
Die Switch 2 wird teurer, das hat Nintendo vor wenigen Tagen offiziell angekündigt. Damit folgt die japanische Firma dem Trend der Konkurrenz: Statt günstiger werden Konsolen immer teurer, je länger sie auf dem Markt sind. Jahrzehntelang war es genau umgekehrt. Na gut, dann halt zurück zu den guten alten Zeiten und einfach Retro statt Next-Gen zocken - könnte das die Lösung sein? Als ich am Wochenende über den Trempelmarkt in Nürnberg gestreift bin, hat sich diese Illusion endgültig in Luft aufgelöst.
Früher wurden Nintendo-Spiele auf Flohmärkten verramscht
Denn auch der Markt für Retro-Spiele entwickelt sich seit einigen Jahren richtig ungünstig für Gamer. Jahrzehntelang wurden alte Videospiele mit der Zeit immer günstiger, wurden geradezu verramscht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind mit meinem Vater an den Wochenenden mit großer Freude über Flohmärkte geschlendert bin. Das war in den 90ern und eigentlich sind wir damals nie ohne die eine oder andere Errungenschaft zum Schnäppchenpreis nach Hause gekommen.
Damals aktuelle Spiele für das Nintendo 64 konnte man auf einem Flohmarkt seinerzeit genauso günstig erstehen wie zu der Zeit schon ältere Spiele für das Super Nintendo oder das NES. Das „offiziell beste Spiel aller Zeiten“, The Legend of Zelda: Ocarina of Time, gelangte Ende der 90er so in meine Hände - für wenige DM direkt von einem Flohmarkt. Heutzutage undenkbar.
Alte Nintendo-Spiele wurden zu Sammelobjekten
Dass sich etwas ändert, fiel mir schon vor rund 15 Jahren auf, als ich - als dann junger Erwachsener - immer noch gern auf Flohmärkten unterwegs war, den Blick stets auf die graufarbige Masse alter Nintendo-Spiele-Cartridges gerichtet. Seit meiner Kindheit hatte sich etwas geändert.
Plötzlich wurden alte Videospiele nicht mehr verramscht, sondern zum begehrten Sammelobjekt. Die Folge: steigende Preise für alte Retro-Spiele. Ich erinnere mich noch gut an einen Flohmarktbesuch im Jahr 2012, bei dem ich Conker‘s Bad Fur Day für das Nintendo 64 für damals 80 Euro hätte erstehen können. Ich empfand das als eine Frechheit. So viel Geld für die lose Cartridge eines alten N64-Spiels. Heutzutage ärgere ich mich über diese im Nachhinein leichtsinnige Entscheidung. Conker‘s Bad Fur Day bekommt man mittlerweile nicht mehr unter 300, 400 Euro ... Wie weit das Ganze mittlerweile geht, offenbarte dann endgültig der Trempelmarkt in Nürnberg am vergangenen Wochenende.
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Hunderte Euros für alte Nintendo-Spiele
An alten Spielen für Nintendo-Konsolen hat es beim Trempelmarkt wirklich nicht gemangelt. Von Super Mario über The Legend of Zelda bis hin zu Pokémon war das Angebot reichhaltig. Etliche Kult-Klassiker wurden angeboten, etwa das schon erwähnte Zelda: Ocarina of Time oder die Spiele der ersten Pokémon-Generation. Gern hätte ich meine persönliche Sammlung um einen weiteren Retro-Klassiker ergänzt. Doch leider standen diesem Plan geradezu unverschämte Preise im Weg.
140 Euro sollte etwa Pokémon: Feuerrote Edition für den Game Boy Advance kosten. Ohne Originalverpackung wohlgemerkt, nur die Cartridge. Für alte Mario-Kart-Spiele wurden an verschiedenen Verkaufsständen Preise bis zu 100 Euro verlangt. Und auch die Konsolen selbst sind schon lange keine Schnäppchen mehr. Knapp 100 Euro für eine N64-Konsole ohne jegliches Zubehör - das habe ich auf dem Trempelmarkt in Nürnberg mehrfach gesehen. Zurück blieb eine bittere Erkenntnis.
Trempelmarkt Nürnberg offenbart ein großes Problem für Nintendo-Fans
Die Zeiten erschwinglicher Retro-Spiele sind genauso vorbei wie die Zeiten erschwinglicher aktueller Spiele. Wer sich angesichts von Preisen bis zu 90 Euro für Switch-2-Spiele (Mario Kart World) lieber nach alten Games umschauen möchte, braucht einen mindestens genauso dicken Geldbeutel. Das ist ein echtes Problem und Dilemma für Nintendo-Fans. Und aktuell sieht nichts danach aus, als würde es wieder besser werden - weder bei den alten noch bei den neuen Spielen.


