Nürnberg - Das letzte Heimspiel der Saison steht an: Unter Flutlicht empfängt der Club den FC Schalke 04, der schon als Zweitliga-Meister feststeht. Das wird für die Klose-Elf wichtig, um den einstelligen Tabellenplatz zu sichern.

In aller Freundschaft trifft der 1. FC Nürnberg am Samstag (20.30 Uhr) auf den FC Schalke 04. Bis auf Weiteres wird es das letzte Liga-Duell zwischen den beiden tief verbundenen Fan-Szenen bleiben, sind die Knappen im Folgejahr wieder erstklassig zugegen. Nach der gesicherten Meisterschaft verbrachten die Aufstiegshelden einige Tage auf Ibiza, erst am Donnerstag wurde wieder trainiert.

Die Ausgangslage

Ein möglicher Vorteil für die Franken? Lediglich bedingt. Schließlich sorgt die ungewöhnliche Vorbereitung ebenso dafür, dass die Gäste nur schwer ausrechenbar sind, wie auch FCN-Trainer Klose auf der Pressekonferenz vor der Begegnung einräumte. „Deswegen wird es darauf ankommen, was wir machen“, gab der langjährige Nationalspieler die Marschroute vor.

Da der ganz große Druck auch beim Club längst heraus ist, könnte der Altmeister ebenso befreit aufspielen - zumindest in der Theorie. Immerhin die aktuelle, gerade noch einstellige Platzierung soll im Saison-Endspurt gehalten werden, wenn es nach Klose geht. „Wir wissen, welche zwei Gegner noch auf uns warten“, spielte der 48-Jährige auf die bevorstehenden Duelle mit Schalke und Hannover an und weiter: „Aber Fakt ist, dass uns niemand mehr überholen kann, wenn wir unsere Punkte holen.“

Der Gegner

Mit dem Punkten allerdings taten sich die Zweitliga-Kontrahenten gegen Schalke zumeist schwer. Die Mannschaft von Miron Muslic war über die gesamte Spielzeit das konstanteste Team im Unterhaus und steht folgerichtig schon zwei Begegnungen vor Saisonende als Meister fest. Der leidenschaftliche, nicht selten mit einer gehörigen Portion Pathos auftretende Chefcoach verstand es in unnachahmlicher Manier, eine fast beispiellose Sieger-Mentalität zu implementieren, die die Knappen letztlich in Liga eins zurückführte.

Auf dem Platz offenbarte sich dies zunächst darin, dass die Schalker unheimlich intensiv agierten und dem Gegner kaum Torchancen gewährten. Spätestens im Laufe der Rückserie verbesserte sich Königsblau zudem im Spiel mit Ball. Einerseits war dies mit fruchtenden taktischen Umstellungen verbunden, andererseits mit beachtlichen Qualitätszugewinnen: Stürmer-Star Edin Dzeko war zweifellos der schillerndste Name, der im Januar den Weg ins winterliche Gelsenkirchen fand. Ob die Schalker ihre Qualitäten jedoch auch im Max-Morlock-Stadion abrufen können, steht etwa angesichts ihrer außergewöhnlichen Spielvorbereitung in den Sternen.

Der Schlüssel

Insofern liegt Klose ganz richtig, wenn er an die eigenen Stärken appelliert. Zu feiern gab es für den Club nach dem durchwachsenen Auftritt beim 1:1 im Frankenderby nichts. Auch allgemein wird die noch laufende Saison keine mehr, die als Erfolg zu verbuchen wäre - selbst bei sechs Punkten aus den verbleibenden Partien. Dennoch hat die Nürnberger Mannschaft immer wieder phasenweise offenbart, was eigentlich möglich gewesen wäre, wäre die wellenförmige Leistungskurve nur etwas geradliniger verlaufen. Gelingt es dem FCN, sowohl aufopferungsvoll als auch präzise im Spiel mit Ball zu agieren, ist er in der Lage, jeden Zweitligisten vor Probleme zu stellen - auch den Meister.

Das Personal

Für das Aufeinandertreffen mit Königsblau kann Klose aus dem Vollen schöpfen. Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma dürfte sein Kader-Comeback feiern, womöglich sogar wieder von Beginn an auflaufen. Der unter der Woche kürzer getretene Fabio Gruber steht ebenfalls zur Verfügung. Zudem bahnt sich ein Zweitliga-Debüt an: Angesprochen auf einen möglichen Torwartwechsel ließ Klose verlauten, dass man eine Entscheidung getroffen habe. Kommunizieren wollte der Weltmeister diese zwar nicht, vieles deutet hier aber auf die Profi-Premiere von Nachwuchskeeper Robin Lisewski hin.

Die Bilanz

Die Gesamtbilanz allerdings spricht ziemlich deutlich für die Schalker. Exakt die Hälfte der 74 Begegnungen konnten die Knappen für sich entscheiden. Dem gegenüber stehen 21 Nürnberger Erfolge sowie 16 Punkteteilungen. Im Hinspiel unterlag die Klose-Elf in der Veltins-Arena knapp mit 0:1, Vitalie Becker hatte das goldene Tor erzielt. Der bis dato letzte FCN-Erfolg datiert vom 10. August 2024, als Schleimer, Jander und Lubach beim 3:1-Sieg über die Blau-Weißen trafen. Es war der erste Dreier unter Miroslav Klose.

Die Eckdaten

Anpfiff der Partie ist am Samstagabend um 20.30 Uhr. Der FCN erwartet ein ausverkauftes Max-Morlock-Stadion, weshalb eine frühzeitige Anreise empfohlen wird. Wer nicht live im Vonovia Achteck dabei ist, kann die Begegnung etwa über den Pay-TV-Sender Sky verfolgen. Zudem überträgt NITRO die Partie im Free-TV. Per Audio-Livestream berichten außerdem die Sportschau und das Fanradio des 1. FC Nürnberg über das Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine.