Bremen/Hannover - Leben gerettet und Leben verloren: Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der DLRG ziehen Bilanz und warnen mit Blick auf die anstehende Badesaison.

235 Menschen konnten Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der DLRG im vergangenen Jahr in Bayern das Leben retten. Bundesweit konnten sie sogar deutlich mehr als 1000 Menschen vor dem Tod bewahren. Insgesamt retteten die Ehrenamtlichen 1154 Menschen - ein Jahr zuvor waren es sogar 1446, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in ihrer Jahresbilanz mitteilt. Das schließt diejenigen mit Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Strand oder auch abseits des Strandes ein. Vor dem Ertrinken bewahrten die Wasserretter bundesweit 704 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 699.

Mindestens 393 Menschen konnten die Lebensretter im vergangenen Jahr allerdings nicht mehr helfen, sie ertranken. 2024 waren es 411. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt: Mehr als 642.000 Mitglieder zum Ende des vergangenen Jahres bedeuteten den Angaben zufolge den höchsten Stand in der Geschichte der Organisation - und einen Anstieg um gut 2,3 Prozent im Vergleich mit 2024.

Zum Auftakt in die diesjährige Badesaison warnt die DLRG-Präsidentin Ute Vogt davor, Gefahren zu unterschätzen: „Im Mai und auch zumeist noch im Juni sind die Gewässer oft noch kalt. Daran muss sich der Körper langsam gewöhnen. Wer übermütig handelt, riskiert unter Umständen sein Leben.“ Das gilt auch für Personen, die in schnell strömenden oder viel befahrenen Gewässern baden und schwimmen gehen. Häufig seien es wenig geübte Schwimmer oder gar Nichtschwimmer, die in Gefahr geraten.

Die DLRG empfiehlt deshalb, möglichst nur Schwimmbäder und bewachte Badestellen aufzusuchen. „Alkohol und andere Drogen sind äußerst schlechte Begleiter an sonnigen Badetagen. Die verändern die Wahrnehmung, stressen den Körper und verleiten zu übermütigem Verhalten“, ergänzt Vogt. Erst vor wenigen Tagen wurde ein junger Mann im Main als vermisst gemeldet, nachdem er den Fluss durchqueren wollte.