleeblatt hatte sich den Vorsprung insbesondere durch die starke Phase vor der Halbzeit verdient.
Hrgota schlenzt, Fürth drückt
Und im zweiten Durchgang machte das Kleeblatt genau dort weiter: Eine Seitenverlagerung landete bei Kapitän Hrgota auf dem rechten Flügel. Der Linksfuß zog nach innen, wurde vom eingewechselten Dickson Abiama sträflich wenig unter Druck gesetzt und schlenzte den Ball vom Strafraumeck malerisch ins Netz (47.). Der Traumstart für Fürth in die zweite Hälfte.
Das Spiel wurde zunehmend offener, lebhafter und chancenreicher. Die Gäste prüften Prüfrock unter anderem mit einem zu unpräzisen Abschluss von Michael Kostka (50.). Das Kleeblatt drängte auf das dritte Tor: Futkeu verpasste eine Itter-Flanke nur knapp (49.), ein frecher Abschluss von Sayfallah Ltaief aufs kurze Eck konnte gerade noch pariert werden (52.) – ebenso wie ein Futkeu-Torschuss aus wenigen Metern (56.). Doch der dritte Treffer wollte zunächst nicht fallen.
Stattdessen traf Rot-Weiss Essen erneut – diesmal durch Cuber Potocznik, der eine Flanke von Jannik Hofmann ins Netz verwertete. Wieder griff der Video-Assistent ein und entschied auf Abseits. Damit wurden Rot-Weiss Essen gleich zwei Treffer im Rückspiel aberkannt, beide Entscheidungen jedoch zurecht (70.). In der Folge scheiterte die Elf von Uwe Koschinat nicht mehr an Abseitsentscheidungen, sondern am eigenen Unvermögen: Ein Abiama-Kopfball prallte vom Pfosten direkt vor das leere Tor - Torben Müsel setzte aus wenigen Metern Entfernung und zentraler Position vor dem quasi leeren Tor zum Kopfball an, doch Prüfrock hechtete noch in den laschen Abschluss und rettete auf der Linie (81.). In der 88. Minute vergab Mizuta die nächste Großchance, als er freistehend vor Prüfrock das Tor verfehlte.
Nach einer Schlussphase, die von mehreren Essener Großchancen geprägt war, die das Kleeblatt aber mit Glück und der (berechtigten) Zuhilfe des Videoschiedsrichters überstand, endet das Relegations-Rückspiel mit 2:0. Die Spielvereinigung sichert sich damit den Klassenerhalt.
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