Hoppstädten-Weiersbach - Drei Monate nach der Insolvenz gibt es eine neue Wendung für den Spielwarenhändler Rofu mit etlichen Filialen in Franken: Ein Käufer ist gefunden, doch nicht alle Standorte werden gerettet und auch Jobs fallen weg.

Der insolvente Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat einen Investor gefunden. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Demnach hat Rofu eine Vereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen, hinter der Geschäftsführer Achim Weniger steht. Der Deal soll das Unternehmen vor dem endgültigen Aus bewahren.

Rofu Kinderland hatte im Januar 2026 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach betreibt mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern. Auch an mehreren Standorten in Franken und der Oberpfalz ist der Fachhändler vertreten, dazu zählen Filialen in Fürth, Weißenburg, Ansbach, Bayreuth, Amberg, Kitzingen oder auch in Schwandorf.

Seit über 40 Jahren verkauft die Kette Spielwaren, Babyartikel und Schulmaterial. Trotz der Insolvenz lief der Betrieb in den Filialen weiter, die Gehälter wurden aus laufenden Einnahmen bezahlt, heißt es in der Mitteilung.

Rofu Kinderland: Investor gefunden - 77 Filialen bleiben, 27 schließen

Laut der nun unterzeichneten Investorenvereinbarung übernimmt der neue Eigentümer 77 der derzeit mehr als 100 Filialen. Dort arbeiten 1035 Mitarbeiter, die vom Investor übernommen werden sollen. 27 Standorte hingegen sind nicht Teil des Konzepts, wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag verrät. Sie sollen voraussichtlich bis Juli einen Räumungsverkauf durchführen und anschließend schließen.

Rund 330 Mitarbeitern in den schließenden Filialen, mehr als drei Viertel davon Teilzeitkräfte und Aushilfen, droht die Kündigung.

Rofu-Insolvenz: Kündigungen und Filialschließungen auch in Franken und Oberpfalz

Auch für die Region gibt es gemischte Nachrichten. Die Standorte in Fürth, Bayreuth, Amberg und Kitzingen werden fortgeführt, die dortigen Mitarbeiter werden vom neuen Investor übernommen. Anders sieht es für die Filialen in Weißenburg, Ansbach und Schwandorf aus: Sie gehören zu den 27 Standorten bundesweit, die nicht Teil des Erwerberkonzepts sind. Den Mitarbeitern dort wurde gekündigt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte dies am Donnerstag auf Anfrage von nordbayern.de.

Auch an der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach wird Personal abgebaut: Von rund 360 Mitarbeitern sollen dort nur gut 80 übernommen werden. Das Außenlager in Ramstein mit rund 60 Beschäftigten wird ganz geschlossen. Insgesamt sollen durch die Investorenlösung rund 1120 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Neuer Deal nach Insolvenz von Rofu: Gläubiger müssen noch zustimmen

Der Deal ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Die Investorenlösung soll über einen sogenannten Insolvenzplan umgesetzt werden. Das bedeutet: Rofu und das begleitende Sanierungsteam von Pluta erarbeiten in den nächsten Wochen einen Plan, dem die Gläubiger, also alle Partner, denen Rofu Geld schuldet, mehrheitlich zustimmen müssen. Ein entsprechender Abstimmungstermin ist für den Sommer geplant. Läuft alles nach Plan, könnte Rofu ab August 2026 wieder eigenständig agieren und das Insolvenzverfahren wäre beendet.

Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing sagt: „Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen Rofu zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar.“

Investor Achim Weniger erklärte, er sehe „großes Potenzial, das Unternehmen Rofu weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren.“

Immer topaktuell informiert bleiben über die wichtigsten Themen aus der Region? Über unseren WhatsApp-Kanal erfahren Sie alle Neuigkeiten aus erster Hand.

Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung finden Sie hier.