Nürnberg - Bei Starkregen wird die Unterführung in Zerzabelshof immer wieder zur Gefahr. Jetzt will die Stadt Nürnberg mit einer neuen Warnanlage für mehr Sicherheit sorgen.

Kaum prasselt in Nürnberg starker Regen nieder, ist eines eigentlich gewiss: die berüchtigte Bahn-Unterführung in der Zerzabelshofstraße wird wieder zur Problemstelle. Das Wasser sammelt sich in der tief liegenden Fahrbahn, steigt schnell an und überrascht regelmäßig Verkehrsteilnehmer. Immer wieder bleiben Autos in den Wassermassen stecken, teils musste die Feuerwehr schon Fahrer retten.

Der Grund liegt in der Lage der Fahrbahn: Diese geht an der Eisenbahnbrücke über fünf Meter in die Tiefe hinab und liegt dadurch unter der sogenannten Rückstauebene des Kanals. Heißt: Regenwasser, das von Häusern und durch Straßengullys abgeleitet wird, läuft hier zusammen.

Zerzabelshof: Unterführung sorgt seit Jahren für Gefahren

Durch die in den vergangenen Jahren häufiger auftretenden und intensiveren Starkregenereignisse seien wiederholt gefährliche Situationen für Verkehrsteilnehmende und Einsatzkräfte entstanden, räumte auch die Stadt Nürnberg am Mittwoch in einer Mitteilung ein. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg, kurz Sör, habe deshalb nun eine Warnanlage installiert.

Der scheidende Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel sagte dazu: „Die Starkregenereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell diese Unterführung zur Gefahrenstelle werden kann. Mit der neuen Warnanlage schützen wir Menschen und unterstützen gleichzeitig die Einsatzkräfte, indem wir frühzeitig und zuverlässig informieren. Das Warnlicht ist dabei ein zusätzliches Signal. Die Verantwortung, es zu beachten, liegt am Ende bei jedem einzelnen.“

Gefährliche Unterführung in Nürnberg: Stadt ergreift neue Maßnahme

Die neue Technik misst den Wasserstand berührungslos mit Radarsensoren an den beiden tiefsten Punkten der Unterführung. Dort sammelt sich bei Starkregen zuerst das Wasser. Die Messung laufe kontinuierlich und komme auch ohne direkten Kontakt mit dem Wasser aus. Das soll das System robust und wartungsarm machen, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Beide Messwerte würden dann gemeinsam ausgewertet und logisch miteinander verknüpft. So sollen nur tatsächliche Wasseranstiege eine Warnung auslösen. Kurzzeitige Störungen oder lokale Abweichungen sollen keine Fehlmeldungen verursachen. Sobald definierte Schwellenwerte erreicht sind, blinkt vor Ort ein gelbes Warnlicht. Es soll die bestehende Beschilderung ergänzen und damit die Aufmerksamkeit im Straßenraum erhöhen, so die Stadt.

Das System arbeite mit zwei Stufen: Ab dem ersten Schwellenwert wird die Unterführung für Autos gesperrt. Beim zweiten Schwellenwert ist auch die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge nicht mehr möglich. Künftig sollen bei Überschreitung der Schwellenwerte automatisch Meldungen an die Integrierte Leitstelle gehen. „So kann die Einsatzdisposition frühzeitig reagieren und alternative Routen prüfen“, heißt es von der Stadt.

Außerdem werden alle relevanten Messdaten gespeichert und ausgewertet. So lasse sich im Nachgang besser nachvollziehen, wie schnell sich die Unterführung bei Starkregen füllt. Diese Erkenntnisse sollen helfen, den Umgang mit Starkregen in Nürnberg weiter zu verbessern.