
Zunächst gab es gute Nachrichten vom seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzenden Buckelwal Timmy: Heute Morgen hatte sich der Wal freigeschwommen. Doch nur wenige Stunden später kann auf dem Livestream ein erneutes Drama beobachtet werden: Timmy sitzt wieder fest.
Die aktuellen Entwicklungen:
- Der Berliner Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter hat sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gegen weitere Rettungsversuche für den Buckelwal in der Ostsee ausgesprochen. „Ich würde jetzt tatsächlich an der Stelle mal ganz deutlich sagen: Dieser Wal macht, was er will. Er ist nicht zu kontrollieren und wir müssen jetzt endgültig einsehen, dass es für uns nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten. Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn sein lassen.“
- Derzeit versuchen Mitglieder der privaten Rettungsinitiative den Wal zum Weiterschwimmen zu bewegen. Helfer sollen mit einem Boot in der Nähe des Tieres sein. Bis zum Nachmittag brachten diese Versuche aber keinen Erfolg.
- Am Vormittag ruhte das Tier wieder in der Ostsee.
- Am Morgen war der Wal von seiner Position vor der Insel Poel losgeschwommen. Er hat Schätzungen zu Folge circa drei bis fünf Kilometer zurückgelegt. Eine Lenkung durch Begleitboote gelang allerdings nicht wie geplant.
Im Video-Live-Stream kannst du die Rettungsmission verfolgen:
Seit anderthalb Monaten beschäftigt der Wahl die Bevölkerung. Zuletzt lag er mehrere Wochen vor der Insel Poel. Eine zeitlang sah es so aus, als würde das Tier dort versterben, dann verschrieb sich eine private Gruppe einem weiteren Rettungsversuch.
Die Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel sahen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen „tolle Reaktionen“ und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme. In diesem Fall greife „Plan B“. „Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können“, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.
Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich pessimistischer. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, „ob sich dieser Wal noch geleiten lässt“.
Seit 21 Tagen in der Wismarbucht
Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons in die Nordsee und in den Atlantik transportiert werden soll, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 21 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel.
Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.
