Nürnberg - Im Tierheim Nürnberg wartet ein Rüde auf ein neues zuhause. Er ist blind und krank - aber auch wahnsinnig lieb und gutmütig. Worauf potenzielle neue Besitzer achten müssen.

Nach erfahrenen und vor allem äußerst verständnisvollen neuen Besitzerinnen oder Besitzern sucht das Tierheim Nürnberg einmal mehr für einen Hund. Wie die Verantwortlichen in einem Posting auf Social Media erklären, geht es dabei um den kranken und blinden Rüden Flash, der vom Veterinäramt abgenommen wurde und nun im Tierheim in Nürnberg sitzt.

Das Tierheim vermutet, dass der Rüde vermutlich durch eine unbehandelte Augenkrankheit blind geworden ist. Leider ist das noch nicht alles. Den Pflegerinnen und Pflegern zufolge leidet er zudem unter Ehrlichiose (bakterielle Infektion nach Zeckenbiss) und Leishmaniose (durch Sandmücken übertragene Infektionskrankheit) und befindet sich deshalb aktuell in Behandlung. Zudem benötigt er ungefähr zehnmal am Tag Augentropfen.

Krankheit und Pflege bedeuten großen Aufwand für Tierheim Nürnberg

Das ist für die Pflegerinnen und Pfleger - besonders neben all den anderen Tieren, die es zu versorgen gibt - ein großer Aufwand. Bislang ist noch nicht klar, ob die Augen des Rüden entfernt werden müssen - das entscheidet sich wohl erst nach seiner Behandlung. Hinzu kommt, dass Flash „leider eine echte Qualzucht ist“, was man auch an seinem Körperbau sehen kann. Das bedeutet: Sein Körper bereitet ihm selbst Schmerzen, weshalb er auch Schmerzmittel benötigt.

Der Hund lässt sich von den Umständen allerdings nicht aufhalten und gilt dennoch als „wahnsinnig lieber und gutmütiger Hund, der jede Behandlung mit Engelsgeduld über sich ergehen lässt“, heißt es in dem Beitrag auf Social Media weiter.

Beim Zusammentreffen und Interagieren mit anderen Hunden entscheidet die Sympathie, grundsätzlich vertrage sich Flash aber gut mit anderen Hunden. Auch größere Kinder seien kein Problem, solange diese Rücksicht auf das Handicap des Rüden nehmen und beim Spielen vorsichtig mit ihm umgehen, da er sich gerne reinsteigert, wenn er etwas erwischt und nicht mehr loslassen möchte.

Kinder und andere Hunde sind grundsätzlich kein Problem - aber ein paar Punkte sollten beachtet werden

In einem neuen zuhause, das ebenerdig sein sollte, benötigt der Hund eine lange Eingewöhnungszeit und eines, in dem nicht regelmäßig umgestellt wird, da er sich mit neuen Umgebungen schwer tut. Potenziellen Besitzerinnen und Besitzer sollte bewusst sein, was bei einem blinden Hund alles zu beachten ist. Sollten diese bereits einen Hund besitzen, sollte dieser tiefenentspannt sein und einiges aushalten - auch, weil Flash aufgrund seiner Blindheit gegebenenfalls gegen Gegenstände oder auch den anderen Hund rumpeln könnte. „Wer gibt unserem lieben Flash ein Zuhause?“, endet der Aufruf des Tierheims Nürnberg.