
Der Passo Gardena liegt in Südtirol nahe Bozen. Und die Passstraße über das Grödner Joch hat viele Bewunderer. Bei Google sammeln sich die Rezensionen - immerhin 4,9 Sterne bei 1295 Bewertungen kann die Strecke sammeln. In Serpentinen schlängelt sich die Straßen malerisch durch die Dolomiten. „Ein landschaftlicher Höhepunkt mit traumhaften Ausblick auf Sella Nordseite mit den Sellatürmen“, schreibt ein User. An anderer Stelle heißt es: „Eine uuuuunglaublich schöne Passstrasse vor noch uuuunglaublichere Kulisse! Man taucht auf dem Weg zum Joch in eine so unbeschreiblich schöne Berg-und Felsenwelt ein. Eine Pflicht für jeden Motorradfahrer.“
Die Anwohnenden leiden unterdessen unter dem starken Verkehr. Bis zu 11.000 Fahrzeuge sollen an Sommertagen über den Pass fahren, berichtet der ADAC. Eine Durchfahrtssperre soll nun für Entlastung sorgen - allerdings vorerst temporär.
Konkret soll die Sperrung die SS243 betreffen, heißt es vom ADAC weiter. Ab dem 1. September soll die Straße für alle motorisierten Fahrzeuge gesperrt werden. Ausgenommen sind Anlieger, Übernachtungsgäste und Lieferverkehr. Busse sollen Touristen und Touristinnen während der Sperrung auf den Pass bringen.
Die Straße soll erst einmal für zwei Monate dicht bleiben. Es handelt sich um eine Pilotphase. Falls sich das Konzept bewährt und die Landesregierung zustimmt, könnte es zu einer Ausweitung der Sperre im kommenden Jahr kommen. Dann könnte der Pass sogar von Mai bis Oktober gesperrt bleiben, berichtet der ADAC.
Die Debatte um den motorisierten Verkehr im Grödner- und Gadertal ist unterdessen nicht neu. Seit 20 Jahren schon setzen sich Aktivisten und Aktivistinnen für eine Beschränkung ein, berichtet die Augsburger Allgemeine (AA). Auch der Südtiroler Alpenverein zeigt sich erfreut über den Beschluss. Es sei ein entscheidender Fortschritt für den Erhalt einer einmaligen Naturlandschaft, sagt der Präsident des Alpenvereins gegenüber der AA.
Der Kampf gegen den Massentourismus ist in den Dolomiten allgegenwärtig. Mit einem symbolischen Drehkreuz auf dem Berg Seceda unweit des Passo Gardena forderten Almbesitzer im vergangenen Sommer ein Umdenken im Umgang mit dem zunehmenden Besucherandrang. Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurde das nicht aktivierte Drehkreuz auf einem der meistfotografierten Aussichtspunkte Südtirols aufgestellt. Der Zugang blieb frei, doch die Botschaft war klar: Es sei ein „Warnsignal“ gegen Müll, gestresste Weidetiere, Umweltschäden und fehlende Unterstützung durch die Behörden.
