
Deutschlands Rekordtorwart Manuel Neuer kehrt zwei Jahre nach seinem Rücktritt zur Fußball-Weltmeisterschaft in die deutsche Nationalmannschaft zurück. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt bei dem am 11. Juni beginnenden Turnier in den USA, Kanada und Mexiko auf den inzwischen 40 Jahre alten Kapitän des FC Bayern München.
Der bislang als Nummer eins vorgesehene Hoffenheimer Oliver Baumann (35) wird kurz vor dem Start der Vorbereitung auf die WM-Endrunde zurückgestuft. Dritter Torwart im Aufgebot ist der Stuttgarter Alexander Nübel.
Diese Spieler sind offiziell für die WM 2026 nominiert:
Tor:
Oliver Baumann
Manuel Neuer
Alexander Nübel
Defensive:
Waldemar Anton
Nathaniel Brown (Ex-Cluberer)
Pascal Groß
Joshua Kimmich
Felix Nmecha
Aleksandar Pavlovic
David Raum (Ex-Fürther)
Antonio Rüdiger
Nico Schlotterbeck
Angelo Stiller
Jonathan Tah
Malick Thiaw
Offensive:
Nadiem Amiri
Maximilian Beier
Leon Goretzka
Kai Havertz
Lennart Karl
Jamie Leweling (Ex-Kleblatt-Profi)
Jamal Musiala
Leroy Sané
Deniz Undav
Florian Wirtz
Nick Woltemade
Für zahlreiche Spieler hagelte es damit auch bitterböse Enttäuschungen. Geplatzt ist der WM-Traum für folgende Profis:
Robert Andrich (31/Leverkusen)
Chris Führich (28/Stuttgart)
Niclas Füllkrug (33/AC Mailand, einst sowohl für das Kleeblatt, als auch den FCN aktiv)
Robin Koch (29/Eintracht)
Jonathan Burkardt (25/Eintracht)
Noah Atubolu (23/Freiburg)
Yann Aurel Bisseck (25/Inter Mailand)
Maximilian Mittelstädt (29/Stuttgart)
Josha Vagnoman (25/Stuttgart)
Tim Kleindienst (30/Gladbach)
Karim Adeyemi (24/BVB)
Said El Mala (19/Köln)
Tom Bischof (20/Bayern)
Matthias Ginter (32/Freiburg)
Ridle Baku (28/Leipzig)
Benjamin Henrichs (29/Leipzig)
Bei der Nominierung des Kaders auf dem DFB-Campus in Frankfurt wurde zudem klar, dass der Kölner Angreifer Said El Mala entgegen vorheriger Medienberichte doch nicht zum Kreis der 26 WM-Spieler gehört. Auch Matthias Ginter vom SC Freiburg bekam einen Tag nach der Niederlage im Finale der Europa-League gegen Aston Villa (0:3) keine Einladung von Nagelsmann.
Neuer letzter Rio-Champion
Da Ginter fehlt, ist Neuer der einzige verbliebene Weltmeister von 2014 im Aufgebot für das XXL-Turnier mit 48 Mannschaften. Eine Kehrtwende im Fall Neuer schien lange ausgeschlossen, doch in der Vorwoche sickerten erste Infos durch. Bei seinem Auftritt im ZDF-„Sportstudio“ am Samstag wich Nagelsmann noch allen Fragen aus.
Der Torwart hatte bis zuletzt immer wieder glaubhaft betont, sein Rücktritt aus der Nationalelf sei in Stein gemeißelt. Verkündet hatte er ihn freilich vor zwei Jahren auch in der Annahme, dass Nagelsmann fortan auf Marc-André ter Stegen als Nummer eins setzen würde. Das war tatsächlich der Plan des Bundestrainers. Dieser wurde aber von mehreren schweren Verletzungen ter Stegens durchkreuzt.
Das eröffnete Baumann eine unverhoffte Chance. Der Hoffenheimer war ein sicherer Rückhalt während der gesamten WM-Qualifikation im zweiten Halbjahr 2025 und stieg zur Nummer eins auf. Nun muss er die Rückstufung akzeptieren.
Angeführt wird das Aufgebot von Kapitän Joshua Kimmich. Seine Stellvertreter Kai Havertz und Antonio Rüdiger sind nach langen Verletzungen rechtzeitig wieder in WM-Verfassung, wie auch der Dortmunder Felix Nmecha. Jüngster Akteur im Aufgebot ist Bayern-Teenager Lennart Karl mit 18 Jahren und der Erfahrung von zwei Länderspielen.
Nachricht zu El Mala wird nicht bestätigt
Der ein Jahr ältere El Mala fährt doch nicht zur WM, entgegen anderer Meldungen aus Köln. Der 19-Jährige hat noch kein Länderspiel bestritten, aber erheblichen Anteil am Klassenerhalt des 1. FC Köln gehabt. Den Sprung ins Aufgebot schafften die in diesem Jahr bisher nicht berücksichtigten Maximilian Beier und Nadiem Amiri. Für den Münchner Tom Bischof war hingegen kein Platz frei.
Vereinzelte Weltklasseleistungen von Neuer in der Champions League lösten immer wieder eine öffentliche Debatte um den Keeper aus. Experten und auch Ex-Nationalspieler äußerten, dass auch der beste Torwart bei der WM spielen müsse. Gegen Neuer spricht freilich eine vermehrte Verletzungsanfälligkeit im Alter. Eine Wadenblessur behindert ihn aktuell kurz vor dem DFB-Pokalfinale mit dem FC Bayern am kommenden Samstag in Berlin gegen den VfB Stuttgart.
Viele Titel und große Comebacks
Der in Gelsenkirchen geborene Neuer, der seinen Vertrag in München noch einmal bis 2027 verlängerte, hat in seinen mehr als 20 Profi-Jahren das Torwartspiel mit seiner speziellen Art auf ein neues Level gehoben. Von der WM 2010 bis zur EM 2024 stand Neuer bei allen großen Turnieren im DFB-Tor. Mit 124 Länderspielen ist er Deutschlands Rekordkeeper. Sein größter Erfolg war der Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.
In der Gruppenphase spielt die Nationalmannschaft am 14. Juni in Houston gegen Curaçao, am 20. Juni im kanadischen Toronto gegen die Elfenbeinküste und am 25. Juni in East Rutherford gegen Ecuador. Das Teamquartier wird in Winston-Salem in US-Bundesstaat North Carolina bezogen.
