
Für die Stadt Nürnberg ist es ein Novum: Laut Beschluss des Werkausschusses des Abfallwirtschaftsbetriebs Stadt Nürnberg (ASN) soll die Stadt ein zirkuläres Kaufhaus bekommen. Laut einer Mitteilung soll in der Innenstadt ein Ort entstehen, „an dem Wiederverwendung, Reparatur und nachhaltiger Konsum erlebbar und alltagsnah zugänglich werden.“ Eine Eröffnung sei für das Jahr 2027 anvisiert.
Geplant ist, dass in dem Kaufhaus beispielsweise Gebrauchtwaren, Upcycling‑Produkte und Möglichkeiten zur Ausleihe angeboten werden. Ergänzt werden soll das Angebot durch ein Repair‑Café sowie Beratungen, etwa durch das geplante Klima- und Energieberatungszentrum. „Viele Menschen möchten nachhaltiger leben, brauchen aber Orte, die es ihnen einfach machen“, sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit. Das zirkuläre Kaufhaus könne einen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten. Wiederverwendung und Reparatur statt Entsorgung sind ein wichtiger Baustein, um Abfall zu vermeiden.
Zunächst soll das zirkuläre Kaufhaus, so die Pläne der Stadt, auf einer Kleinfläche mit rund 300 bis 500 Quadratmetern in der Nürnberger Innenstadt starten. Weiter heißt es: „Der ASN verantwortet den Betrieb und setzt diesen gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) um.“ Die finanzielle Absicherung erfolge über den Gebührenhaushalt des Abfallwirtschaftsbetriebs der Stadt Nürnberg, da das zirkuläre Kaufhaus eine Maßnahme der Abfallvermeidung ist. Wo genau das Kreislauf-Kaufhaus residieren soll, ist derzeit noch unklar. Erst mit dem aktuellen Beschluss des ASN können konkrete Flächenverhandlungen nun beginnen.
Kreislauf-Kaufhaus in Nürnberg: Vorbild für das Projekt gibt es unter anderem in der Landeshauptstadt
Mit dem zirkulären Kaufhaus setzt die Stadt eine zentrale Maßnahme aus dem Kreislaufwirtschaftskonzept „Nürnberg zirkulär“ um, das der Stadtrat 2024 beschlossen hat, und das Projekte zur Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Ressourcenschonung bündelt.
Ein vergleichbares Projekt gibt es beispielsweise in der Landeshauptstadt München. Dort betreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb München mit der sogenannten „Halle 2“ ein Gebrauchtwarenkaufhaus. Einmal im Monat finden Versteigerungen statt. Verkauft werden zudem unter anderem Möbelstücke, Haushaltswaren, Bücher, Musikinstrumente oder Elektrogeräte. Die Gegenstände werden an einem der zwölf Münchner Wertstoffhöfe eingesammelt und kommen dann in die „Halle 2“, heißt es auf der Webseite.