
In Sachen Klima hat die Stadt Nürnberg für das vergangene Jahr keine Superlative zu melden. Und das ist eine gute Nachricht. Weder war es 2025 viel heißer als je zu vor, noch viel trockener als je zuvor. In Zeiten des Klimawandels ist das keine Selbstverständlichkeit. Dennoch, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt, bestätigten die aktuellen Daten die Klimaprognosen für die kommenden Jahre und Jahrzehnte: Hitze, Trockenheit und Starkregen nehmen zu.
Im Jahresdurchschnitt wurde an der Wetterstation des Deutschen Wetterdiensts Nürnberg Flughafen eine Temperatur von 10,34 Grad Celsius (°C) gemesen. Damit ist 2025 das zehntwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn. Kleine Superlative zeigen sich dann aber doch: Demnach erlebte Nürnberg laut Angaben der Stadt 2025 den trockensten Frühling und den feuchtesten September seit 1956. Mit einer Jahresniederschlagssumme von 548 Millimeter war das Jahr 2025 insgesamt trocken.
Auffällig sei die Entwicklung der Niederschläge, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Einerseits nehmen Trockenperioden zu, was unter anderem die Waldbrandgefahr erhöht. Andererseits ist regional – auch in Nürnberg – eine Tendenz zu häufigeren Starkregenereignissen erkennbar.
Die Stadt Nürnberg geht davon aus, dass sich die Hitzebelastung für die Bevölkerung weiter verstärken wird. Besonders gefährdet dadurch seien vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich eingeschränkte Personen sowie dicht bebaute und stark versiegelte Stadtgebiete. Entsiegelungsmaßnahmen sowie die Schaffung und Vernetzung von Grün- und Freiflächen müsse daher weiterhin konsequent vorangetrieben werden.
Trinkbrunnen und „kühle Orte“: Mit diesen Maßnahmen reagiert die Stadt Nürnberg auf den Klimawandel
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der konsequenten Anwendung des Schwammstadt-Prinzips. Ziel sei es, Regenwasser lokal zu speichern, zu versickern und zu verdunsten, um sowohl Trockenperioden als auch Starkregenereignisse besser zu bewältigen und das Kanalsystem zu entlasten. Ergänzend dazu arbeitet die Stadt laut eigener Auskunft an der Weiterentwicklung von Vorsorgemaßnahmen gegen Starkregen.
„Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass Klimaanpassung eine zentrale Zukunftsaufgabe für Nürnberg bleibt. Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung entsprechender Maßnahmen hat daher höchste Priorität, um die Lebensqualität in der Stadt auch unter veränderten klimatischen Bedingungen langfristig zu sichern“, sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit.
Gleichzeitig zieht die Stadt ein positives Zwischenfazit zum Hitzeaktionsplan. Dieser habe sich laut einem aktuellen Sachstandsbericht bewährt und solle weitergeführt werden. Der Plan ziele darauf ab, die gesundheitlichen Risiken durch Hitzeereignisse wirksam zu reduzieren. Bereits umgesetzt ist der Ausbau der Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum sowie die Schaffung und Sichtbarmachung sogenannter „kühler Orte“ im Stadtgebiet, unter anderem durch eine interaktive Karte.