Nürnberg - Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 ist seit fast einem Jahr draußen - und steckt trotzdem noch voller unentdeckter Möglichkeiten. Warum es sich lohnt, das Spiel jetzt noch einmal ganz neu zu erkunden.

Zugegeben: Ich bin kein Mario-Kart-Neuling. Ganz im Gegenteil. Angefangen hat alles mit Super Mario Kart auf dem Super Nintendo, danach folgten Mario Kart 64, Mario Kart: Super Circuit auf dem Game Boy Advance, Mario Kart: Double Dash!! auf dem Gamecube, Mario Kart DS, Mario Kart Wii, Mario Kart 7 auf dem 3DS, Mario Kart 8 auf der Wii U und natürlich Mario Kart 8 Deluxe auf der alten Nintendo Switch. Kurz gesagt: Mario Kart ist wahrscheinlich die Spielereihe, mit der ich in meinem Leben die meisten Stunden verbracht habe. Und trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - hat mich Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 nach fast einem Jahr noch einmal so richtig kalt erwischt.

Warum Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 anders ist als alles davor

Mario Kart World ist zusammen mit der Nintendo Switch 2 im Juni 2025 erschienen. Ich habe es seitdem gespielt - wirklich viel gespielt. Aber ich habe es, wenn ich ehrlich bin, lange Zeit so gespielt wie alle Mario Karts davor: auf der Strecke bleiben, so viel wie möglich driften, Boosts mitnehmen, Items clever einsetzen. Das klassische Rezept eben. Und das funktioniert in Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 natürlich immer noch. Driften ist nach wie vor wichtig. Aber es ist - und das ist eine der größten Veränderungen in der Geschichte der Reihe - deutlich weniger entscheidend als noch in Mario Kart 8 Deluxe.

Der Grund dafür ist eigentlich simpel: Mario Kart World hat 24 Fahrer statt 12. Das klingt erstmal nur nach einer Zahl, hat aber massive Auswirkungen auf das Spielgefühl. Die Strecken sind breiter, das Feld ist größer, und das enge, präzise Driften durch schmale Kurven, das in früheren Teilen oft spielentscheidend war, tritt in den Hintergrund. Stattdessen rücken die neuen Mechaniken ins Rampenlicht, und genau da habe ich fast ein Jahr lang Potenzial liegen lassen.


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Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2: Wände und Rails sind keine Spielerei

Wände befahren, auf Rails grinden, das klingt nach Showeinlage. Ich habe es auch lange so behandelt. Klar, ich habe es gemacht, wenn es sich angeboten hat. Aber gezielt für Abkürzungen genutzt? Ehrlich gesagt: kaum. Das war ein Fehler. Denn in Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 sind genau diese Mechaniken der Schlüssel zu Streckenabschnitten, die man auf dem klassischen Weg schlicht nicht erreicht. Wer Wände und Rails konsequent in seine Fahrlinie einbaut, entdeckt Abkürzungen, die sich anfühlen wie ein komplett neues Spiel.

Das Schöne daran: Es ist keine Raketenwissenschaft. Auf eine Wand zufahren und den Sprung-Button im richtigen Moment drücken, auf ein Geländer zusteuern und grinden lassen - das Spiel macht vieles davon fast von selbst, wenn man erst einmal weiß, wo man hinschauen muss. Und genau das ist der Punkt: Man muss anfangen, aktiv nach diesen Möglichkeiten zu suchen. Strecken, die ich jetzt schon hunderte Male gefahren bin, sehen plötzlich ganz anders aus, wenn ich anfange zu fragen: Wo kann ich hier hoch? Wo gibt es eine Rail, die ich noch nie benutzt habe?

Strecken in Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 neu entdecken - so geht‘s

Mein Tipp, und das ist etwas, das ich selbst in letzter Zeit mit viel Spaß durchziehe: Nimm dir eine Strecke in Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 vor, die du gut zu kennen glaubst. Fahr sie einmal ganz bewusst langsam und schau dich um. Wo sind Wände, die du befahren könntest? Wo verlaufen Rails, die du bisher ignoriert hast? Dann probiere es aus, zum Beispiel beim Zeitfahren, auch wenn du dabei erstmal vom Kurs abkommst oder Zeit verlierst. Das ist der Preis des Lernens, und er lohnt sich.

Besonders hilfreich ist dabei die Rückspul-Funktion, die Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 im Einzelspieler-Modus bietet. Einfach zurückspulen, nochmal probieren, die Linie verfeinern. So kann man neue Routen testen, ohne jedes Mal ein komplettes Rennen neu starten zu müssen. Das macht das Experimentieren deutlich entspannter - und deutlich schneller.

Außerdem lohnt es sich, die Mechaniken miteinander zu kombinieren. Wer einen Wandsprung direkt in eine Rail-Sequenz überführt und das Ganze mit einem sauber gesetzten Drift abschließt, kann Zeitgewinne einfahren, die mit klassischem Fahren schlicht nicht möglich sind. Das klingt komplex, fühlt sich aber nach ein paar Versuchen schon deutlich natürlicher an. Versprochen. Mir geht es auch so.

Als Mario-Kart-Veteran auf der Nintendo Switch 2 umdenken: Das ist die eigentliche Herausforderung

Zugegeben: Es ist eine Umstellung. Wer wie ich jahrzehntelang darauf trainiert hat, die Ideallinie zu fahren und jeden Drift zu optimieren, muss in Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 aktiv umdenken. Das Gehirn will immer wieder in die alten Muster zurückfallen. Strecke halten, driften, Boost mitnehmen. Und das ist ja auch nicht falsch, aber es ist eben nicht mehr alles.

Das Spannende daran ist, dass sich Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 dadurch nach fast einem Jahr noch einmal wie ein neues Spiel anfühlt. Strecken, die ich schon längst auswendig kannte, haben plötzlich wieder Geheimnisse. Abkürzungen, die ich nie genutzt habe, warten darauf, entdeckt zu werden. Und das Gefühl, wenn eine neue Route zum ersten Mal wirklich klappt - das ist genau das, warum ich Mario Kart seit dem Super Nintendo spiele.

Und ganz nebenbei: Die Wartezeit auf einen hoffentlich irgendwann kommenden DLC mit neuen Strecken für Mario Kart World auf der Nintendo Switch 2 wird damit deutlich kürzer. Denn die Strecken, die schon da sind, haben noch lange nicht alles hergegeben.