
Der bekannte Spielwarenhändler Rofu steckt tief in einer Krise. Wie das Unternehmen aus Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz am Mittwoch in einer Pressemitteilung bestätigte, habe man Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen müssen. Das zuständige Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete bereits am 19. Januar ein vorläufiges Sanierungsverfahren an. Rofu betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern und zählt zu den größten Spielwaren- und Babyfachmärkten im Südwesten Deutschlands.
Auch an mehreren Standorten in Franken und der Oberpfalz ist der Fachhändler vertreten, dazu zählen Filialen in Fürth, Weißenburg, Ansbach, Bayreuth, Amberg, Kitzingen oder auch in Schwandorf.
Dabei kann der Händler bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken: Eberhard Fuchs gründete 1962 im Alter von 18 Jahren die Firma Robert Fuchs Spielwaren (Rofu). Da er selbst noch nicht volljährig war, benannte er sie nach seinem Vater. Sein erstes eigenes Spielwarengeschäft „Rofu Kinderland“ eröffnete Fuchs dann 1984 in Birkenfeld.
Mittlerweile verkauft das Unternehmen in ihren Filialen seit mehr als 40 Jahren Spielzeuge bekannter Marken, aber auch Kinderbücher, Schulmaterial, Bastelartikel, Puzzle, Brettspiele sowie saisonale Dekorationen und Kostüme, wie es auf der Website näher heißt.
Trotz langer Tradition: Warum Rofu in die Insolvenz rutschte
Doch die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage trifft auch den Spielwarenhandel. Nach Angaben des Unternehmens setzen steigende Kosten, ein intensiver Wettbewerb und die Kaufzurückhaltung der Kunden Rofu stark unter Druck. Besonders das schwache Weihnachtsgeschäft habe letztlich den Ausschlag für den Insolvenzantrag gegeben.
Bereits im Dezember hatte die Geschäftsführung angekündigt, das Unternehmen strategisch neu ausrichten zu wollen. Hintergrund waren veränderte Kundenbedürfnisse, der wachsende Online-Anteil im Nonfood-Handel sowie ein zunehmender Preis- und Promotionswettbewerb, wie es auf der Webseite des Betriebs weiter heißt.
Das Insolvenzverfahren läuft in Eigenverwaltung. Das bedeutet, dass die bisherige Geschäftsführung im Amt bleibt und den Geschäftsbetrieb weiterführt. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Annemarie Dhonau bestellt Der Geschäftsführung wird nun zudem Rechtsanwalt Marcus Katholing zur Seite gestellt, wie dessen Kanzlei Pluta Management in einer Pressemitteilung erklärte. Zusammen mit den Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl soll er versuchen, die Restrukturierung durchzuführen.
Erste Entwarnung für Kunden: So geht es mit den Rofu-Filialen in Franken weiter
Für Kunden in Franken gibt es zunächst Entwarnung: Alle Märkte bleiben geöffnet. Der Verkauf läuft normal weiter, ebenso der Onlineshop. „Unsere Fachgeschäfte sind weiterhin zu den gewohnten Zeiten geöffnet und arbeiten ohne Einschränkungen“, betonte dazu Geschäftsführer Michael Fuchs.
Auch die rund 1970 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien bereits informiert worden. Ihre Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Parallel führe Rofu aktuell Gespräche mit Lieferanten und Geschäftspartnern, um die Warenversorgung sicherzustellen.
Nach Insolvenz: Investor für Rofu gesucht - So soll es weitergehen
Kern der Sanierung ist die Suche nach einem Investor, der das Unternehmen langfristig stabilisieren soll. „Wir wollen das Unternehmen mit einem neuen Investor auf eine tragfähige Basis stellen“, erklärt hierzu Restrukturierungsexperte Marcus Katholing. Ziel sei es, alle 104 Filialen und möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten, wird in der Mitteilung betont.
Künftig will sich der Spielwarenhändler stärker auf den stationären Handel als Herzstück der Marke konzentrieren, diesen aber enger mit digitalen Angeboten verzahnen. Zudem sollen interne Prozesse effizienter werden, etwa bei Warenbeständen, Flächennutzung und der Zusammenarbeit mit Lieferanten.


