
Wie sagt man so schön? Wenn die Generalprobe schief läuft, wird der Auftritt super. Für Sängerin Sarah Engels, die Deutschland in diesem Jahr bei dem Gesangswettbewerb vertreten wird, gestaltet sich der Auftakt in Wien für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) auf jeden Fall alles andere als geschmeidig - ein guter Vorbote? Medienberichten zufolge landete die Sängerin ohne ihre Koffer am Veranstaltungsort. Sämtliche Kostüme und Outfits für ihre Auftritte fehlten zunächst. Inzwischen konnten die Sängerin und ihr Koffer aber wieder vereint werden.
Der Wettbewerb findet in seiner 70. Ausgabe in der Wiener Stadthalle statt. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Event in der österreichischen Hauptstadt sind hoch.
Über Instagram wurde bereits ein erster Vorgeschmack auf den ESC-Auftritt von Engels gepostet. Die Sängerin ist einem transparenten, mit Strasssteinen besetzten Outfit auf der Bühne zu sehen.
Wie ist der Zeitplan?
Die Halbfinals finden am 12. und 14. Mai statt. Dort entscheidet sich, wer sich für die große Finalshow am 16. Mai qualifiziert. Die größten vier Geldgeber der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien, sowie Vorjahressieger Österreich stehen automatisch im Finale. Übertragen werden die Shows in der ARD.
Jeweils zehn Länder aus den Halbfinals ziehen in die Finalshow ein. Insgesamt werden dann 25 Landesvertreterinnen und -vertreter in der Show am 16. Mai auftreten.
Wer moderiert den ESC 2026?
Das Moderatoren-Team besteht auch für deutsche Zuschauer und Zuschauerinnen aus alten Bekannten. Schauspieler Michael Ostrowski war unter anderem in „Kokowääh 2“ und in mehreren Eberhofer-Krimis zu sehen. Victoria Swarovski dürfte vor allem RTL-Zuschauerinnen und Zuschauern bekannt sein. Sie moderiert „Das Supertalent“ und „Let‘s Dance“.
Wer hat eine Chance auf den Sieg?
Das letzte Mal siegreich war Deutschland beim ESC 2010 mit Lena Meyer-Landrut und ihrem Song „Satellite“. Stellt sich die Frage, ob Sarah Engels die nächste sein wird, die die Trophäe holt. Blickt man auf die aktuellen Wetten, ist die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering. Wie der Südwestrundfunk berichtet, sehen die Buchmacher die 33-Jährige eher im hinteren Mittelfeld. Besonders viele Chancen werden hingegen Finnland, Griechenland und Dänemark zugerechnet. Wer das Rennen am Ende wirklich macht, wird am Samstagabend feststehen.
Wird das Musik-Event am Ende von politischen Spannungen überschattet?
Der ESC findet unter dem Motto „United by Music“ statt. Doch der anstehende Contest könnte von politischen Spannungen überschattet werden. Mehrere Länder, darunter Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island, kündigten an, die Veranstaltung boykottieren zu wollen. Sie wollen nicht an dem Wettbewerb teilnehmen, solange auch Israel einen Beitrag liefert. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verurteilen die fünf Länder das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen.
In einem Gespräch mit der dpa sagte Engels angesichts der angespannten Situation: „Auf der Welt passieren aktuell schlimme Dinge. Davor darf man auf keinen Fall die Augen verschließen.“ Und weiter: „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Eurovision Song Contest die falsche Bühne ist, um tiefe politische Konflikte auszutragen.“
Die Europäischen Rundfunkunion hält aber an der Teilnahme von Israel fest. Der Wettbewerb sei laut EBU ein Zusammenschluss von Rundfunkanstalten und nicht von Regierungen, berichtet die Deutsche Welle. Weiter heißt es von Seiten der dpa, bei den Behörden seien mehrere Demonstrationen, meist aus einem pro-palästinensischen Umfeld, angemeldet. Spannend wird es also aller Voraussicht nach nicht nur auf der Bühne.
Auch das Auswärtige Amt weist in den Reiseinformationen für Österreich auf den ESC hin. Demnach müsse in Wien vom 10. bis zum 17. Mai mit größeren Verkehrsbehinderungen und Menschenansammlungen in der Innenstadt gerechnet werden.
Hier bei nordbayern werden wir am Abend des Finales in einem Live-Ticker über den ESC berichten.