Nürnberg - Die Spannung vor dem Frankenderby steigt: Während die SpVgg Greuther Fürth immens unter Druck, hat der 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt schon sicher. Die Club-Profis sind trotzdem „bereit und heiß“.

Noch dreimal schlafen, dann steht das Frankenderby an: Am Sonntag (Anpfiff um 13.30 Uhr) überquert der 1. FC Nürnberg die Stadtgrenze und tritt bei der SpVgg Greuther Fürth an. Der Druck ist vor diesem Duell sehr einseitig verteilt: Für den Club geht es (nur) um die Vormachtstellung in Fußball-Franken, für das Kleeblatt um die nackte Existenz.

Dessen ist sich auch Julian Justvan bewusst. „Die haben richtig Stress“, verwies der Filigrantechniker auf die prekäre Situation des Lokalrivalen und führte fort: „Wir können mit breiter Brust auftreten und haben richtig Bock, das Spiel gegen Magdeburg zu bestätigen, nochmal einen Tick mehr zu geben und die wegzuhauen.“ Er versprach den Fans: „Wir werden auf jeden Fall bereit und heiß sein.“

Die „breite Brust“, von der Justvan spricht, resultiert insbesondere aus dem 1:0-Heimerfolg über den 1. FC Magdeburg und dem Überschreiten der 40-Punkte-Marke. Zwar liefert der Club derzeit ordentliche Ergebnisse und kassierte in den letzten sechs Partien nur eine Niederlage, spielerisch wussten die Rot-Schwarzen aber selten vollends zu überzeugen.

Das Derby beeinflusst demnach nicht nur, wer sich bis zur nächsten Begegnung wahrheitsgemäß als „Nummer Eins in Franken“ bezeichnen darf, sondern auch mit welcher Stimmungslage der 1. FC Nürnberg die Saison beschließt. Trainer Miroslav Klose erklärte: „Es geht nur um uns, unsere Fans und darum, dass wir die Gefühle vom letzten Derby wieder erleben dürfen. Der Fokus liegt nur auf uns, weil alles andere können wir nicht beeinflussen.“

Was der Club beeinflussen kann, ist, wie er dieses Spiel angeht. Je nach Mentalität der Nürnberger und Druckresistenz der Fürther kann es sowohl zum Vorteil als auch zum Nachteil werden, dass ein Kontrahent noch um den Ligaverbleib zittern muss, während das andere Team ohne Druck aufspielen kann.

In der jüngeren Vergangenheit offenbarten die Leistungen des 1. FC Nürnberg, sobald der Klassenerhalt (quasi) sicher war, einen Leistungsabfall: Im ersten Jahr unter Chefcoach Klose sammelte der Club nur sieben Punkte aus den letzten sechs Spielen und ließ die Saison damit sang- und klanglos austrudeln. Der 47-Jährige sagte der Bild: „Wir wollen uns vernünftig verabschieden. Wir wissen, dass wir ein paar Punkte liegen gelassen haben. Da wird sich nicht zurückgelehnt.“

Die Spieler, das legen zumindest die Aussagen nach dem Heimsieg gegen Magdeburg nahe, sind sich der besonderen Bedeutung des Derbys bewusst. Rafael Lubach, der zuletzt das Siegtor erzielt hatte, sagte: „Wir wissen, dass das den Fans ganz viel bedeutet.“ Henri Koudossou, der den Treffer vorbereitet hatte, pflichtete bei: „Wir wollen das unbedingt gewinnen, egal ob wir jetzt Erster oder Letzter sind.“