Wien - Am kommenden Samstag ist es soweit. Eines der größten Musikereignisse Europas steht an - das Finale des Eurovision Song Contest (ESC). Hier eine kurze Übersicht über das Event.

Seit gestern Abend stehen alle 25 Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2026 fest. Am kommenden Samstag um 21 Uhr beginnt das Finale in Wien. Millionen Zuschauer verfolgen das Event jährlich. Auch in diesem Jahr wird das Spektakel bei der ARD übertragen. Hier bei nordbayern wird über den ESC in einem Live-Ticker berichtet.

Die finalen Teilnehmer

Alle Nationen müssen sich zunächst für ihre Teilnahme im Finale im Halbfinale qualifizieren. Alle - außer den „Big Five“. Diese sind automatisch für das Grand Final qualifiziert. Die „Big Five“ sind: Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien. Wie die ARD berichtet, forderte das norwegische Fernsehen NRK die „Big Five“-Regel, nachdem Deutschland sich 1996 nicht für das Finale qualifizieren konnte. Die deutschen Zuschauer fehlten am Finalabend, weshalb sich das norwegische Fernsehen sowie Sponsoren beschwerten. Ohne diese Länder gibt es am Finalabend einen „erheblichen Abfall der eurovisionären Zuschauermenge“. Außerdem zahlen die oben genannten Nationen am stärksten in den Topf des European Broadcasting Union ein.

Diese weiteren zwanzig Länder haben sich in den beiden Halbfinals durchsetzen können:

  • Belgien: ESSYLA mit „Dancing on the Ice“
  • Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen mit „Liekinheitin“
  • Griechenland: Akylas mit „Ferto“
  • Israel: Noam Bettan mit „Michelle“
  • Kroatien: LELEK mit „Andromeda“
  • Litauen: Lion Ceccah mit „Sólo quiero más“
  • Moldau: Satoshi mit „Viva, Moldova!“
  • Polen: ALICJA mit „Pray“
  • Schweden: FELICIA mit „My System“
  • Serbien: LAVINA mit „Kraj mene“
  • Bulgarien: Dara mit „Bangaranga“
  • Aserbaidschan: Jiva mit „Just Go“
  • Rumänien: Alexandra Căpitănescu mit „Choke Me“
  • Luxemburg: Eva Marija mit „Mother Nature“
  • Tschechien: Daniel Žižka mit „Crossroads“
  • Armenien: Simón mit „Paloma Rumba“
  • Schweiz: Veronica Fusaro mit „Alice“
  • Zypern: Antigoni mit „Jalla“
  • Lettland: Atvara mit „Ēnā“
  • Dänemark: Søren Torpegaard Lund mit „Før vi går hjem“
  • Australien: Delta Goodrem mit „Eclipse“
  • Ukraine: Leléka mit „Ridnym“
  • Albanien: Alis mit „Nân“
  • Malta: Aidan mit „Bella“
  • Norwegen: Jonas Lovv mit „Ya Ya Ya“

Punktevergabe beim ESC

Nach den Auftritten der Teilnehmer geht es um die Punktevergabe. Auch Länder, die bereits im Halbfinale ausgeschieden sind, dürfen an dieser Abstimmung teilnehmen. Für sich selbst darf man nicht abstimmen. Die vergebenen Punkte eines Landes setzen sich aus den Stimmen einer Jury (bestehend aus Experten und interessierten Laien) sowie aus dem Televoting zusammen. Diese bewerten die einzelnen Auftritte und vergeben Punkte von 1-12. Alle weiteren Länder erhalten keine Punkte. Das Land mit den meisten Punkte gewinnt am Ende den Eurovision Songcontest.

Boykotte und Absagen

Bereits im Vorfeld gab es einige Rückzüge und Boykotte vom Wettbewerb. Für einige Länder spielte die Teilnahme Israels eine große Rolle. So boykottieren Spanien, Irland, Island, Slowenien und die Niederlande den ESC als Protest gegen die Teilnahme Israels. Weiter berichtet die Tagesschau, dass die Slowakei und Nordmazedonien aufgrund zu hoher Teilnahmekosten nicht teilnehmen. Bosnien und Herzegowina nehmen aufgrund ihrer Schulden bei der EBU nicht teil. Die Türkei nimmt bereits seit 2013 nicht mehr am Wettbewerb teil. Medienberichten zufolge sind die offiziellen Gründe hierfür das Abstimmungsverfahren sowie die kulturellen Differenzen. Auch Ungarn nimmt nicht teil. Die inoffizielle Begründung für die Nicht-Teilnahme lautet Medienberichten zufolge, dass der ESC „zu schwul“ sei.

Kritik an deutscher Teilnehmerin Sarah Engels

Für Deutschland geht Sarah Engels an den Start. Die Sängerin machte sich bereits 2011 bei ihrer Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“ einen Namen. Im Vorfeld zu ihrem Auftritt am Samstag wurde sie von mehreren Medien interviewt. So unter anderem von einem Mitarbeiter des Podcast „Merci, Chérie“. Hier wurde sie auf ihre Haltung zum Feminismus angesprochen. „Feministisch würde ich nicht sagen. Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer“, antwortet die Sängerin. Der Ausschnitt des Interviews geht in den Sozialen Medien viral und sorgt für große Kritik bei Fans. „Ich glaube, da weiß jemand nicht, was Feminismus ist“, kommentiert ein Nutzer. Andere User schreiben: „Peinliche Aussage“ oder „Sie kennt die Definition nicht“. Ob sie sich am Samstag mit ihrem Song „Fire“ trotz der Kritik durchsetzen kann, seht ihr ab 21 Uhr in der ARD oder lest ihr in unserem Live-Ticker.