Nürnberg - Nach mehreren ernüchternden Begegnungen mit Abstiegskandidaten empfängt der 1. FC Nürnberg am Sonntag ein weiteres Team aus dem Tabellenkeller. Gegen den 1. FC Magdeburg muss und will der Club ein anderes Gesicht zeigen.

Der 1. FC Magdeburg ist das, was der 1. FC Nürnberg sein will – zumindest gewissermaßen. Denn: Das Team von Cheftrainer Petrik Sander hat viel Ballbesitz und strahlt dadurch aber auch tatsächlich Torgefahr aus. Kein Zweitligist traf in der Rückrunde häufiger als die Sachsen-Anhaltiner. Dabei profitiert Magdeburg von Top-Torschütze Mateusz Zukowski, der allerdings das Auswärtsspiel am Sonntag in Nürnberg gesperrt verpassen wird, aber auch von extrem spielstarken und ballsicheren Akteuren in allen Mannschaftsteilen.

„Es ist schwer, gegen Magdeburg an den Ball zu kommen. Sie sind unangenehm zu bespielen, haben viele Variationen und machen das Feld groß“. Erklärte Cheftrainer Miroslav Klose auf der Pressekonferenz vor der Partie. Die Gegneranalyse im Vorfeld habe aber auch bestimmte Räume ergeben, in denen der 1. FC Nürnberg Ballgewinne anstrebt und anschließend die Umschaltsituation nutzen will.

Auf reinen Konterfußball dürfe sich der Club aber nicht verlassen. „Es wird viel davon abhängen, dass wir länger den Ball haben, als es in den letzten Spielen der Fall war. Wir wollen auch dominieren“, stellte Klose fest und führte fort: „Wenn wir nur Magdeburg den Ball überlassen, wird es schwer. Früher oder später kommen sie mit einer Chance durch.“

Abgesehen vom taktischen Matchplan wolle man im vorletzten Heimspiel des Jahres darum, verglichen mit den letzten recht enttäuschenden Ergebnissen „ein anderes Gesicht zeigen“ und das auf den Platz bringen, „was uns in vielen Spielen ausgezeichnet hat“. Konkret fordert Klose „eine gute und intensive Leistung, damit wir die Punkte hierbehalten können“.

Mit einem Sieg über den Abstiegskandidaten Magdeburg würde der Club die 40-Punkte-Marke knacken. Über die aktuelle komfortable, dennoch nicht gänzlich sichere Tabellensituation sagte Klose auf der Pressekonferenz: „Wir wissen, dass noch ein paar Punkte vergeben werden. Wir wollen uns nicht ausruhen. Wenn wir kein Spiel verlieren, bleiben wir da, wo wir sind oder klettern eher, das muss unser Ziel sein.“

Dabei sind die drei Punkte gegen Magdeburg keinesfalls eingepreist – aufgrund der großen Enttäuschung im Hinrunden-Spiel, aber auch aufgrund der schwachen Ausbeute aus den letzten Begegnungen mit Abstiegskandidaten. „Das ist das, was Fußball so spannend macht: Man kann die Punkte nicht einrechnen. Die Spiele sind immer sehr ausgeglichen“, konstatierte Club-Coach Klose. Aus diesem Grund arbeite sein Trainerteam auch viel im mentalen Bereich mit den Spielern, um in entscheidenden Situationen „den Punch setzen“ zu können.

Klose, der generell oft die Gespräche und deren Bedeutung betont, ordnete aber auch deren Grenzen ein: „Ich war selbst Spieler, habe auch schon beim Warm-Up den Ball rechts und links in den Winkel geschossen und im Spiel nicht ansatzweise den Ball aufs Tor bekommen. Es bringt nichts, wenn wir viel reden, analysieren und machen. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, muss man liefern.“ Zuletzt habe sein Team insbesondere in Heimspielen nicht das gezeigt, „was in uns steckt“. Das Positive: „Im Fußball hat man Woche für Woche die Möglichkeit, es anders zu machen.“ Die nächste und zugleich vorletzte Gelegenheit der Saison, die Fans im heimischen Achteck zu überzeugen, bietet sich also am Sonntagnachmittag gegen den 1. FC Magdeburg.