
Illegale Müllentsorgung und wilde Müllablagerungen sind in Nürnberg ein ständiges Problem. Seit 2024 setzen der Servicebetrieb öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg (ASN) mit weiteren Partnern deshalb verstärkt Gegenmaßnahmen um, erklärt die Stadt in einer aktuellen Mitteilung. Diese zielen auf das Abräumen des Mülls, Information und Strafverfolgung ab.
Nun zog Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, im Umweltausschuss eine aktuelle Bilanz zu den Maßnahmen der Stadt Nürnberg gegen illegale Müllentsorgung: „Auch im laufenden Jahr haben wir die intensiven Reinigungsmaßnahmen von ASN und Sör mit weiteren Aktionen ergänzt. Wichtig ist mir, dass wir ein System entwickelt haben, abgelagerten Müll als Ordnungswidrigkeiten konsequent zu verfolgen.“
Im Zeitraum vom 10. März bis 27. August 2025 wurden demnach 61 Bußgeldbescheide mit einer Gesamtsumme von 7.595 Euro (inklusive Gebühren und Auslagen) verhängt. Im Vergleich dazu lag die Gesamtsumme im Jahr 2024 bei 10.965 Euro aus 91 Bußgeldbescheiden. Zusätzlich erhob das Umweltamt im Jahr 2025 bislang 2.177 Euro an Verwarngeldern (2024: 2.510 Euro).
Sör und ASN arbeiten nach Information der Stadt beim „wilden Müll“ eng mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK), dem Kommunalen Außendienst Nürnberg (ADN), der Noris-Arbeit (NOA) gGmbh und dem Umweltamt zusammen.
Sör und ASN nehmen - neben ihren regulären Reinigungsaufgaben im öffentlichen Raum - zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sauberkeit wahr, heißt es von Seiten der Stadt. Hierzu zählt Sör die Sammlung und Rückführung von Einkaufswagen, die verstärkte Entfernung von Schrotträdern in Kooperation mit der NOA sowie die Ausweitung der Reinigungen in stark frequentierten Grünanlagen auch am Wochenende.
Der städtische Eigenbetrieb ASN reagierte zudem mit mehr Personal in der Beratung. Konkret wurde eine hauptamtliche Abfallberatung geschaffen, um die bis 2023 ausschließlich ehrenamtliche Abfallberatung zu unterstützen und die Beratung vor Ort zu intensivieren.
Illegale Müllablagerung in Nürnberg: Abfallberater erklären Mülltrennung
Britta Walthelm ergänzt im Umweltausschuss: „Wir waren aber vor allem auch vor Ort. Besonders zugemüllte Containerstandorte haben wir mit Bauzäunen in Szene gesetzt und dort mit Plakaten gezeigt, wie der Müll richtig entsorgt wird. Begleitend gehen unsere Abfallberaterinnen und -berater auf die Menschen in der Nachbarschaft zu. Sie erklären im direkten Gespräch, wie Mülltrennung funktioniert und auch alles, was mit der Entsorgung zusammenhängt.“
Beim „wilden Müll“ handelt es sich zum einen um das sogenannte „Littering“, sprich das achtlose Wegwerfen kleiner Abfälle wie zum Beispiel Zigarettenstummel, To-go-Becher oder Picknickreste. Zum anderen geht es um illegale Ablagerungen größeren Umfangs, die von Schrottfahrrädern oder Einkaufswägen bis hin zu Sperrmüll, Hausmüll, Altkleidern und sogar gefährlichen Abfällen reichen. Die Übergänge sind fließend: So werden vereinzelt Müllbeutel neben Papierkörben abgestellt oder gleich ganze Sofagarnituren und Hausmüllberge an Glascontainern.

